Die Dörpfeldstraße in Adlershof soll umgebaut und die Straßenbahn zweigleisig werden. Doch das Projekt macht Probleme.

Schon 1991 verlief die Straßenbahn in der Dörpfeldstraße in Adlershof abschnittsweise eingleisig. Mehr als drei Jahrzehnte später wartet die wichtige Verkehrsachse noch immer auf den geplanten zweigleisigen Ausbau. / © Foto: Wikimedia Commons, Roehrensee, CC BY-SA 4.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 3.0
Die Dörpfeldstraße gehört zu den wichtigsten Verkehrs- und Geschäftsachsen in Adlershof. Seit Jahren plant Berlin dort einen umfassenden Umbau, während die BVG parallel die Straßenbahnstrecke zweigleisig ausbauen will. Eigentlich sollten beide Vorhaben eng aufeinander abgestimmt werden. Doch neue Angaben des Berliner Senats zeigen: Der Zeitplan lässt eine gemeinsame Umsetzung derzeit nicht mehr zu.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Dörpfeldstraße, 12489 Berlin
- Projektstatus Straßenbahn: Planfeststellungsverfahren läuft
- Projektstatus Straßenumbau: weitere Umsetzung wird unabhängig von der BVG geprüft
In Adlershof laufen bereits mehrere Verkehrsprojekte im Zentrum. Der Marktplatz Adlershof wurde bereits neu gestaltet, zudem wird die nahe Radickestraße zur Fahrradstraße umgebaut. Die eigentliche Neugestaltung der Dörpfeldstraße steht dagegen noch aus.
Dabei reicht das Konzept mehrere Jahre zurück. Das Gebiet gehört seit 2015 zum Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren und Quartiere“. Der öffentliche Raum soll attraktiver werden, zugleich will der Bezirk die Bedingungen für Fuß- und Radverkehr verbessern. Die bisherige Vorplanung sieht wegen des engen Straßenraums eine neue Verteilung der Flächen vor. Teilweise misst der vorhandene Straßenraum zwischen den Gebäuden nur 14,90 bis 19,50 Meter.

Der Marktplatz an der Dörpfeldstraße in Berlin-Adlershof wurde bereits neu gestaltet. Nun stehen weitere Veränderungen entlang der Geschäftsstraße und der Straßenbahnstrecke an. / © Foto: Bezirksamt Treptow-Köpenick
Dörpfeldstraße: Straßenbahn soll auf zwei Gleisen durch Adlershof fahren
Parallel plant die BVG den zweigleisigen Ausbau der Straßenbahn zwischen Adlergestell und Hackenbergstraße sowie zwischen Wassermannstraße und Waldstraße. Auf Höhe der Hackenbergstraße und an der Waldstraße schließen die neuen Gleise jeweils an bestehende zweigleisige Abschnitte an.
Außerdem sollen die Haltestellen Marktplatz Adlershof und Wassermannstraße barrierefreie Haltestellenkaps erhalten. Die BVG erwartet dadurch einen stabileren Betrieb und kürzere Fahrzeiten.
Das Planfeststellungsverfahren läuft allerdings bereits seit Juni 2020. Die bislang jüngste öffentliche Auslegung fand vom 29. Juli bis 28. August 2024 statt. Am 15. Januar 2025 konnten Behörden sowie Personen, die Einwendungen erhoben hatten, das Vorhaben erörtern. Noch immer wertet die BVG die eingegangenen Stellungnahmen und Einwendungen aus. Ihre abschließende Erwiderung und mögliche Änderungen der Planunterlagen stehen aus.
Oberleitungen in Adlershof schaffen Problem für Rettungswege
Ein besonders schwieriger Punkt betrifft die künftigen Oberleitungen. Durch das zweite Straßenbahngleis werden zusätzliche Fahrleitungen benötigt. Bei einigen Gebäuden an der Dörpfeldstraße könnte dadurch der genehmigte zweite Rettungsweg über den öffentlichen Straßenraum beeinträchtigt werden. Für diese Häuser müssen alternative Lösungen gefunden werden.
Feuerwehr und bezirkliche Bauaufsicht sind deshalb in das Verfahren eingebunden. Beide haben Hinweise zur Oberleitungsplanung eingebracht. BVG, Senat, Feuerwehr und Bezirk stimmen sich derzeit über mögliche Lösungen ab. Wann diese Fragen geklärt sind und wann das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden kann, ist offen.
Straßenumbau Dörpfeldstraße kommt unabhängig vom Tram-Projekt
Diese Verzögerung hat inzwischen direkte Folgen für den Straßenumbau. Nach aktuellem Stand sollen beide Maßnahmen nun doch getrennt voneinander umgesetzt werden. Hintergrund ist die zeitliche Begrenzung der Fördermittel für die bezirkliche Neugestaltung. Treptow-Köpenick prüft deshalb gemeinsam mit dem Fördermittelgeber, wie der Straßenumbau unabhängig von der BVG vorgezogen werden kann. Dabei will der Bezirk spätere Eingriffe in bereits erneuerte Verkehrsflächen möglichst gering halten.
Dazu kommt: Die Trennung verursacht voraussichtlich zusätzliche Kosten. Synergien etwa bei Baustellensicherung und Verkehrsführung fallen weg. Zudem muss der Bezirk möglicherweise Arbeiten vorziehen, die ursprünglich zum Bauprogramm der BVG gehörten. Wie hoch diese Mehrkosten ausfallen, steht noch nicht fest. Nach Angaben des Bezirks gibt es bislang lediglich eine vorläufige Schätzung auf Grundlage von Erfahrungswerten.
Dörpfeldstraße: Straßenbahn-Ausbau und Straßenumbau
Quellen: Abgeordnetenhaus von Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26745, BVG, Bezirksamt Treptow-Köpenick
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4 Kommentare
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Radieckestrasse zur fahrradstrasse ist das dümmste! Erstmal der wichtigste teil ist eben keine und wie sollen radfahrer dahin kommen und zurück.
Vom Bahnhof führen nur Umwege hin und am anderen Ende muss man wieder in die dörpfeldstrasse.
Alles nur damit die Stadt radwege in der dörpfeldstrasse spart da billiger!
Ach, schon wieder die G’schichten ausm Paulanergarten der Berliner Feuerwehr. Ich hatte mich ja bereits an anderer Stelle zu diesem Unsinn geäußert. Da sind definitiv Straßenbahn-Hasser am Werk.
Die Radickestraße zur Fahrradstraße umbauen ist wirklich komplett unsinnig. Die einzigen brauchbaren Tangenten sind die Dörpfeldstr. und der Glienicker Weg, da sie aus Köpenick kommen und durch Adlershof führen. Die Radickestraße fängt in Adlershof an und endet in Adlershof, verbindet nichteinmal relevante Geschäfte oder Einrichtungen. Völlig dämlich, mit dem Geld sollte lieber der Radweg aufm GlienickerWeg repariert werden, oder die Dörpfeldstr. zumindest im oberen Abschnitt einen Radweg bekommen.
Unglaublich wie man in diesem Land baut und plant, jetzt anfangen für den Straßenbau nur um dann erneut die Dörpfeldstraße aufreißen, sinnloser kann man Steuergelde nicht verschwenden.
Diese angebliche Problematik mit der Feuerwehr kenne ich bisher nur aus Berlin, wie ein anderer Leser schreibt, daß scheint Methode zu sein.
Die Pressesprecherin von der „Rheinbahn“, der ÖPNV Betreiber in Düsseldorf, Heike Schuster hatte sich genau zu diesem Fall in Berlin (Sonntagsstraße) geäußert, hier in Düsseldorf war nur Verwunderung über dieses Thema.
Man sieht an diesen Dingen, daß man keinen Willen hat etwas zu Verbessern, scheint in anderen Städten durchaus schneller zu gehen, Tramausbau in Helsinki,