Drei Hochhäuser, 1.000 Wohnungen und ein neues Quartier: Das „Fennpfuhler Tor“ an der Storkower Straße sollte den Berliner Osten verändern. Doch was ist aus den Plänen geworden?

Pläne von 2022 sahen auf dem Areal an der Storkower Straße ein neues Quartier mit Wohnungen, Gewerbe und drei Hochpunkten vor. Wie es mit dem Vorhaben heute weitergeht, bleibt vorerst abzuwarten. / © Visualisierung: MLA+ / Studio M³ Architektur und Urbanismus
© Titelbild: MLA+ / Studio M³ Architektur und Urbanismus
Im Berliner Osten werden derzeit an mehreren Stellen neue Hochhäuser und größere Quartiere geplant. Eines dieser Vorhaben ist das „Fennpfuhler Tor“ an der Storkower Straße. Doch während andere Projekte inzwischen weiterentwickelt werden, ist es um das geplante Quartier in Lichtenberg zuletzt auffallend still geworden.
Dabei waren die Pläne durchaus ambitioniert: Auf dem Areal zwischen Storkower Straße, Max-Brunnow-Straße und dem S-Bahnring sollte ein neues Stadtquartier für rund 1.500 Menschen entstehen. Vorgesehen waren zunächst etwa 1.000 Wohnungen sowie Büro- und Gewerbeflächen für rund 500 Arbeitsplätze. ENTWICKLUNGSSTADT hat deshalb bei der HOWOGE nachgefragt, wie es mit dem Projekt weitergeht.
Drei Hochpunkte und geförderte Wohnungen: Das waren die Pläne
Besonders ins Auge fiel der Siegerentwurf des 2022 gestarteten städtebaulichen Wettbewerbs durch drei Hochpunkte. Das Konzept von MLA+ / Studio M³ Architektur und Urbanismus mit Grauwald Studio setzte sich gegen elf weitere Büros durch. Ein Hochhaus am Eingang des Quartiers, gegenüber der Thaerstraßen-Brücke, war für die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) vorgesehen. Dort sollten unter anderem Flächen für landeseigene Arbeitsplätze entstehen.
Die beiden östlichen Hochhäuser und weitere Gebäuderiegel waren für Wohnungen vorgesehen. Die HOWOGE plante ausschließlich Mietwohnungen, bei OTTO WULFF war eine Mischung aus Miet- und Eigentumswohnungen vorgesehen. Die Hälfte der HOWOGE-Wohnungen sollte öffentlich gefördert werden. Auch Wohnraum für Geflüchtete war Teil des damaligen Konzepts.
Autoverkehr sollte es auf dem Areal nicht geben
Neben Wohnungen und Arbeitsplätzen waren in dem Quartier auch Gastronomie, Handel, Nahversorgung, Verwaltung, Kreativräume und soziale Einrichtungen vorgesehen. Angebote für den täglichen Bedarf waren in den Erdgeschossen geplant. Ein bestehender grüner Fußweg sollte ausgebaut und das neue Quartier besser mit seiner Umgebung verknüpft werden.
Auch bei den Freiräumen waren deutliche Veränderungen vorgesehen. Die heute weitgehend versiegelten Flächen sollten mindestens zur Hälfte entsiegelt werden. Innerhalb des Areals war kein Autoverkehr geplant. Stellplätze und der übrige ruhende Verkehr waren stattdessen am Rand des Quartiers vorgesehen.

Die Visualisierung zeigt den damaligen Planungsstand mit drei Hochpunkten. / © Visualisierung: MLA+ / Studio M³ Architektur und Urbanismus
Baukollegium kritisierte Ende 2023 den Entwurf
Bereits Ende 2023 hatte sich das Berliner Baukollegium mit dem Projekt befasst, und mehrere Punkte des Siegerentwurfs kritisch bewertet. Vor allem die Anordnung der Hochhäuser, der Schattenwurf und die Freiraumgestaltung wurden problematisiert. Das Gremium sah die Gefahr, dass das neue Quartier zu stark als eigenständige Insel neben der bestehenden Fennpfuhl-Siedlung wirkt.
Das Baukollegium empfahl deshalb, den Entwurf gemeinsam mit den Preisträgern und unter Beteiligung des Bezirks weiterzuentwickeln. Die HOWOGE nahm dieses Angebot damals an. Ziel war es, das Quartier stärker in die bestehende städtebauliche Struktur und die vorhandenen Grünräume einzubinden.
Bebauungsplanverfahren läuft weiter: So steht es um das „Fennpfuhler Tor“
Von dem ursprünglich für 2026 in Aussicht gestellten Baustart ist das Projekt entsprechend noch ein gutes Stück entfernt. Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 11-192 wurde im Februar 2025 gefasst, im Sommer desselben Jahres folgte die frühzeitige Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden.
Deren Ergebnisse werden derzeit ausgewertet. Nach Angaben der HOWOGE wartet das landeseigene Wohnungsunternehmen noch auf die Auswertung durch den Bezirk. Einen konkreten Zeitplan für den weiteren Verlauf des Bebauungsplanverfahrens oder einen möglichen Baubeginn könne die HOWOGE daher derzeit nicht nennen.
Auch der Siegerentwurf ist damit noch nicht endgültig. Er soll auf Grundlage der Ergebnisse der Beteiligung überarbeitet werden. Erst anschließend werden die konkreten Planungen für den Wohnungsneubau weiter ausgearbeitet. Ob die drei Hochpunkte am Ende tatsächlich in der bisher gezeigten Form umgesetzt werden, bleibt demnach zunächst weiterhin offen.
Storkower Straße / Max-Brunnow-Straße
Quellen: HOWOGE, MLA+ / Studio M³ Architektur und Urbanismus, Architektur Urbanistik Berlin, Berlin Bauboom, OTTO WULFF Projektentwicklung, Berliner Immobilienmanagement GmbH, PROTOKOLL 99. Sitzung des Baukollegiums Berlin 04.12.2023
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
2 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.



In welcher Verfassung oder welchem Gesetz steht eigentlich etwas von einem Baukollegium?¿ Mit welchem Recht und mit welchem Mandat zerschießen und verzögern diese Cretins eigentlich ein um’s andere Mal die Bauprojekte dieser Stadt mit den immergleichen Einwenden bis die immergleiche Bulettenarchitektur am Ende herauskommt? Kann dieses überflüssige Gremium nicht bitte bald in die Wüste geschickt werden? Das wäre eigentlich der richtige Ort für dergleichen Personal zur Selbstverwirklichung.
Das Gebot der Zeit im Geschoss-Wohnhaus-Neubau ist nicht nur die Nachhaltigkeit, es ist nicht nur die Klimaneutralität, es ist nicht nur die Ressourcen-Produktivität.
Es ist vor allem die Wirtschaftlichkeit. Es muss sich rechnen.
Ein Immobillist, der Wohnungen bauen lässt, will diese durch vermieten oder verkaufen wirtschaftlich ertragreich verwerten. Denn das ist der Sinn dieser Tätigkeit.
Das muss aber nicht zwangsläufig auf Kosten der Mieter durch exorbitant hohe Mieten und Kaufpreise oder auf Kosten der Steuerzahler durch Subventionen realisiert werden.
Auch wenn Diejenigen, deren Einkommen bzw. Honorare durch die Höhe der Baukosten bestimmt werden, kein Interesse an niedrige Baupreise beim Bau von Wohnungen haben.
Also Baubetriebe, Makler, Architekten, Projektentwickler, Notare, Steuerbehörde oder auch die Fonds-Verwalter.
Die Alternative im Wohnungsbau wäre die Entflechtung von der Beton-Fraktion hin zu effizienteren Bauweisen.
Ein Wohnungsbau mit Mieten für jedes Einkommen und ohne Subventionen ist nur als
Lean-Design/Construction-Paket aus Konstruktion als das Was, Technologie als das Wie und Logistik in prozessorientierter Montage möglich.
Eine Kosten- und Bauzeitreduzierung entsteht vor allem durch Optimierung von Effizienz bei Ressourcen und Prozesse.
Weniger Material, weniger Bauteile, weniger Prozesse, weniger Kosten, weniger Bauzeit,
Kein Bauträger, kein Bauleiter, kein Projektentwickler, keine Ausschreibungen, keine Vergaben, keine Gewerke-Koordinierung, kein Wasser, kein Baurestmüll, Beton nur für die Gründung.