Der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz steht offenbar vor einer mehrjährigen Schließung. Umfangreiche Schäden und neue Anforderungen machen eine grundlegende Sanierung notwendig. Gleichzeitig könnte mit einer neuen Besucherplattform eine zusätzliche Attraktion entstehen.

Historisches Wahrzeichen mit Sanierungsbedarf: Der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz muss ab November 2026 für drei Jahre schließen, um runderneuert zu werden. / © Foto: depositphotos.com / stockarch
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Der Berliner Fernsehturm soll nach Informationen von ENTWICKLUNGSSTADT vor einem der größten Einschnitte seiner jüngeren Geschichte stehen. Demnach soll das Wahrzeichen der Hauptstadt ab November 2026 für einen Zeitraum von rund drei Jahren vollständig geschlossen werden.
Grund dafür sind umfassende Sanierungsmaßnahmen, die zahlreiche Bereiche des Gebäudes betreffen sollen. Der Berliner Senat bereitet die notwendige Sanierung derzeit vor, nach internen Einschätzungen geht man von einer Umbauphase von mindestens drei Jahren aus, möglicherweise kann die komplexe Sanierung auch länger dauern.
Sanierungsbedarf für den Fernsehturm nach Jahrzehnten intensiver Nutzung
Der zwischen 1965 und 1969 errichtete Berliner Fernsehturm zählt zu den bekanntesten Bauwerken Deutschlands. Nach mehr als fünf Jahrzehnten Dauerbetrieb zeigen sich jedoch zunehmend altersbedingte Verschleißerscheinungen.
Nach internen Einschätzungen betrifft dies insbesondere die Gebäudetechnik, die Aufzugsanlagen sowie Teile der Tragstruktur im Turmschaft. Auch Korrosionsschäden an Stahlbauteilen, Materialermüdung durch permanente Windlasten in großer Höhe sowie Defizite bei der energetischen Gebäudehülle machen demnach eine grundlegende Modernisierung erforderlich.
Hinzu kommen neue Anforderungen an Brandschutz, Fluchtwege und Besucherführung, die nicht mehr den heutigen Standards entsprechen sollen.
Fernsehturm schließt: Überraschung auch für Gastronom Tim Raue
Von der möglichen Schließung überrascht zeigt sich offenbar auch Tim Raue, der in der ikonischen Kuppel des Fernsehturms erst kürzlich sein Restaurant „Sphere“ eröffnet hatte.
Aus seinem Umfeld heißt es, dass die Pläne bislang nicht kommuniziert worden seien. Eine mehrjährige Schließung hätte demnach auch wirtschaftliche Auswirkungen auf bestehende Nutzungen im Turm.
Neue Attraktion geplant: Vom Notfallbalkon zur Besucherplattform
Im Zuge der Sanierung soll offenbar auch das Besuchererlebnis neu gedacht werden. Diskutiert wird unter anderem die Umgestaltung eines bislang rein funktionalen Notfallbereichs.
Aus einem sogenannten Notfallbalkon könnte künftig eine öffentlich zugängliche Plattform entstehen, die neue Perspektiven auf die Stadt eröffnet. Die Idee war bereits in politischen Debatten aufgegriffen worden und könnte nun erstmals konkret umgesetzt werden, zuletzt hatte sich Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey dafür stark gemacht.
Skyline am Alexanderplatz: Symbolbauwerk vor umfassender Transformation
Der Fernsehturm ist nicht nur technisches Bauwerk, sondern auch touristischer Anziehungspunkt und identitätsstiftendes Symbol der Stadt. Eine mehrjährige Schließung wird ein spürbarer Einschnitt für den leicht kriselnden Tourismus-Standort Berlin werden.
Wann genau und in welchem Umfang die Maßnahmen schließlich umgesetzt werden, hängt nach aktuellem Stand von weiteren Abstimmungen zwischen Betreiber, Politik und beteiligten Institutionen ab, auch das Berliner Landesdenkmalamt ist in die Planungen bereits involviert worden. Klar ist jedoch: Zweifelsohne steht dem Fernsehturm, einem der ikonischsten Gebäude Berlins, damit eine der tiefgreifendsten Modernisierungen seit seiner Errichtung bevor.
Anmerkung der Redaktion: Aufmerksame Leserinnen und Leser haben es sicherlich gemerkt – bei diesem Artikel handelt es sich um den traditionellen Aprilscherz des ENTWICKLUNGSSTADT-Teams. Der Fernsehturm ist intakt und soll nicht geschlossen werden, auch das Restaurant „Sphere“ kann ungestört weiter betrieben werden.
Quellen: Franziska Giffey (SPD), Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe auf Facebook, Berliner Fernsehturm
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12 Kommentare
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April, April!
Der Scherz ist wirklich unfassend gelungen.
Sanierungsbedarf besteht auf jeden Fall im Sockelbereich des Turms, sowie auf den umliegenden Flächen. Die ganze Ecke ist verschmutzt und verwittert und bedarf einer umfassenden Reinigung und Sanierung.
Ein wirklich unschöner Anblick und peinlich, weil gerade Bezirk Mitte und eben auch dieser Bereich von vielen, internationalen Besuchern frequentiert wird.
Ja, da stimme ich vollkommen zu.
Kein Aprilscherz ist leider die Planung von Senat und Bezirk, das Berliner Wahrzeichen FERNSEHTURM nach Osten hin mit hässlichen Bürohochhäusern zuzubauen.
Hätte man so etwas in Paris mit dem Eifelturm vor, gäbe es die 2.FRANZÖSISCHE REVOLUTION.
Schade, kein Aprilscherz. Sanierung: etliche Mängel im Turm, die einem als Gast schon auffallen. Raue: Nein Danke. Meine Oma konnte kochen; und preiswert!!!
Tim Raue erst in den Turm locken und ihn dann mit der Schließung zu verarschen ist unverantwortlich, asozial
und der Grund für Berlins Abstieg.
Wer wusste was – realistische Einordnung:
Hohe Wahrscheinlichkeit:
Fachabteilungen im Bau-/Denkmalschutz kannten den Zustand grundsätzlich
Mittlere Wahrscheinlichkeit:
Senatoren kannten:
generellen Sanierungsbedarf
aber nicht zwingend Zeitplan/Schließungsdauer
Den Fernsehturm 3 Jahre schließen? Ich werde eine Wiedereröffnung nicht mehr erleben, schätze eher auf 10 Jahre und 20 Milliarden Baukosten – danach Abriss , wegen Baupfusch ( gehört wahrscheinlich zum Westplan Ost – Objekte verschwinden zu lassen ? ) , für Bauvorhaben ist Berlin einfach zu Berühmt – Blöd !
In Berlin gibt es kein April Scherz , erstens ist Berlin Pleite und zweitens,Berlin ist nur zum Lachen mit all Ihren Fehlplanungen.
Wir haben diesen Artikel als für Berlin normal betrachtet. Selbst Baudenkmale verschwinden ohne einbeziehung der Beteiligten. In dieser Stadt kann auch jeder noch so unfähigste sich versuchen. Auch die Nichtinformation bzw. erst dann wenn alles zu spät ist, ist für diesen Staat normal, aber sie bezeichnen es als Demokratie (Volksherrschaft). Der blanke Kapitalismus.
Gut gemachter Aprilscherz, incl Notfallbalkone auf denen Touristen Selfies machen können, vor ein paar Jahren hat eine Zeitung den Wiederaufbau der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche angekündigt ähnlich komisch aber erstmal plausibel.
Wenn der Aprilscherz auch für den Alexanderplatz und naheliegende Bereiche gilt (…und davon gehe ich leider grundsätzlich aus) – dann gute Nacht Berlin!!
Hier und sicherlich nicht nur hier, aber im sog. historischen Herz von Berlin ist ganz, ganz dringend Sanierungsbedarf vonnöten! Die Vermüllung des öffentl. Raumes, Nichtpflege von sog. Grünflächen (die Bezeichnung als solche, ist teilweise nicht ansatzweise mehr gerechtfertigt) Nichtinstandsetzung von Geländern, Pollern u.a. Absperrungen, etc. ist nicht mehr in Worte zu fassen!
Der Müll und Dreck, der einem bei einem ,,Spaziergang“ über/um den Alex, sprichwörtlich um die Ohren fliegt bzw. durch den man stapfen muss, ist wirklich nicht mehr in Worte zu fassen! Schlafen unser Senat und/oder die Bezirksregierenden von Berlin-Mitte vollends?? …oder meint man damit ,,Coolness“ zu verkörpern und sie als ,,Berlin ist arm aber sexy“ in die Welt des Tourismus weiter erfolgreich zu verkaufen? An Berlins verantwortliche Politiker – kommt endlich aus eurem Dornröschenschlaf heraus und schafft ordentliche Stadtplanungskonzepte und
Werbekampagnen für eine sauberere Stadt und schickt das ruhmreiche Berliner Ordnungsamt auf seine eigentliche Mission – Ordnung in Berlin zu schaffen bzw. dafür zu sorgen (und dazu gehört wesentlich mehr als nur Knöllchen an Falschparker zu verteilen!)
Ich habe mich bei einem Besuch eines Freundes aus Österreich vor ca. 4 Wochen extrem für ihn geschämt, ihn durch einen so heruntergekommenen Bereich wie den Alex und umliegende Bereiche, insbesondere gegenüberliegende Geschöftszeile entlang der Karl-Liebknecht-Str. zu führen. Einfach nur traurig, aber bezeichnend für die derzeitige unzureichende Berliner Stadtpolitik und aber auch im besonderen für den scheinbaren Geisteszustand vieler Menschen. Denn Vermüllung und mutwillige Zerstörung fallen ja nicht über Nacht klanglos vom Himmel herab.
Leute, in Berlin ist Sarkasmus Wahrheit.
Wir waren ’89 zu Tausenden auf der Straße und haben genau diesem Deutschland Tür und Tor geöffnet. Nicht wegen der Demokratie, „Kommt die Mark nicht zu uns ,kommen wir zur Mark!“war ein Slogan .
Nun habt ihr sie …nun lebt auch damit…
Herzlichen Glückwunsch
Berlin ist eben auch Deutschland !!!