Frankfurt am Main hat mit dem „Eden Tower“ ein Wohnhochhaus mit einer vertikalen Begrünung erhalten, die sich über 98 Meter an der Fassade erstreckt. Diese Begrünungsmethode ist deutschlandweit bislang einzigartig.
in der rechten Bildhälfte sieht man das Wohnhochhaus Eden Tower umgeben von Baukränen und weiteren Hochhäusern.

Der „Eden Tower“ liegt im Europaviertel in unmittelbarer Nähe zum Einkaufszentrum „Skyline Plaza“ und weiteren Hochhausprojekten wie dem „Grand Tower“. / © Foto: Entwicklungsstadt

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Mit dem „Eden Tower“ ist im Frankfurter Europaviertel ein Wohnhochhaus entstanden, das sich durch eine in Deutschland bislang einzigartige Fassadenbegrünung auszeichnet. Rund 200.000 immergrüne Pflanzen wachsen an zehn vertikal verlaufenden Strängen entlang der 98 Meter hohen Fassade.

Der Entwurf stammt von den Architekturbüros Jahn (Chicago) und Magnus Kaminiarz & Cie Architektur (Frankfurt am Main) und ging aus einem Realisierungswettbewerb der Stadt Frankfurt im Jahr 2016 hervor. Ziel war es, neue gestalterische Impulse für die wachsende Frankfurter Hochhauslandschaft zu setzen. Die Stadt stellte in Aussicht, je Geschoss 50 Quadratmeter zusätzliche Bruttogrundfläche zuzulassen, sofern mindestens 20 Prozent der Fassade begrünt werden.

Effiziente Fassadenbegrünung: Vertikale Pflanzen mit integrierter Technik und smartem Management

Die Begrünung erfolgt nicht über klassische Pflanzkübel oder Bäume, sondern durch ein speziell entwickeltes vertikales System. Die Pflanzen wurzeln in schmalen Taschen, die mit Mineralwolle gefüllt sind. Die notwendige Be- und Entwässerung sowie die elektronische Steuerung verlaufen innerhalb der Wandkonstruktion.

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Ein externer Dienstleister überwacht das System digital, sodass Wartungsarbeiten ohne Zutritt zu den Wohnungen möglich sind. Das System ist so konzipiert, dass es den Pflegeaufwand minimiert, Wohnfläche spart und gleichzeitig das Mikroklima rund um das Gebäude verbessert.

Frankfurt: Lineare Begrünung als gestalterisches und funktionales Element im städtischen Hochhausbau

Die durchgehende Begrünung der 98 Meter hohen Fassade macht den „Eden Tower“ zu einem besonderen Beispiel für vertikale Vegetation im städtischen Wohnhochhausbau. Im Unterschied zu Projekten wie dem „Bosco Verticale“ in Mailand oder dem „Kö-Bogen II“ in Düsseldorf setzt das Frankfurter Hochhaus auf eine lineare, zurückhaltende Fassadengestaltung.

Architekt Steven Cook vom Büro Jahn betonte in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Flächeneffizienz des gewählten Konzepts. Die Pflanzen dienen nicht nur als gestalterisches Element, sondern auch als Sichtschutz zwischen den Balkonen.

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„Eden Tower“ am Güterplatz: Vom Industrieareal zum Wohnhochhaus

Der „Eden Tower“ steht am Güterplatz auf einem Areal, das früher durch die Robert Bosch GmbH industriell genutzt wurde. Nach mehreren Planänderungen verkaufte das Unternehmen das Grundstück im Jahr 2015. Am 29. Mai 2018 erfolgte der Spatenstich für das Projekt „Eden Tower“. Ursprünglich war eine Gebäudehöhe von etwa 90 Metern geplant, die später auf 98 Meter erhöht wurde.

Nach mehreren Verzögerungen bei der behördlichen Freigabe übergab der belgische Investor Immobel im Juni 2023 schließlich die ersten Wohnungsschlüssel an die Eigentümerinnen und Eigentümer.

263 Eigentumswohnungen verteilt auf 27 Geschosse im „Eden Tower“ Frankfurt

Das Wohnhochhaus umfasst 27 oberirdische Geschosse mit rund 19.700 Quadratmetern Bruttogrundfläche. Insgesamt entstanden 263 Eigentumswohnungen mit Wohnflächen zwischen 50 und über 200 Quadratmetern. Ergänzt wird das Angebot durch drei Penthouses im oberen Bereich.

Zur Ausstattung gehören ein Concierge-Service, ein Fitnessbereich und eine Tiefgarage mit rund 420 Stellplätzen. Teile der Stellplätze stehen auch Anwohnerinnen und Anwohnern umliegender Gebäude zur Verfügung.

„Eden Tower“ im Europaviertel: Hochpreisiges Wohnen ohne geförderten Wohnraum

Die Eigentumswohnungen im „Eden Tower“ wurden laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung zu Preisen von bis zu 15.000 Euro pro Quadratmeter angeboten. Sozial geförderter Wohnraum ist im Projekt nicht enthalten, da der zugrunde liegende Bebauungsplan aus einer Zeit stammt, in der eine verbindliche Förderquote noch nicht vorgeschrieben war. Heute gilt in Frankfurt eine Vorgabe von 30 Prozent gefördertem Wohnraum bei Neubauten.

Der „Eden Tower“ liegt in unmittelbarer Nähe zum Einkaufszentrum „Skyline Plaza“ und weiteren Hochhausprojekten wie dem „Grand Tower“. Die Umgebung ist Teil des Europaviertels, das als eines der größten städtebaulichen Entwicklungsgebiete Frankfurts gilt.

Vertikale Begrünung am Fuße des Gebäudes.

Die vertikale Begrünung dient nicht nur als gestalterisches Element, sondern auch als Sichtschutz zwischen den Balkonen. / © Foto: Entwicklungsstadt

Nahaufnahme der vertikalen Begrünung.

Die Pflanzen wurzeln in schmalen Taschen, die mit Mineralwolle gefüllt sind. Die notwendige Be- und Entwässerung sowie die elektronische Steuerung verlaufen innerhalb der Wandkonstruktion. / © Foto: Entwicklungsstadt

Eingang des "Eden Towers" mit vertikaler Begrünung

Zur Ausstattung des Wohnhochhauses gehören ein Concierge-Service, ein Fitnessbereich und eine Tiefgarage. / © Foto: Entwicklungsstadt

Eden Tower

Quellen: Bau Netz, Wikipedia, FAZ

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