Nach jahrelanger Planung ist für das Dragonerareal in Kreuzberg der Bebauungsplan beschlossen. Damit kann die Entwicklung des Rathausblocks mit rund 470 Wohnungen, Gewerbe, Kultur und neuen Freiräumen in die nächste Phase gehen.

Auf dem Dragonerareal im Kreuzberger Rathausblock entsteht künftig ein gemischt genutztes Stadtquartier mit rund 470 Wohnungen, Gewerbe und sozialer Infrastruktur. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: &Mica
Nach jahrelanger Planung ist für das Dragonerareal am Rathaus Kreuzberg eine wichtige Hürde genommen: Die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg hat am 9. September den Bebauungsplan 2-48 beschlossen. Damit steht die planungsrechtliche Grundlage für die weitere Entwicklung des rund 4,7 Hektar großen Areals zwischen Rathaus Kreuzberg, Mehringdamm, Yorckstraße und Obentrautstraße.
Im sogenannten Rathausblock soll ein gemischt genutztes Stadtquartier mit rund 470 Wohnungen entstehen. Vorgesehen sind außerdem Gewerbeflächen, soziale und kulturelle Einrichtungen sowie neue öffentliche Wege und Freiräume. Der Beschluss beendet damit einen mehrjährigen Planungs- und Abstimmungsprozess, an dem Bezirk, landeseigene Unternehmen und zivilgesellschaftliche Initiativen beteiligt waren.
Rathausblock Kreuzberg: Rund 470 Wohnungen und bestehendes Gewerbe
Ein Schwerpunkt der künftigen Bebauung liegt auf dem Wohnungsbau. Mindestens 30 Prozent der geplanten Wohnfläche sollen mietpreis- und belegungsgebunden sein. Gleichzeitig soll vorhandenes Gewerbe auf dem Areal erhalten bleiben. Der Bebauungsplan schafft zudem Möglichkeiten für zusätzliche gewerbliche Nutzungen.
Die Neubauten werden als „Urbanes Gebiet“ festgesetzt. Dadurch können Wohnen, Gewerbe sowie soziale und kulturelle Nutzungen miteinander verbunden werden. Auch die historischen Gebäude des ehemaligen Dragonerareals bleiben Teil des Quartiers. Eine frühere Reithalle soll künftig für Jugendfreizeit, Weiterbildung, Kunst und Kultur genutzt werden. Im ehemaligen Stallgebäude kann der Nachbarschaftstreff Kiezraum seinen Betrieb fortsetzen.

Bestehende Gebäude des Dragonerareals bleiben erhalten und sollen künftig für Kultur, Gewerbe und gemeinwohlorientierte Nutzungen zur Verfügung stehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Neue Wege und mehr Freiraum: Das ist im Dragonerareal geplant
Ein weiteres Ziel der Planung ist es, das bislang nur eingeschränkt zugängliche Gelände stärker für die Nachbarschaft zu öffnen. Neue Fuß- und Radwege sollen das Quartier unter anderem mit der Yorckstraße und dem Mehringdamm verbinden. Geplant sind außerdem drei öffentliche Quartiersplätze sowie rund 2.310 Quadratmeter öffentliche Grünfläche mit neuen Spielplätzen.
Auch Vorgaben für Klimaanpassung und Begrünung sind im Bebauungsplan verankert. Bei Neubauten müssen mindestens 70 Prozent der Dachflächen begrünt werden. Für Fassaden mit einer Außenwandfläche von mehr als 100 Quadratmetern ist ebenfalls eine Begrünung vorgeschrieben.
Zwischen Mehringdamm und Yorckstraße: Erste Bauanträge noch in diesem Jahr
Mit dem Beschluss kann die konkrete Umsetzung nun weiter vorbereitet werden. Die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte will noch 2026 die Bauanträge für die ersten fünf Wohngebäude auf dem südlichen Baufeld einreichen. Für die ersten beiden Häuser, die von &Mica geplant werden, ist der Baubeginn derzeit für Ende 2027 vorgesehen. Drei weitere Gebäude nach Entwürfen von Kaden+ sollen einige Monate später folgen.
Auf dem westlichen Baufeld bereitet die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH derweil ein Konzeptverfahren für die Vergabe eines Erbbaurechts vor. Dort sollen rund 90 weitere Wohnungen durch gemeinwohlorientierte Träger wie Genossenschaften oder Stiftungen entstehen. Eine öffentliche Bekanntmachung ist noch für 2026 vorgesehen.

Die Entwürfe des Büros Kaden+ Architekten für das Los B zeigen drei klare, moderne Baukörper mit Fassaden aus Holz und Metall, die sich harmonisch in das historische Umfeld einfügen. / © Visualisierung: Kaden+ Architekten
Arbeiten sollen Mitte 2027 beginnen
Auch die Erschließung des Areals soll vorangehen. Die entsprechenden Planungen sind nach Angaben des Bezirks weit fortgeschritten, sodass die Arbeiten Mitte 2027 beginnen könnten. Für die Umnutzung der Alten Reithalle wird derzeit mit einem Baubeginn im Jahr 2029 gerechnet.
Mit dem Bebauungsplan ist damit zwar die planungsrechtliche Grundlage geschaffen. Die eigentliche Entwicklung des Rathausblocks steht jedoch erst am Anfang.
Quellen: Modellprojekt Rathausblock, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, WBM, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
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