Das „House of One“ am Petriplatz in Berlin-Mitte soll Synagoge, Kirche und Moschee unter einem Dach vereinen. Vor Ort informiert das Projekt über Geschichte, Baufortschritt und Möglichkeiten zur Unterstützung. Das ambitionierte Vorhaben braucht vor allem finanzielle Mittel, um das Projekt realisieren zu können.

Fahnen und Informationstafeln weisen am Petriplatz in Mitte auf das House of One hin. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Am Petriplatz in Mitte soll mit dem „House of One“ ein interreligiöses Bet- und Lehrhaus entstehen. Das Projekt bringt jüdische, christliche und muslimische Initiativen zusammen. Am gestrigen Dienstag informierte die Initiatoren auf der Baustelle über die Geschichte des Ortes, den Baufortschritt und Möglichkeiten zur Unterstützung.
- Bezirk: Mitte
- Adresse: Petriplatz
- Nutzung: Synagoge, Kirche, Moschee und zentraler Begegnungsraum
- Grundsteinlegung: 27. Mai 2021
- Geplante Fertigstellung: 2028
Das „House of One“ am Petriplatz in Mitte zählt zu den ungewöhnlichsten Bauprojekten Berlins. Auf dem historischen Areal der früheren Petrikirche entsteht ein Haus, das drei Religionen unter einem Dach zusammenführt. Geplant sind eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee. Ein zentraler Raum soll Begegnung, Austausch und Bildung ermöglichen.
Der Ort besitzt eine lange Stadtgeschichte. Der Petriplatz gehört zu den frühen Siedlungskernen Berlins. Archäologische Untersuchungen brachten Spuren früherer Bebauung ans Licht. Diese historische Ebene prägt das Projekt. Die Initiatoren wollen den Ort nicht nur neu bebauen, sondern auch seine Geschichte sichtbar machen.

Besucherinnen und Besucher informieren sich auf der Baustelle des House of One am Petriplatz in Mitte über das interreligiöse Bauprojekt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Unter einem weißen Zelt kamen Ende Mai 2026 Besucherinnen und Besucher auf der House of One-Baustelle in Berlin-Mitte zusammen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
„House of One“ in Mitte: Geschichte, Baustelle und Begegnung
Die Idee für das „House of One“ reicht bereits bis 2011 zurück. Es folgten ein Architekturwettbewerb, Spendenkampagnen, die Gründung einer Stiftung und die Grundsteinlegung. Die Fertigstellung ist nach aktuellem Stand für 2028 vorgesehen, doch auf der Baustelle sind keine Bautätigkeiten zu sehen.
Verzögerungen entstanden unter anderem durch archäologische Funde, neue Anforderungen an den Bau und gestiegene Kosten. Das Vorhaben hängt, ähnlich wie beim letztlich gescheiterten Neubau des Exilmuseums am Askanischen Platz in Kreuzberg, stark von finanziellen Zuwendungen durch Spenderinnen und Spender ab.
Das Projekt am Petriplatz sucht händeringend finanzielle Unterstützung
Wann der Bau überhaupt starten soll, ist bislang nicht absehbar. Wirklich belastbar ist der aktuelle Zeitplan demnach sicherlich nicht. Die Veranstaltung am Dienstag, die vom Mittag bis in die frühen Abendstunden ging, sollte Unterstützer für das Projekt akquirieren, das seit mehreren Jahren (zumindest baulich) stagniert, parallel aber wichtige interkulturelle Arbeit leistet.
Das Gebäude soll mehr sein als ein Sakralbau. Die Stiftung organisiert bereits heute Bildungsangebote, Gespräche und Veranstaltungen zu Religion, Gesellschaft und Zusammenleben. Die „House of One“-Box auf der Baustelle dient als Anlaufstelle für Besucherinnen und Besucher. Dort informieren Ehrenamtliche über Architektur, Finanzierung, Geschichte und Ziele des Projekts.

Der Grundstein des House of One erinnert an die Grundsteinlegung am 27. Mai 2021. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Informationstafeln erklären am Petriplatz die Idee „Drei Religionen – ein Haus“. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Unterstützung für das „House of One“ am Petriplatz
Die Unterstützung für das Projekt kann auf vielfältige Weise geleistet werden. Interessierte können symbolische Steine spenden, eigene Spendenaktionen starten oder das Projekt weiter bekannt machen. Auch kreative Beteiligung gehört dazu: Besucherinnen und Besucher konnten sich am Dienstag vor Ort informieren, ins Gespräch kommen und Formate wie Mal- oder Mitmachaktionen nutzen.
Damit richtet sich das Vorhaben nicht nur an religiöse Gemeinden. Es spricht auch die Stadtgesellschaft an. Das „House of One“ will zeigen, wie jüdische, christliche und muslimische Partner gemeinsam planen, bauen und Bildungsarbeit leisten. In Mitte soll damit ein Projekt entstehen, das Architektur, Stadtgeschichte und Dialog an einem zentralen Berliner Ort verbindet. Ob es jemals gebaut wird, steht jedoch in den Sternen.

Visualisierung: So soll das House of One in Berlin künftig aussehen. / © Visualisierung: Kuehn Malvezzi

Die Baugrube am Petriplatz zeigt den aktuellen Stand des House of One in Mitte. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
House of One
Quellen: House of One, Berlin.de
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2 Kommentare
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Verstehe nicht die Überschrift wenn es dann am Ende heißt, dass es eventuell gar nicht gebaut wird. Der Senat hat ja schon gesagt dass das Projekt abgeändert wird (Beton statt Ziegel, weniger räume), um mal wieder zu sparen. Es ist echt schade was die Stadt aus sich macht: nichts aufgrund neoliberaler märchen vom sparen und kürzen, als wären das echte Reformen. Dem Molkenmarkt wird es sicher auch so ergehen.
Zum Zeitpunkt des Gründungsgedankens hieß es, dass Spenden aus aller Welt bereits geflossen seien! Wo sind sie geblieben?