Die Mieten in Berlin unterscheiden sich stark nach Lage. Neue Daten zeigen, wo Wohnen besonders teuer ist und welche Ortsteile noch unter dem Berliner Durchschnitt liegen.

Die Infografik zeigt die Mietunterschiede in Berlin auf einen Blick (Stand: 30. Juni 2026). / © Grafik: ENTWICKLUNGSSTADT mit KI; Quelle: Immowelt
© Titelbild: depositphotos.com
Berlin hat nicht nur ein Mietproblem. Berlin hat viele Mietmärkte zugleich. Während in einigen Ortsteilen Angebotsmieten deutlich über 17 Euro pro Quadratmeter liegen, werden in anderen noch Werte knapp über 10 Euro erreicht. Neue Daten aus dem immowelt Mietkompass zeigen, wo Wohnen in Berlin wie teuer ist.
- Berliner Durchschnitt: 14,39 Euro pro Quadratmeter
- Teuerster Ortsteil: Wilmersdorf mit 17,42 Euro pro Quadratmeter
- Günstiger Ortsteil: Märkisches Viertel mit 10,51 Euro pro Quadratmeter
14,39 Euro pro Quadratmeter. So hoch liegt die durchschnittliche Angebotsmiete für Bestandswohnungen in Berlin laut immowelt Mietkompass im zweiten Quartal 2026. Damit gehört Berlin zu den teuersten großen Mietmärkten Deutschlands. Nur München, Frankfurt am Main und Stuttgart liegen darüber.
Berlin Mieten: Der Durchschnitt verdeckt die eigentliche Geschichte
Doch dieser Durchschnitt erklärt den Berliner Wohnungsmarkt nur begrenzt. Denn die detaillierte Mietkarte zeigt: Innerhalb der Stadt entscheidet der Ortsteil stark darüber, wie teuer Wohnen ist. Zwischen Waidmannslust mit 10,84 Euro und Wilmersdorf mit 17,42 Euro pro Quadratmeter liegen 6,58 Euro. Bei einer 75-Quadratmeter-Wohnung ergibt das rechnerisch fast 494 Euro Unterschied bei der monatlichen Kaltmiete.
Teure Berliner Lagen liegen nicht nur in Mitte
Wilmersdorf führt die Liste der genannten Ortsteile mit 17,42 Euro pro Quadratmeter an. Ebenfalls sehr teuer sind Grunewald und Wilhelmstadt mit jeweils 17,06 Euro. Tiergarten liegt bei 16,71 Euro, Halensee bei 16,68 Euro und Dahlem bei 16,66 Euro. Auch Schmargendorf erreicht mit 16,42 Euro ein deutlich überdurchschnittliches Niveau.
Mitte liegt mit 16,03 Euro ebenfalls klar über dem Berliner Schnitt. Friedrichshain kommt auf 15,85 Euro, Wannsee auf 15,88 Euro und Nikolassee auf 15,50 Euro. Prenzlauer Berg liegt mit 14,91 Euro dagegen nur leicht über dem Berliner Durchschnitt.

Blick auf eine Großwohnsiedlung in Berlin: In Randlagen liegen die Angebotsmieten häufig unter dem Niveau der Innenstadt, dennoch steigen auch dort die Wohnkosten. / © Foto: depositphotos.com
Wo Wohnen in Berlin noch günstiger ist
Am unteren Ende der Liste stehen Ortsteile, die oft am Berliner Stadtrand liegen. Das Märkische Viertel kommt auf 10,51 Euro pro Quadratmeter. Waidmannslust liegt bei 10,84 Euro, Buchholz bei 11,02 Euro und Haselhorst bei 11,55 Euro. Auch Hellersdorf mit 11,74 Euro und Spandau mit 11,83 Euro bleiben unter der Marke von 12 Euro.
Weitere vergleichsweise günstigere Werte finden sich in Staaken mit 12,09 Euro, Adlershof mit 12,15 Euro, Baumschulenweg und Französisch Buchholz mit jeweils 12,31 Euro sowie Buch mit 12,33 Euro.
Viele dieser Ortsteile verfügen über einen höheren Anteil an Großsiedlungen oder liegen weiter außerhalb des S-Bahn-Rings. Genau dort verorten die immowelt-Daten auch eher noch bezahlbare Angebote. Gleichzeitig steigen auch dort die Angebotsmieten seit Jahren kontinuierlich an.
Berlin ist langsamer teurer geworden, aber auf hohem Niveau
Seit 2023 sind die Angebotsmieten in Berlin um 11,9 Prozent gestiegen. Im Vergleich der 15 untersuchten Großstädte liegt Berlin damit nur auf Platz 13 beim prozentualen Anstieg. Entspannung bedeutet das aber nicht. Vielmehr startet die Hauptstadt bereits von einem hohen Preisniveau aus.
Für eine neue 75-Quadratmeter-Wohnung zahlen Mieterinnen und Mieter in Berlin laut Auswertung im Mittel 115 Euro mehr als 2023. Dazu kommt: Die Durchschnittseinkommen in Berlin liegen laut den Angaben rund 8 Prozent unter dem Bundesniveau. Für die rund 1,9 Millionen Berliner Mieterhaushalte zählt deshalb nicht nur der Quadratmeterpreis. Entscheidend ist, wie viel Einkommen nach der Miete bleibt.
Die neuen Daten zu den Mieten in Berlin zeigen also vor allem eines: Von einem einheitlichen Berliner Wohnungsmarkt kann längst keine Rede mehr sein. Zwischen den einzelnen Ortsteilen liegen inzwischen mehrere Hundert Euro Unterschied bei der monatlichen Kaltmiete – selbst bei Wohnungen gleicher Größe.
Quelle: immowelt
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


