Die Erweiterung und Sanierung des Bauhaus-Archivs in Berlin-Tiergarten verzögert sich weiter. Die künftige Direktorin Brigitte Franzen skizziert dennoch eine inhaltliche Neuausrichtung und blickt optimistisch auf eine Eröffnung bis 2027, fast ein ganzes Jahrzehnt nach Beginn der Arbeiten.

So präsentierte sich die Baustelle des Bauhaus-Archivs im Berliner Tiergarten im Sommer 2025. Bis Ende 2026 soll das Langzeitprojekt nun endlich abgeschlossen werden, wenn alles gut geht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierungen: Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung

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Die Modernisierung und Erweiterung des Bauhaus-Archivs im Berliner Tiergarten wird (noch ein wenig) länger dauern als bislang angenommen war. Wie die künftige Direktorin Brigitte Franzen Anfang Februar 2026 in einem Interview mit dem Tagesspiegel erklärte, verschiebt sich der Abschluss des Projekts erneut.

Eine Fertigstellung bis Herbst 2025, wie sie zwischenzeitlich kommuniziert worden war, gilt inzwischen als unrealistisch. Sollte der neue Zieltermin Ende 2026 eingehalten werden, läge das Vorhaben mehr als zwei Jahre hinter dem zuletzt erwarteten Zeitrahmen.

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Bauhaus-Archiv: Eröffnung verzögert sich weiter, bis mindestens 2027

Bereits im Mai 2025 hatte ENTWICKLUNGSSTADT Zweifel an einer zeitnahen Eröffnung geäußert. Die jüngsten Aussagen bestätigen nun, dass sich der komplexe Umbau des denkmalgeschützten Bestands sowie der Neubau weiter verzögern.

Franzen wird ihre neue Aufgabe ab April 2026 offiziell antreten. Bis zur Wiedereröffnung des Stammhauses übernimmt sie die Leitung des Bauhaus-Archivs vom Standort des sogenannten „Temporary Bauhaus“ in der Knesebeckstraße. Der Wechsel falle in eine Phase hoher Motivation, da das Team den neuen Zeitplan inzwischen als realistische Perspektive begreife und sich stark mit dem Projekt identifiziere, so Franzen selbstbewusst.

© Visualisierung: Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung

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Brigitte Franzens Rolle im Bauhaus-Archiv: Gestalterische Akzente trotz abgeschlossener Planung

Obwohl die architektonische Planung des neuen Museums weitgehend abgeschlossen sei, habe Franzen noch eigene Impulse einbringen können; insbesondere für die Innenräume und den Studiensaal im Bestandsgebäude. Die langjährige Schließung des Hauses sehe sie nicht als Risiko. Vielmehr biete die Pause die Chance, neue Zielgruppen anzusprechen und das Bauhaus einer jüngeren Generation neu zu vermitteln.

Mit rund 2.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche eröffnen sich künftig neue kuratorische Möglichkeiten. Der bereits sichtbare Turm und der neu gefasste Campus sollen dem Haus eine stärkere Präsenz im Stadtraum verleihen. Franzen betonte, das Bauhaus in Berlin stärker in die Stadt hineintragen zu wollen, auch jenseits klassischer Museumsmauern.

Erweiterte Ausstellungsflächen und neue städtebauliche Präsenz am Landwehrkanal

Inhaltlich wolle sie das Bauhaus weniger als streng-funktionale Stilrichtung verstanden wissen, sondern als experimentierfreudige Bewegung mit gesellschaftlicher Relevanz. Der historische Ansatz der Grundlehre – der unkonventionelle Umgang mit Material und die Verbindung von Kunst, Handwerk und Architektur – lasse sich heute direkt mit Fragen nachhaltigen Bauens verknüpfen.

Vor der Wiedereröffnung wird das Bauhaus-Archiv vom 17. April bis 4. Oktober 2026 mit der Ausstellung „Neue Frau, Neues Sehen. Die Bauhaus-Fotografinnen“ im Berliner Museum für Fotografie präsent sein. Ziel bleibt die gemeinsame Eröffnung des sanierten Bestands und des Neubaus von Staab Architekten bis Ende 2026. Die Öffnung für das Publikum soll dann im Laufe des Jahres 2027 erfolgen – wenn alles gut geht.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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© Modell: Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung

Quellen: Der Tagesspiegel, Bauhaus-Archiv, Museum für Gestaltung, Architektur Urbanistik Berlin, Stern, Berliner Woche, berlin.de

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3 Kommentare

  1. a.t. 9. Februar 2026 at 18:36 - Reply

    Oh, unsere Fassadenröhrchen haben es nach 20 Jahren in Asien nun auch nach Deutschland geschafft… Interessant…

  2. Max 10. Februar 2026 at 11:14 - Reply

    Das glaziale öffentliche Bautempo wird ja in Berlin in Jahrzehnten gemessen, von daher sind 2 Jahre Verspätung fast schon sportlich.

  3. Böhme 11. Februar 2026 at 22:21 - Reply

    Ehrlich gesagt ärgert mich dieser Artikel, weil er verschweigt, wann die Baumaßnahmen begonnen wurden. 2018, also vor nunmehr bald acht, in Worten a c h t (!!!) Jahren hat man mit den Baumaßnahmen begonnen. Wenn das „Ding“ 2027 fertig werden soll, hat diese alberne Baumaßnahme neun Jahre gedauert!

    Unabhängig davon – ich hatte das hier und anderweit schon wiederholt geschrieben – ist dieser „Spargelturm“ potthässlich. Es ist einfache Effektheischerei, die darüber hinaus noch nicht mal einzigartig, sondern schon woanders gebaut worden ist. Die Architekten sind drittklassig!

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