Mit dem „House of One“ entsteht in Berlin ein weltweit einzigartiges Bauprojekt. Drei Religionen planen hier gemeinsam ein Haus des Gebets und der Begegnung. Schon vor der Fertigstellung öffnet die Baustelle regelmäßig für Besucher.

„House of One“ am Petriplatz in Berlin: Die Grundsteinlegung erfolgte bereits am 27. Mai 2021 mit Pfarrer Gregor Hohberg, Rabbiner Andreas Nachama und Imam Kadir Sanci (v. l.). Bis 2028 soll das Projekt fertig werden. / © Foto: House of One / René Arnold
© Titelbild: Kuehn Malvezzi
Mitten in Berlin entsteht ein Bauprojekt, das in dieser Form weltweit einmalig ist. Auf dem Petriplatz planen jüdische, christliche und muslimische Initiativen gemeinsam ein Gebäude, das Synagoge, Kirche und Moschee unter einem Dach vereint. Das „House of One“ versteht sich dabei nicht nur als Sakralbau, sondern als Ort des Austauschs, der Bildung und der Begegnung.
Neu ist die Idee jedoch nicht: die Planungen gehen bereits auf das Jahr 2011 zurück. Seitdem hat sich das Projekt Schritt für Schritt entwickelt. Ein internationaler Architekturwettbewerb legte früh die gestalterische Grundlage, später folgten Spendenkampagnen, die Gründung einer Stiftung und schließlich die Grundsteinlegung im Jahr 2021.
„House of One“: Architektur als gemeinsamer Prozess zwischen Religionen
Im Zentrum des Projekts steht nicht nur das fertige Gebäude, sondern vor allem der Weg dorthin. Die Initiatoren verstehen das gemeinsame Planen und Bauen als Teil eines Dialogs zwischen den Religionen. Ziel ist es, Räume für Gebet zu schaffen und zugleich einen Ort zu entwickeln, an dem Verständigung praktisch gelebt wird.
Vertreter der drei Religionen sind gleichberechtigt beteiligt und bringen ihre Perspektiven ein. Der Bau wird so zu einem Prozess, in dem unterschiedliche Traditionen aufeinandertreffen und gemeinsam etwas Neues entsteht. Die Initiatoren knüpfen damit an die Idee an, dass gemeinsame Räume helfen können, gesellschaftliche Gräben zu überwinden.
Offene Baustelle am Petriplatz lädt zum Besuch Ende Mai ein
Obwohl das Gebäude noch nicht fertiggestellt ist, wird der Ort bereits genutzt. Auf dem Bauplatz informiert eine temporäre Ausstellung über das Projekt und seine Hintergründe. Die sogenannte House of One-Box dient als Anlaufstelle für Besucher, die sich über Architektur, Idee und Fortschritt informieren möchten.
Regelmäßig öffnet das Projekt seine Baustelle für die Öffentlichkeit. Die House of One-Box ist an den Wochenenden zugänglich und wird von Ehrenamtlichen betreut. Zudem lädt das Projekt am 26. Mai von 12 bis 16 Uhr zu einem offenen Baustellentag ein. Besucher können an diesem Tag Einblicke in den aktuellen Stand erhalten, mehr über das Vorhaben erfahren und mit den Beteiligten ins Gespräch kommen. Auch darüber hinaus finden immer wieder Veranstaltungen, Workshops und Bildungsangebote statt.
Bauprojekt am Petriplatz mit kulturellem und gesellschaftlichem Anspruch
Das „House of One“ versteht sich als mehr als ein architektonisches Vorhaben. Es ist zugleich ein kulturelles Projekt, das den Dialog zwischen Religionen fördern will. Veranstaltungen, Bildungsprogramme und interreligiöse Formate finden bereits statt, obwohl das Gebäude noch im Entstehen ist.
Damit wird deutlich, dass der Anspruch über die bauliche Umsetzung hinausgeht. Das gemeinsame Bauen wird selbst Teil der Idee. In einer Zeit, in der religiöse Konflikte weltweit sichtbar sind, setzt das Projekt auf Zusammenarbeit und Austausch. Die Initiatoren weisen zugleich darauf hin, dass die Umsetzung weiterhin auf Spenden angewiesen ist.
Weitere Informationen sowie Möglichkeiten zur Unterstützung stellt die Stiftung hier bereit.
House of One
Quellen: House of One
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