In der Lehrter Straße in Berlin-Mitte entsteht das „Haus der Stadtnatur“. Die Stiftung Naturschutz Berlin übernimmt das ehemalige Botschaftsgebäude Indonesiens und setzt auf vollständigen Erhalt sowie eine umfassende Sanierung. Ziel ist ein zentraler Ort für Umweltbildung, Naturschutz und zivilgesellschaftliches Engagement.

Neue Indonesische Botschaft in Berlin

Das „Haus der Stadtnatur“ entsteht im ehemaligen Botschaftsgebäude Indonesiens. Im Gegenzug dazu ist die Indonesische Botschaft in einen Neubau im Tiergartenviertel gezogen. Die geschwungene Fassadenstruktur mit ihren beweglichen Sonnenschutzsegeln erinnert an Wellen und Segel, ein Verweis auf Indonesiens maritime Identität und seine über 17.000 Inseln. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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© Foto Titelbild: IMAGO / Manja Elsässer

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Das Berliner Abgeordnetenhaus hat dem Ankauf einer Immobilie in der Lehrter Straße zugestimmt. Dort befand sich zuvor die indonesische Botschaft. Künftig soll das Gebäude Sitz der Stiftung Naturschutz Berlin (SNB) und weiterer Umweltakteure werden. Das Projekt ist Teil der Regierungsvorhaben 2023–2026 und wurde politisch breit unterstützt.

Baulich setzt die Stiftung auf Erhalt statt Neubau. Das Bestandsgebäude bleibt komplett erhalten. Der Innenausbau wird derzeit durch die Verkäuferin umfassend saniert, wie die Stiftung Naturschutz Berlin (SNB) auf ENTWICKLUNGSSTADT-Nachfrage bekannt gibt. Zusätzlich sind Renovierungen an Fassade und Dach geplant. Straßenseitig wird die Fassade aufgrund sicherheitsrelevanter Risse mit vergleichbarem Material instandgesetzt. Auch einzelne Dämmungen werden erneuert, das Dach wird saniert. Ein konkreter Eröffnungstermin steht noch nicht fest.

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Nutzungskonzept im „Haus der Stadtnatur“: Veranstaltungsflächen, Büros und mögliche Hof-Erweiterung

Im Inneren entstehen neue Strukturen. Das rechte Erdgeschoss wird zu einer Veranstaltungsetage ausgebaut. Der Eingangsbereich soll künftig Ausstellungen ermöglichen und einen einladenden Charakter erhalten. Seminare der Freiwilligendienste und Angebote der Naturschutzakademie werden hier stattfinden. Auch externe Akteure wie die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V. ziehen ein. Weitere passende Mieter werden derzeit gesucht.

Die erste Etage wird zusätzliche Veranstaltungsräume und temporäre Arbeitsplätze bieten. In den oberen Geschossen arbeiten die Mitarbeitenden der Stiftung. Perspektivisch ist ein ergänzender Neubau im Hof denkbar. Ein Bauvorbescheid liegt vor. Zunächst konzentriert sich die Stiftung jedoch auf die Sanierung und Inbetriebnahme des Bestands.

Ökologische Aufwertung an der Lehrter Straße: Dachbegrünung, Photovoltaik und Biodiversitätskonzept für das „Haus der Stadtnatur“

Parallel zur baulichen Sanierung plant die SNB eine ökologische Weiterentwicklung der Immobilie. Kurzfristig sind eine Dachbegrünung sowie Photovoltaik- und thermische Photovoltaikanlagen vorgesehen. Im Innenhof entsteht ein begrünter Aufenthaltsbereich. Aufgrund einer vorhandenen Tiefgarage ist eine vollständige Entsiegelung derzeit nicht möglich. Stattdessen sind Hochbeete mit heimischen Wildpflanzen geplant.

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Auch Fassadenbegrünungen inklusive Nistmöglichkeiten sowie Maßnahmen gegen Vogelschlag sind vorgesehen. Die Nutzung von Regenwasser und eine Wallbox für E-Autos gehören ebenfalls zum Konzept. Der Innenhof soll während der Öffnungszeiten zugänglich sein. Damit will die Stiftung zeigen, dass Naturschutz auch in einem dicht bebauten Quartier nahe dem Hauptbahnhof umgesetzt werden kann.

Finanzierung und Trägerschaft: SIWA-Mittel sichern das „Haus der Stadtnatur“ in Berlin-Mitte

Finanziert wird das Projekt aus Eigenmitteln der Stiftung sowie aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA). Laut Haushaltsplan sind sieben Millionen Euro aus dem SIWA für das „Haus der Stadtnatur“ vorgesehen. Weitere Mittel sind für Planungs- und Erwerbsnebenkosten eingestellt.

Die Stiftung Naturschutz Berlin wurde 1981 gegründet und ist zentraler Akteur in der Umwelt- und Naturbildung. Sie organisiert unter anderem das Freiwillige Ökologische Jahr, betreibt die Naturschutzakademie und koordiniert Programme wie „Nemo – Naturerleben mobil“. Mit dem „Haus der Stadtnatur“ erhält sie erstmals einen eigenen, zentralen Standort. Das ehemalige Botschaftsgebäude soll damit zu einem dauerhaften Ort für Umweltbildung, Engagement und fachlichen Austausch werden und zugleich ein Beispiel dafür liefern, wie Bestandsbauten nachhaltig weiterentwickelt werden können.

Quellen: rbb24, Abgeordnetenhaus Berlin, Berliner Morgenpost, tip Berlin

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2 Kommentare

  1. Löwe 15. Februar 2026 at 10:27 - Reply

    Leider erklärt der Artikel nicht warum die Botschaft dort ausgezogen ist, das Gebäude mit der markanten Fassade wurde erst 2024 fertig gestellt https://www.gmp.de/de/projekte/10758/indonesische-botschaft

    • Löwe 15. Februar 2026 at 10:31 - Reply

      .. oder der Bilduntertitel „Das „Haus der Stadtnatur“ entsteht im ehemaligen Botschaftsgebäude Indonesiens, hat mich irritiert.

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