An der Dottistraße 3 in Lichtenberg steht ein größerer Umbau bevor. Auf dem früheren Fernmelde- und heutigen Telekom-Standort soll neuer Wohnraum für Studierende entstehen. Dafür muss ein Teil des Bestands verschwinden.

Das Neubauprojekt liegt im Bereich Dottistraße und Rathausstraße in Lichtenberg. Zur Rathausstraße soll der geplante Bau sechs Geschosse erreichen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Zwischen Frankfurter Allee und Rathausstraße liegt ein Grundstück, das bislang vor allem durch seine gewerbliche Vergangenheit geprägt ist. Hinter den eher unscheinbaren Fassaden an der Dottistraße soll sich das Areal nun deutlich verändern. Das Bezirksamt Lichtenberg hat für den Standort Dottistraße 3 eine Baugenehmigung für studentisches Wohnen erteilt. Vorgesehen sind 176 Apartments und zwei Gewerbeeinheiten.
- Bezirk: Lichtenberg
- Adresse: Dottistraße 3, 10367 Berlin
- Apartments: 176
- Gewerbe: zwei Einheiten
- Projektstatus: Baugenehmigung erteilt
Vor Ort deutet bislang wenig auf den bevorstehenden Wandel hin. Der lang gestreckte, zweigeschossige Bau an der Dottistraße steht noch, mehrere Fenster sind abgedeckt. An den hellen Fassaden befinden sich zahlreiche Graffiti. Direkt daneben erhebt sich der deutlich höhere Gebäudeteil des früheren Fernmeldekomplexes. Hinweise auf einen bereits laufenden Abbruch oder eine eingerichtete Neubau-Baustelle sind derzeit nicht zu erkennen.

Noch steht der Bestandsbau an der Dottistraße. Für das genehmigte Studentenwohnprojekt soll die ehemalige Kantine auf dem Grundstück vollständig verschwinden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Dottistraße 3: Aus 182 geplanten Apartments wurden 176
Interessant ist die Entwicklung der Planung. Bereits im August 2025 ging beim Bezirk ein Bauantrag für studentisches Wohnen an dieser Adresse ein. Damals waren noch 182 Apartments und zwei Gewerbeeinheiten vorgesehen. Die im Juli 2026 erteilte Baugenehmigung nennt dagegen 176 Apartments. Damit hat sich die Zahl im Laufe des Genehmigungsverfahrens um sechs Einheiten verringert.
Weitere Details hat das Bezirksamt auf Anfrage von ENTWICKLUNGSSTADT mitgeteilt. Demnach soll der Neubau an der Dottistraße acht Geschosse erreichen und etwa 24,50 Meter hoch werden. Zur Rathausstraße sind sechs Geschosse mit einer Höhe von rund 18,45 Metern vorgesehen. Auch die Gewerbenutzungen stehen bereits fest: In einer Einheit soll ein Geschäft für Zeitschriften und Gemischtwaren entstehen, in der zweiten ein Backshop.
Einen Bauherrn oder Antragsteller nennt das Bezirksamt aus Datenschutzgründen nicht. Ebenso offen bleiben die Termine. Weder zum Beginn der Bauarbeiten noch zur geplanten Fertigstellung liegen dem Amt derzeit Angaben vor.

Noch ist an der Dottistraße 3 keine Neubau-Baustelle eingerichtet. Wann die Arbeiten für die 176 Studenten-Apartments beginnen, ist bislang nicht bekannt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Ehemalige Kantine wird für Neubau vollständig abgerissen
Klar ist dagegen, was mit einem Teil des heutigen Gebäudebestands geschieht. Nach Angaben des Bezirksamts soll die ehemalige Kantine vollständig abgebrochen werden. Für den Standort bestehen laut Behörde keine Vorgaben aufgrund von Denkmal- oder Bestandsschutz.
Das denkmalgeschützte ehemalige Postamt Lichtenberg 1 befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite der Dottistraße. Der expressionistische Bau entstand 1925 bis 1927. Der Neubaukomplex südlich der Straße, zu dem die Dottistraße 3 gehört, entstand dagegen zu Beginn der 1960er-Jahre, als die vorhandenen Gebäude für die wachsenden Aufgaben der Fernmeldetechnik nicht mehr ausreichten.

Die Hausnummer 3 am früheren Fernmelde- und Telekom-Standort: Für das Grundstück liegt inzwischen eine Baugenehmigung für studentisches Wohnen vor. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Telekom nutzte die Dottistraße 3 für Technik und Servicekräfte
Auch nach dem Ende der DDR blieb der Standort mit der Telekommunikation verbunden. Ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept für die Frankfurter Allee Nord dokumentiert, dass die Telekom AG die Räume an der Dottistraße 3–4 für technische Anlagen und Servicekräfte nutzte. Auch das angrenzende zweigeschossige Gebäude befand sich demnach im Telekom-Eigentum.
Noch in Unterlagen zur Netzzusammenschaltung wird die Dottistraße 3 als Berliner Standort geführt. Damit bekommt das geplante Studentenwohnprojekt eine zusätzliche stadtgeschichtliche Ebene. Aus einem über Jahrzehnte von Fernmelde- und Telekommunikationstechnik geprägten Areal wird ein Wohnstandort.

An der Dottistraße 3 in Lichtenberg sind 176 Apartments für Studierende geplant. Die ehemalige Kantine auf dem Grundstück soll vollständig abgerissen werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Lichtenberg entwickelt sich zum Standort für studentisches Wohnen
Das Projekt reiht sich zugleich in mehrere aktuelle Vorhaben für studentisches Wohnen im Bezirk ein. An der Storkower Straße 220 entstand ein Neubau mit mehr als 300 Wohnplätzen für Studierende. An der Alfred-Kowalke-Straße 22 sind weitere 78 Wohnungen für Studierende geplant. Und auch am Tierpark soll ein ehemaliges Autohaus 293 Studenten-Apartments weichen.
Mit der Dottistraße 3 kommt nun ein weiterer Standort hinzu. Wann die ehemalige Kantine tatsächlich abgerissen wird und die Bauarbeiten beginnen, bleibt allerdings offen. Bislang steht der Gebäudekomplex noch weitgehend unverändert zwischen Rathausstraße und Frankfurter Allee.
Dottistraße 3: 176 Apartments für Studierende
Quellen: Bezirksamt Lichtenberg, Integriertes Stadtentwicklungskonzept Frankfurter Allee Nord, VDE – Geschichte der Elektrotechnik, Bundesnetzagentur
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