Die BVG und Wall testen an der Spandauer Straße ein neues Wartehäuschen. Die Haltestelle bietet einen Defibrillator, WLAN, USB-C-Anschlüsse, digitale Anzeigen und eine direkte Verbindung zur BVG-Sicherheitsleitstelle.

Ein gelbes Plakat mit der Aufschrift „Warten. Testen. Weiterfahren.“ hängt an der Außenwand des neuen BVG-Wartehäuschens an der Marienkirche in Berlin.

Die BVG und Wall kennzeichnen die Wartehalle deutlich als Testprojekt. Die Erfahrungen vor Ort sollen in die Entwicklung neuer Haltestellen einfließen. / © Foto: BVG / Florian Bündig

© Titelbild: BVG / Florian Bündig

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Zwischen Marienkirche, Fernsehturm und stark befahrener Spandauer Straße steht seit Kurzem ein Wartehäuschen, das deutlich mehr können soll als Schutz vor Regen zu bieten. Die BVG und der Außenwerber Wall erproben hier neue Technik für künftige Haltestellen. Welche Funktionen später an weiteren Standorten zum Standard werden, steht noch nicht fest.

  • Bezirk: Mitte
  • Standort: Bushaltestelle Spandauer Straße/Marienkirche
  • Fahrtrichtung: Alexanderplatz
  • Projektstatus: Testbetrieb
  • Besonderheiten: Defibrillator, BVG-Infoknopf, digitale Fahrgastinformation, WLAN, USB-C-Ladeanschlüsse, Solarpaneele, digitaler City-Light-Screen und vorbereitete Kameraunterstützung

Vor Ort fällt zunächst die technische Säule an der rechten Seite des Häuschens auf. Auf einem großen Display erscheinen die nächsten Abfahrten der Buslinien 100 und 200. Darüber weist ein WLAN-Symbol auf den kostenlosen Internetzugang hin. Direkt unterhalb des Bildschirms sitzen ein Informationsknopf und ein auffälliger, schwarz-roter Defibrillator. Gelbe Schilder mit QR-Code fordern die Fahrgäste auf, das neue Konzept zu bewerten.

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In der neuen BVG-Wartehalle in Berlin-Mitte zeigt ein digitaler Bildschirm die Abfahrten der Buslinien 100 und 200, während ein gelbes Schild auf die Umfrage zum neuen Häuschen hinweist.

Die neue BVG-Haltestelle an der Spandauer Straße zeigt aktuelle Abfahrten der Buslinien 100 und 200. Per QR-Code können Fahrgäste das neue Wartehäuschen bewerten. / © Foto: BVG / Florian Bündig

Neue BVG-Haltestelle verbindet Fahrgastinformation und Sicherheit

Über den Infoknopf lässt sich rund um die Uhr eine Sprechverbindung zur Sicherheitsleitstelle der BVG herstellen. Die Funktion überträgt ein System, das Fahrgäste bereits von Berliner U-Bahnhöfen kennen, erstmals in dieser Form auf eine Bushaltestelle im Straßenraum. Bei einem Zwischenfall können Wartende so unmittelbar Kontakt mit der Leitstelle aufnehmen.

Eine Kamera ist ebenfalls in die Informationssäule integriert, während des Tests jedoch nicht aktiv. Nach Angaben der BVG handelt es sich zunächst nur um eine Attrappe. Eine spätere Bildübertragung soll erst möglich werden, wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt sind. Dann könnte die Sicherheitsleitstelle beim Drücken des Knopfes zusätzlich sehen, was an der Haltestelle geschieht. Ob und wann diese Funktion tatsächlich freigeschaltet wird, ist offen.

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Der eingebaute automatisierte externe Defibrillator, kurz AED, soll bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand schnelle Hilfe ermöglichen. Das Gerät führt Ersthelfende mit gesprochenen Anweisungen durch die Anwendung und entscheidet selbstständig, ob es einen Stromstoß abgibt. Das Informationsblatt zur Wartehalle bezeichnet den AED als ohne medizinische Ausbildung nutzbar.

Ein schwarz-roter Defibrillator ist in die Informationssäule der neuen BVG-Haltestelle eingebaut, oberhalb befinden sich der Hilfeknopf und die Sprechverbindung zur BVG.

Ein Defibrillator gehört zur Sicherheitsausstattung der neuen BVG-Haltestelle. Darüber befindet sich der Infoknopf für die direkte Verbindung zur Sicherheitsleitstelle. / © Foto: BVG / Florian Bündig

Neues BVG-Häuschen bietet WLAN, USB-C und Warnmeldungen

Zum Angebot gehören außerdem kostenloses WLAN und USB-C-Anschlüsse zum Laden von Smartphones oder Tablets. Die digitale Fahrgastanzeige erhält ihre Daten direkt aus dem Fahrgastinformationssystem der BVG und aktualisiert Abfahrts- sowie Betriebsinformationen fortlaufend. Ein zweiter digitaler Bildschirm dient als City-Light-Screen und kann Werbung oder andere Inhalte anzeigen.

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Dieser Screen erfüllt zugleich eine Sicherheitsfunktion. Laut Projektinformation ist er an das Modulare Warnsystem des Bundes, kurz MoWaS, angebunden. Im Gefahrenfall können das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie zuständige Stellen des Landes Berlin das laufende Programm unterbrechen und Warnmeldungen ausspielen.

Auf dem flachen Dach befinden sich Solarpaneele. Sie unterstützen laut BVG die Stromversorgung der Beleuchtung, machen die Wartehalle jedoch nicht unabhängig vom Stromnetz. Die Konstruktion berücksichtigt zudem den Vogelschutz. Welche konkreten baulichen Maßnahmen dafür eingesetzt wurden, nennt das Unternehmen nicht.

Eine Infografik erklärt die Ausstattung des neuen BVG-Wartehäuschens mit Solardach, Warnbildschirm, Kameraattrappe, Defibrillator, WLAN, USB-C-Anschlüssen und digitaler Fahrgastinformation.

Die Übersicht von Wall zeigt die technische Ausstattung der neuen BVG-Haltestelle mit Solarpaneelen, digitaler Fahrgastinformation, Infoknopf, Defibrillator, WLAN und USB-C-Ladeanschlüssen. / © BVG

Fahrgäste entscheiden über künftige BVG-Haltestellen mit

Die BVG will die Funktionen mehrere Monate lang im regulären Betrieb prüfen. Fahrgäste können über einen QR-Code an der Wartehalle an einer Umfrage teilnehmen. Gefragt wird unter anderem, welche Ausstattungsmerkmale nützlich sind, was verbessert werden sollte und worauf künftige Haltestellen verzichten könnten.

Nach Angaben der Projektpartner vereint derzeit kein anderes Wartehäuschen in Deutschland diese Funktionen in derselben Kombination. Eine Entscheidung über weitere Standorte oder eine serienmäßige Einführung liegt noch nicht vor. Die Erfahrungen aus dem Betrieb und die Rückmeldungen der Fahrgäste sollen zunächst in die weitere Entwicklung der Berliner Wartehallen einfließen.

Spandauer Straße/Marienkirche

 

Quellen: BVG, Berlin.de, Tagesspiegel, Invidis

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One Comment

  1. a.t. 15. Juli 2026 at 12:07 - Reply

    Sehr geil und absolute Klasse das Teil!….Aber die tun mir jetzt schon wieder leid, wie diese guten Stücke in einem Jahr aussehen werden.

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