Zwischen Grüneburgpark und Mainufer verdichten sich in Frankfurt die Wegekonflikte zwischen Fuß- und Radverkehr zunehmend. Der Fachverband Fußverkehr Deutschland fordert deshalb strengere Regeln für Radfahrende in Grünanlagen und verweist auf Belastungen durch gemeinschaftlich genutzte Wege.

Der Günthersburgpark in Frankfurt am Main gehört zu den Grünanlagen, in denen sich Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende regelmäßig begegnen. / © Foto: Wikimedia Commons, DerHexer, CC-by-sa 4.0
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Der Frühling beginnt und damit füllen sich auch die Frankfurter Parkanlagen wieder mit Fußgängerinnen und Fußgängern, mit Radfahrenden und E-Scooter-Nutzenden. Mit der steigenden Nutzung der Grünräume nehmen zugleich die Diskussionen über das Miteinander der verschiedenen Verkehrsarten zu. Der Fachverband Fußverkehr Deutschland stellt in diesem Zusammenhang die Forderung auf, Radfahrende künftig aus den Parks der Stadt herauszuhalten.
Der Verband begründet seine Position mit der Funktion der Grünanlagen als Erholungsräume, die aus seiner Sicht vor allem dem zu Fuß gehenden Verkehr dienen sollten, während das Radfahren diese Nutzung zunehmend beeinflusse. Frankfurt zählt nach Einschätzung des Verbands zu den wenigen Städten, die das Radfahren in Parks sowie teilweise auch in Fußgängerzonen weiterhin zulassen, wodurch sich die Anlagen zwar offen für verschiedene Verkehrsteilnehmende zeigen, gleichzeitig jedoch stärker unter Nutzungsdruck geraten.
Zwischen Freizeit und Pendelverkehr: Fachverband Fußverkehr warnt vor zunehmenden Konflikten auf Frankfurts Parkwegen
Felix Kugele vom Fachverband Fußverkehr Rhein-Main betont gegenüber der Frankfurter Neuen Presse, dass sich der Verband nicht grundsätzlich gegen Radfahrende richtet, jedoch die wahrgenommene Geschwindigkeit im Mischverkehr als zentrales Problem sieht. Viele Fußgängerinnen und Fußgänger empfänden Begegnungen auf engen Wegen als belastend, weshalb ein Absteigen in Grünanlagen als mögliche Maßnahme diskutiert werde. In stark genutzten Parks lasse sich die gemeinsame Nutzung verschiedener Gruppen aus Sicht des Verbands zudem kaum klar trennen.
Besonders in Bereichen wie dem Grüneburgpark, dem Günthersburgpark und entlang des Mains verdichteten sich die Nutzungen durch Freizeit- und Pendlerverkehr, wodurch es auf engen Wegen häufiger zu kritischen Situationen komme.
ADFC Frankfurt hält an Öffnung der Grünanlagen für Radverkehr fest und setzt auf bessere Wegeführung statt Verbote
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Frankfurt bewertet die Debatte deutlich zurückhaltender und verweist darauf, dass es nur wenige dokumentierte Unfälle zwischen Radfahrenden und Fußgängerinnen und Fußgängern gebe. Aus Sicht des ADFC sollten Grünanlagen daher weiterhin für den Radverkehr zugänglich bleiben, wobei gleichzeitig über ergänzende Infrastrukturen nachgedacht werden könne, um Verkehrsströme besser zu lenken.
Dazu zählen mögliche alternative Routen außerhalb der Parks oder zusätzliche Radwegeführungen entlang bestehender Hauptachsen, die eine Entlastung der Grünräume ermöglichen könnten. Die Verantwortung für ein rücksichtsvolles Miteinander sieht der Verband dabei klar im Verhalten der Radfahrenden im alltäglichen Verkehrsgeschehen.
Mobilitätsforschung in Frankfurt: Warum separate Radwege am Anlagenring und Cityring die Parks entlasten könnten
Die Mobilitätsforscherin Monika Pentenrieder von der Goethe-Universität verweist darauf, dass insbesondere separate Radwege am Anlagenring und am Cityring die Situation in den Grünanlagen entlasten könnten und damit auch den Fußgängerinnen und Fußgängern zugutekämen. Sie widerspricht der Einschätzung, dass „rote Radwege“ nur einer kleinen Nutzergruppe dienten, und argumentiert, dass eine räumliche Trennung vor allem im schnellen Radverkehr die Sicherheit in den Parks erhöhen könne, da sich Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr dadurch reduzieren ließen.
Ob die Stadt Frankfurt diese Argumente aufgreift und den Ausbau zusätzlicher Radwege entlang zentraler Verkehrsachsen vorantreibt, bleibt zunächst offen und hängt von künftigen planerischen Entscheidungen ab.
Günthersburgpark
Grüneburgpark
Quellen: Frankfurter Neue Presse, Stadt Frankfurt am Main
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Komisch, ich meine mich zu erinnern, dass der in den Medien immer wieder als CDU Verkehrs“experte“ bezeichnete, Frank Nagel in der Diskussion um Radwege im Anlagen- und Cityring der Ansicht war, dass diese unnötig seien, da man doch als Radfahrer eh viel besser den Weg durch die Wallanlagen nehmen könnte. Wenn Radfahrer sich auf den Straßen nicht sicher fühlen, weichen sie eben in autofreie Bereiche aus. Interessant ist die Feststellung, dass in beiden Konfliktsituationen anscheinend das Problem der Radfahrer ist. Enttäuschende Leistung vom Fachverband Fußverkehr hier nicht die wahre Ursache des Problems zu benennen, nämlich dass während Fußgänger und Radfahrer sich auf dem letzten Meter Straßenrand gegenseitig auf die Füße treten, 80% des öffentlichen Raums vom MIV beansprucht werden. Und auch wenn es in den letzten Jahren einige nennenswerte Fortschritte gab, ist die Gesamtsituation immer noch schlecht wie der letzte Fahrradklimatest des ADFC zeigt und gefühlte Sicherheit ist immer noch der Nummer Eins Punkt warum Leute in der Stadt kein Rad fahren wollen.