In Kreuzberg entsteht auf dem Dragonerareal ein neues, gemischt genutztes Quartier. Historische Kasernenbauten werden integriert, während moderne Wohn- und Gewerbeflächen Platz finden. Die Beteiligung der Öffentlichkeit am Bebauungsplan ist jetzt offiziell gestartet.

Dragoner Areal in Kreuzberg

Das Dragonerareal in Kreuzberg war früher eine Kaserne und gilt heute als eine der zentralen Entwicklungsflächen der Stadt. Auf dem Gelände sollen Wohnungen, Gewerbe, soziale und kulturelle Einrichtungen entstehen, wobei die historischen Kasernenbauten erhalten und in das neue Quartier integriert werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT (Archiv)

© Titelbild: Kaden+ Architekten

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Kreuzberg. Auf dem Dragonerareal zwischen Obentrautstraße, Mehringdamm und Yorckstraße entsteht ein neues Stadtquartier – und die Öffentlichkeit kann jetzt aktiv mitreden. Auf dem Gelände der ehemaligen Dragoner-Kaserne sollen Wohn- und Gewerbeflächen, soziale und kulturelle Einrichtungen entstehen, ohne dass die historischen Gebäude der Kasernenanlage verloren gehen.

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg legt den Entwurf des Bebauungsplans 2-48 bis zum 14. April 2026 öffentlich aus. Interessierte können die Unterlagen online oder vor Ort im Fachbereich Stadtplanung im ehemaligen Rathaus Kreuzberg einsehen und während der Frist Anmerkungen einreichen. Diese sollen in die Entscheidung über das künftige Quartier einfließen.

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Planung für Südabschnitt des Dragonerareals: 240 Wohnungen auf 21.000 Quadratmetern

Bereits im Oktober 2025 stellte die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) die Siegerentwürfe für den ersten Hochbauabschnitt vor. Im südlichen Teil des Areals sollen auf rund 21.000 Quadratmetern etwa 240 Wohnungen entstehen, ergänzt durch kleinteiliges Gewerbe und gemeinschaftliche Flächen im Erdgeschoss.

Die Entwürfe stammen von &Mica aus Berlin und Köln sowie Kaden+ Architekten aus Berlin. Die Jury lobte besonders die sensible Einbindung der historischen Kasernenstruktur und die gleichzeitige Schaffung zeitgemäßer architektonischer Akzente. Die fünf Neubauten markieren den Auftakt einer mehrphasigen Quartiersentwicklung.

Holz-Hybridbauweise für nachhaltiges Wohnen in Kreuzberg

Ein zentrales Merkmal der Neubauten ist die Holz-Hybridbauweise, bei der tragende Holzelemente mit Stahlbeton kombiniert werden. Dies reduziert den Materialverbrauch, bindet CO₂ langfristig und sorgt für ein gesundes Raumklima. Das Dragonerareal gilt damit als Pilotprojekt für ressourcenschonendes Bauen im innerstädtischen Kontext.

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Dragoner Areal, Visualisierung

© Visualisierung: &Mica

Insgesamt plant die Wohnungsbaugesellschaft 372 Wohnungen im gesamten Quartier, davon die Hälfte als geförderte Einheiten. Ergänzend entstehen eine Kita, eine Jugendfreizeiteinrichtung, Begegnungsräume sowie ein sogenannter „Gewerberiegel“, der Platz für Handwerks- und Kleingewerbebetriebe bieten soll.

Vom Militärstandort zum lebendigen Quartier: Baubeginn im Rathausblock ab 2027

Das Dragonerareal blickt auf eine lange Geschichte zurück: Von der Kaserne Mitte des 19. Jahrhunderts über zivile Nutzungen in den 1920er-Jahren bis zu Werkstätten und Verwaltungsgebäuden der letzten Jahrzehnte. Nicht denkmalgeschützte Bauten wurden abgerissen, archäologische Funde dokumentiert.

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Heute gilt das Areal als Modell für gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. In enger Abstimmung zwischen Land, Bezirk, WBM, BIM und zivilgesellschaftlichen Initiativen soll ein sozial gemischtes, nachhaltiges Quartier entstehen. Mit der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans beginnt nun die nächste Phase: Der Baubeginn für den Südabschnitt ist für 2027 geplant, die Fertigstellung bis Ende 2030.

Quellen: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, WBM, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH

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