Die Messe Berlin ersetzt Halle 9 durch das neue Kongresszentrum „dock9“. Der Neubau von gmp Architekten soll 2028 eröffnen und Platz für bis zu 5.000 Gäste bieten.

Innenansicht des geplanten Kongresszentrums „dock9“ der Messe Berlin mit hellem Foyer, Treppen, Rolltreppen und Zugang zur neuen Halle 9.

Ein großzügiges Foyer soll „dock9“ auch unabhängig vom übrigen Messegelände nutzbar machen. Treppen und Rolltreppen führen durch mehrere Ebenen und bringen Tageslicht bis tief in das Gebäude. / © Visualisierung: gmp Architekten

© Titelbild: gmp Architekten

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Auf dem Gelände der Messe Berlin steht einer der größten Umbauten der kommenden Jahre bevor. Die bisherige Halle 9 wird nach der InnoTrans 2026 abgerissen. An ihrer Stelle entsteht mit „dock9“ ein Neubau, der weit mehr können soll als klassische Messehalle. Bei der jüngsten Sitzung des Berliner Baukollegiums wurden nun zahlreiche Details zur Architektur und zum Innenleben vorgestellt.

  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Adresse: Messedamm 22, 14055 Berlin
  • Projekt: Kongress- und Veranstaltungszentrum „dock9“
  • Projektstatus: Auftrag vergeben, Rückbau der Halle 9 ab Oktober 2026
  • Inbetriebnahme Halle: zur InnoTrans 2028 vorgesehen
  • Fertigstellung Kopfbau: 2029 vorgesehen

Bereits im Juni hatte ENTWICKLUNGSSTADT über den Zuschlag für den Kongressneubau „dock9“ berichtet. Der Entwurf von gmp entstand gemeinsam mit Züblin und setzte sich im Vergabeverfahren durch. Nach Angaben der Messe Berlin handelt es sich um das größte Einzelprojekt ihres Investitionsprogramms 2030+. Rund 100 Millionen Euro sind dafür vorgesehen.

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Inzwischen steht auch der Beginn des Umbaus genauer fest. Die bestehende Halle 9 soll ab Oktober 2026 zurückgebaut werden. Deshalb verändert die ITB bereits 2027 ihre Hallenbelegung. Betroffene Aussteller ziehen unter anderem in den CityCube. Die neue Halle soll rechtzeitig zur InnoTrans 2028 nutzbar sein.

„dock9“ wird Messehalle, Kongresszentrum und Veranstaltungsort

Im Baukollegium bezeichneten die Planer das Projekt ausdrücklich als Mehrzweckhalle. Neben Ausstellungen soll „dock9“ Veranstaltungen, Konferenzen und Seminare aufnehmen. Für den Seminar- und Konferenzbereich wurden dort Kapazitäten für rund 1.000 Menschen genannt. Insgesamt soll der Komplex laut Messe Berlin Veranstaltungen mit bis zu 5.000 Teilnehmenden ermöglichen.

Das Gebäude erhält dabei zwei Rollen. Auf der Westseite bleibt es über ein vorhandenes Verbindungsbauwerk direkt mit Halle 8 und damit mit dem Messerundgang verbunden. Zum Messedamm dagegen soll „dock9“ als eigenständiger Veranstaltungsort auftreten. Ein eigenes Foyer ermöglicht Events unabhängig vom übrigen Messebetrieb.

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Messehalle 9: Bogenträger schaffen zehn Meter freie Höhe

Architektonisch will sich gmp bewusst am historischen Messegelände orientieren. Die vertikale Gliederung und mineralischen Fassaden nehmen Bezüge zu den denkmalgeschützten Bauten von Richard Ermisch sowie zum südlichen Messe-Eingang von Oswald Mathias Ungers auf. Mit einer Traufhöhe von knapp über 16 Metern soll zugleich der Blick auf den Funkturm erhalten bleiben.

Besonders auffällig wird das Tragwerk. Zwei große Bogenträger überspannen die Halle und ersetzen die heutige Unterteilung in drei Hallenteile. Damit entsteht ein weitgehend stützenfreier Veranstaltungsraum. Das Gebäude wird mehr als 100 Meter lang und erreicht unter den abgehängten Trägern eine lichte Höhe von zehn Metern. gmp gibt für das gesamte Projekt rund 16.400 Quadratmeter Bruttogrundfläche an.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Neubau "Dock9" am ICC in Berlin.

Der Neubau entsteht auf dem Gelände der Messe Berlin in direkter Nähe zum Funkturm und ersetzt dort die bestehende Halle 9. / © Visualisierung: gmp Architekten

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Messe Berlin öffnet „dock9“ zum Japanischen Garten

Auch das Innere unterscheidet sich deutlich von einer reinen Ausstellungshalle. Treppen und Rolltreppen werden so angeordnet, dass Tageslicht weit in das tiefe Gebäude gelangt. Dadurch sollen Besucher sich leichter orientieren können. Drei große Tore ermöglichen zudem die Messebelieferung von Norden und Süden.

An der Nordseite öffnet sich „dock9“ zum Japanischen Garten. Dort ist ein kleines, separat vermietbares Café vorgesehen. Auch die Außenanlagen sollen angepasst werden, damit Veranstaltungen den Garten stärker einbeziehen können. Im Süden entsteht dagegen ein neuer Vorplatz am Messedamm. Damit wird der Neubau zugleich Teil der größeren Entwicklung rund um ICC und Stadteingang West.

Messe Berlin: Kongresszentrum dock9
Die Messe Berlin ersetzt die bestehende Halle 9 durch das multifunktionale Kongress- und Veranstaltungszentrum dock9.

 

Quellen: 113. Sitzung des Baukollegiums Berlin, Messe Berlin GmbH, ITB Berlin, gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner

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