Im Treptow-Köpenicker Dreieck Späthsfelde wird die Planung für ein neues Stadtquartier konkreter. Der Senat hat nun ein Struktur- und Nutzungskonzept beschlossen, das rund 2.500 Wohnungen, Gewerbeflächen, einen Schulstandort und große Grünräume vorsieht.

Mit dem Bauvorhaben „Dreieck Späthsfelde“ nimmt der Berliner Senat eines der größten Stadtentwicklungsprojekte im Berliner Südosten in Angriff. / © Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
© Titelbild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Im Südosten Berlins soll langfristig ein neues Stadtquartier mit rund 2.500 Wohnungen entstehen. Der Berliner Senat hat am Dienstag das Struktur- und Nutzungskonzept für das rund 100 Hektar große „Dreieck Späthsfelde“ in Treptow-Köpenick beschlossen. Vorgesehen sind neben Wohnraum auch Gewerbeflächen, soziale und kulturelle Einrichtungen sowie ein neuer Schulstandort.
Unter dem Leitbild „kompakter Kiez im Grünen“ soll das bisher heterogen genutzte Areal neu geordnet werden. Rund zwölf Hektar sind für Gewerbe vorgesehen. Hinzu kommt ein großzügiges Grün- und Freiraumband, das bestehende Grünflächen und Gewässer miteinander verbinden soll. Insgesamt sollen etwa 50 Prozent des Untersuchungsgebiets als Grün- und Freiflächen berücksichtigt werden.
Späth’sche Baumschulen und Kleingärten bleiben Teil der Planung
Eine zentrale Rolle spielt dabei der besondere Charakter des Gebiets. Die Späth’schen Baumschulen und das Arboretum der Humboldt-Universität sollen erhalten und in die Quartiersentwicklung integriert werden. Auch bestehende Kleingartenflächen sollen Bestandteil des künftigen Stadtquartiers bleiben.

Der Hofladen der Späth’schen Baumschulen ist Teil des traditionsreichen Areals, das auch bei der geplanten Entwicklung des Dreiecks Späthsfelde erhalten und gestärkt werden soll. / © Foto: Wikimedia Commons, Neuköllner, CC BY 4.0
Das Areal liegt zwischen dem inneren Stadtrand und dem stärker landschaftlich geprägten Berliner Südosten. Große brachliegende und untergenutzte Flächen, die Nähe zur Innenstadt sowie die Anbindung an die A 113 machen das Gebiet aus Sicht des Senats zu einem wichtigen Entwicklungspotenzial. Gleichzeitig ist die Ausgangslage komplex: Die Grundstücke befinden sich in unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen, rund 20 Hektar gehören dem Land Berlin.
Bereits seit 2023 laufen vorbereitende Untersuchungen nach dem Baugesetzbuch. Sie sollen klären, ob und unter welchen Bedingungen das neue Stadtquartier langfristig realisiert werden kann. Das nun beschlossene Konzept legt dafür unter anderem die geplante Nutzungsverteilung und die übergeordnete Verkehrserschließung fest.
Verkehr und Wasser bleiben entscheidende Fragen
Besonders wichtig ist die Frage, wie das Gebiet künftig erschlossen werden kann. Neben dem Straßennetz soll deshalb auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr untersucht werden. Eine funktionierende Gebietserschließung gilt als wesentliche Voraussetzung für die weitere Entwicklung.
Hinzu kommen wasserwirtschaftliche Rahmenbedingungen. Das Untersuchungsgebiet liegt im Wasserschutzgebiet Johannisthal. Parallel planen die Berliner Wasserbetriebe die Reaktivierung des ehemaligen Wasserwerks Johannisthal. Nach aktuellem Stand könnte die Trinkwassergewinnung dort ab 2036 wieder aufgenommen werden. Wie sich künftige Förderbrunnen und Schutzgebiete auf die Quartiersplanung auswirken, ist noch nicht abschließend geklärt.

Das historische Wasserwerk Johannisthal soll nach den aktuellen Planungen der Berliner Wasserbetriebe ab 2036 reaktiviert werden. Die denkmalgeschützten Gebäude gehören zu den zentralen Standorten im Umfeld des geplanten „Stadtquartier Späthsfelde“. / © Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0
Dreieck Späthsfelde: Planung bis 2027, Baustart frühestens 2035
Auch deshalb ist das aktuelle Konzept noch kein konkreter Bebauungsplan. Es bildet vielmehr die Grundlage für die nächsten Planungsschritte. Die vorbereitenden Untersuchungen sollen nach Angaben des Senats bis Ende 2027 abgeschlossen werden. Die Realisierung eines ersten Teilbereichs ist derzeit ab 2035 vorgesehen.
Mit dem Beschluss ist damit ein weiterer Planungsschritt für eines der 24 Neuen Stadtquartiere Berlins erfolgt. Bis tatsächlich gebaut werden kann, müssen jedoch noch zahlreiche Fragen zur Erschließung, zum Wasserhaushalt, zu den Freiräumen und zur konkreten Bebauung geklärt werden.
Quellen: Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Treptow-Köpenick, Wikipedia, Baumschule Späth
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