Der Tod von Frank Gehry lenkt den Blick auf die Spuren, die der einflussreiche Architekt in Berlin hinterlassen hat. Mit dem Gebäude der DZ Bank am Pariser Platz und dem Pierre Boulez Saal schuf er zwei bedeutende Werke, die bis heute das Verständnis von Raum, Material und städtischem Kontext prägen.

Frank Gehry ist am 5. Dezember 2025 im Alter von 96 Jahren verstorben. In Berlin hinterlässt der weltbekannte Architekt mit seinen Projekten Spuren, die seine innovative Formensprache im städtischen Kontext sichtbar machen. / © Foto: Wikimedia Commons, Jroepstorff, CC BY-SA 4.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, GillyBerlin, CC BY 2.0
Frank Owen Gehry, 1929 im kanadischen Toronto geboren und am 5. Dezember 2025 in Santa Monica verstorben, gehörte zu den bekanntesten Architekten der Gegenwart. Seine Entwürfe prägten Städte und standen exemplarisch für eine expressive Formensprache, die oft als dekonstruktivistisch beschrieben wurde. Weltweit bekannt wurde er durch das Guggenheim Museum in Bilbao, das den sogenannten Bilbao-Effekt auslöste. Auch zahlreiche weitere markante Bauten in Nordamerika und Europa prägten sein internationales Renommee.
Seine Auffassung der Architektur führte ihn schließlich zu einer Vielzahl internationaler Projekte, die oft als radikal interpretiert wurden und dennoch präzise konstruiert waren. Gleichzeitig erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Pritzker-Preis. In Deutschland realisierte er mehrere Gebäude, darunter das Museum Marta in Herford und der Neue Zollhof in Düsseldorf. Auch in Berlin hinterließ er wichtige architektonische Spuren, die seine Arbeitsweise in unterschiedlichen Maßstäben zeigen.
Architektur am Pariser Platz: Einbindung und räumliche Setzung des Neubaus für die DZ Bank

Die Fassade der DZ Bank am Pariser Platz zeigt Gehrys präzise Anpassung an das Umfeld. Hinter der klar strukturierten Fassade öffnet sich ein dynamisches Atrium, das seine charakteristische Architektur deutlich sichtbar macht. / © Foto: Wikimedia Commons, Raimond Spekking
Ein zentrales Berliner Werk Gehrys ist die DZ Bank am Pariser Platz, die 2001 fertiggestellt wurde. Die äußere Fassade orientiert sich an der strengen architektonischen Linie des Platzes, doch im Inneren öffnet sich ein dynamischer Raum mit einem markanten gläsernen Atrium und einem skulpturalen Saalbau, der oft als „implodierter Gehry“ beschrieben wird. Das Projekt zeigte, wie sich ein internationaler Architekt in ein sensibles historisches Umfeld einfügen konnte, ohne die formale Identität seiner Arbeit aufzugeben.
Das Gebäude kombiniert Büronutzung und Veranstaltungsräume und zählt bis heute zu den wichtigsten zeitgenössischen Bauten am Brandenburger Tor. Das Projekt steht Beispielhaft dafür, wie Gehry mit Materialien und Geometrien experimentierte, ohne den urbanen Kontext aus dem Blick zu verlieren.
Pierre Boulez Saal in der Barenboim-Said Akademie: Klang und Raumgestaltung eines Konzertsaals

Der elliptische Konzertsaal der Barenboim-Said Akademie verbindet Holzflächen mit einer flexiblen Sitzordnung. Gehry entwickelte den Raum gemeinsam mit einem Akustiker, um eine besonders klare und vielschichtige Klangqualität zu erreichen. / © Foto: Wikimedia Commons, Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0
Mit dem Pierre Boulez Saal schuf Gehry 2017 einen der akustisch anspruchsvollsten Kammermusiksäle Europas. Der elliptische Innenraum mit Holzverkleidung ermöglicht flexible Bühnen- und Sitzanordnungen, sodass Konzerte in unterschiedlichen Formaten stattfinden können. Gemeinsam mit dem Akustiker Yasuhisa Toyota entwickelte er einen Saal mit außergewöhnlichen klanglichen Qualitäten.
Der Saal befindet sich im historischen Magazingebäude der Staatsoper in der Französischen Straße und gilt als Beispiel dafür, wie Gehry auf kleineren Maßstabsebene präzise räumliche Lösungen entwickelte. Damit setzte er in Berlin neben seinem großformatigen Bau am Pariser Platz einen zweiten Akzent, der sein Werk dauerhaft in der Stadt verankert.
DZ Bank am Pariser Platz
Pierre-Boulez-Saal, Barenboim-Said-Akademie
Quellen: ARD-aktuell / tagesschau.de, rbb|24, DBZ Bauverlag, Barenboim-Said Akademie
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Unreflektierter großer Respekt vor einem großen Namen.. rechtfertigende Substanz: Fehlanzeige!
Wenn man sich Gehrys Hinterlassenschaft in Berlin mal konkret anschaut, so fällt das Ergebnis meiner Ansicht nach nicht mal durchwachsen aus:
1. Kammermusiksaal: gelungen.
2. DZ Bank – Atrium: viel Aufwand für überflüssigen innenarchitektonischen Wulst.
Von Schönheit würde ich da nicht sprechen.
– Fassaden: zum Pariser Platz: akzeptabel;
zur Behrenstrasse: viel Aufwand für ein Maximum an Hässlichkeit und Unruhe.
3. geplanter GehryBau am Alexanderplatz (Hochhaus) : verkopfter Blödsinn; ebenfalls viel Aufwand für ein Maximum an Hässlichkeit; keine Spur von souveräner Ruhe und Eleganz; bleibt Berlin hoffentlich erspart.