In Lohbrügge-Nord entsteht derzeit ein Pilotprojekt, mit dem die SAGA Unternehmensgruppe neue Wege im kostensensitiven Wohnungsbau erprobt. Das sogenannte Effizienzhaus soll zeigen, wie sich Baukosten senken lassen, ohne Wohnqualität zu verlieren. Bei einem Baustellenrundgang gaben Politik und SAGA Einblicke in den aktuellen Stand.
© Visualisierung Titelbild: kbnk Architekten
In Lohbrügge-Nord testet die SAGA Unternehmensgruppe ein neues Baukonzept, das Kosten im Neubau spürbar reduzieren soll. Das Effizienzhaus gehört zu einem weiterentwickelten Systembaukasten, der bereits Systemhäuser, Modulbauten und Typenhäuser umfasst. Das neue Modell richtet sich an das preisgedämpfte freifinanzierte Segment und wird erstmals am Standort Max-Eichholz-Ring und Binnenfeldredder realisiert.
Bei einem Baustellenrundgang informierten Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein, SAGA-Vorstand Snezana Michaelis und Bergedorfs Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann über das Vorhaben. Sie betonten, dass das Projekt konkrete Erkenntnisse darüber liefern soll, an welchen Stellen beim Wohnungsneubau sinnvoll gespart werden kann.
Kompakte Bauweise, vereinfachte Fassadenstrukturen: 133 Wohnungen auf fünf Baufeldern in Lohbrügge-Nord
Das Gesamtprojekt entsteht im Rahmen einer Nachverdichtung innerhalb einer bestehenden Siedlung. Auf fünf Baufeldern entstehen 133 Wohnungen, davon 107 öffentlich gefördert und 26 preisgedämpft. Diese 26 Einheiten werden im Effizienzhaus auf einem eigenen Baufeld untergebracht. Der Entwurf stammt aus einem Wettbewerb, aus dem das Büro knbk-Architekten gemeinsam mit B&O als Generalunternehmer hervorging. Die Herstellungskosten liegen bei rund 3.600 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.
Senatorin Pein erklärte bei dem Rundgang, dass die kompakte Bauweise, vereinfachte Fassadenstrukturen sowie der Verzicht auf Keller und Tiefgarage wesentliche Beiträge zur Kostensenkung leisten würden. Zusätzlich sorgten eine festgelegte Kostenobergrenze und eine enge Zusammenarbeit zwischen Planung und Ausführung für wirtschaftliche Stabilität. Die Miete der freifinanzierten Wohnungen liege bei 12,50 Euro je Quadratmeter.
Hamburg-Standard: Nachverdichtung als Chance für Bergedorf
SAGA-Vorstand Michaelis hob hervor, dass der Pilot belege, dass die Herstellungskosten rund 1.000 Euro je Quadratmeter unter dem Hamburger Median liegen könnten. Das Projekt greife zentrale Ansätze auf, die inzwischen auch im Hamburg-Standard verankert seien.
Bezirksamtsleiterin Schmidt-Hoffmann betonte, dass die Kombination aus Förderung, preisgedämpften Mieten und innovativer Bauweise ein wichtiges Signal für den Stadtteil setze.
Quartiersentwicklung mit Fokus auf Effizienz: Geplante Fertigstellung bis 2028
Die Flächen wurden bereits im Workshopverfahren „Mehr Wohnen. Und Mehr“ 2022 als geeignet für eine Weiterentwicklung identifiziert. Vorgesehen ist ein Mix aus drei- und viergeschossigen Gebäuden sowie die Aufwertung der Außenanlagen. Alle Gebäude entsprechen dem Effizienzhaus-Standard 55 und werden an die Fernwärme angeschlossen.
36 der Wohnungen entstehen barrierefrei. Ergänzend entstehen 35 Tiefgaragen- und 276 Fahrradstellplätze. Die Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen, Baubeginn war im Juni 2025. Die Miete der geförderten Wohnungen liegt bei 7,25 Euro je Quadratmeter.
Quellen: SAGA Unternehmensgruppe
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