Der „Bauhaus-Archiv Tower“ in Berlin ist für den Deutschen Ingenieurbaupreis 2026 nominiert. Das Projekt erweitert das Bauhaus-Archiv mit einem Stahl-Holz-Hybridbau.

Die Trophäe des Deutschen Ingenieurbaupreises wird an herausragende Ingenieurleistungen vergeben. Für die Ausgabe 2026 gehört der Berliner „Bauhaus-Archiv Tower“ zu den sieben nominierten Projekten. / © Foto: Studio Lapatsch / Unger
© Titelbild: Marcus Ebener
Der „Bauhaus-Archiv Tower“ in Berlin gehört zu den sieben Projekten, die für den Deutschen Ingenieurbaupreis 2026 nominiert sind. Der Staatspreis zeichnet alle zwei Jahre herausragende Ingenieurleistungen in Deutschland aus. Für Berlin steht ein fünfgeschossiger Stahl-Holz-Hybridbau im Fokus der Nominierung, der den künftigen Haupteingang des Bauhaus-Archivs bildet.
- Bezirk: Mitte
- Adresse: Klingelhöferstraße 14, 10785 Berlin
- Tragwerksplanung: B+G Bollinger und Grohmann Ingenieure GmbH
- Bauzeit: 2019 bis 2025
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und die Bundesingenieurkammer vergeben den Deutschen Ingenieurbaupreis gemeinsam. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung führt das Verfahren durch. Für 2026 gingen 41 Bewerbungen ein. Die Jury wählte sieben Projekte aus. Neben dem „Bauhaus-Archiv Tower“ in Berlin sind Bauwerke in Castrop-Rauxel, Chemnitz, Magdeburg, Reutlingen, Stuttgart und Worms nominiert. Insgesamt werden mit den Preisen 60.000 Euro vergeben.
Der „Bauhaus-Archiv Tower“ entstand im Zuge der Sanierung und Erweiterung des Bauhaus-Archivs. Das bestehende, denkmalgeschützte Museum umfasst rund 1.900 Quadratmeter. Der Neubau ergänzt es um 4.200 Quadratmeter Nutzfläche. Der Turm steht auf dem Vorplatz und bündelt künftig die öffentlichen Angebote des Museums.
„Bauhaus-Archiv Tower“: Stahl-Holz-Hybridbau in Berlin
Ingenieurtechnisch prägt vor allem das Tragwerk den Bau. Der fünfgeschossige Turm nutzt eine Stahl-Holz-Hybridkonstruktion. Je Geschoss ordnen die Planer zwischen 112 und 156 schlanke Stahlstützen um einen annähernd quadratischen Grundriss an. Diese Stützen stehen außerhalb der Fassade, neigen sich leicht und versetzen sich gegeneinander. Dadurch entsteht das markante, unregelmäßige Erscheinungsbild.
Innen tragen Baubuche-Träger die Geschossdecken. Fassadenseitig lagern sie am außenliegenden Stahlkastenträger. Auch das Fluchttreppenhaus planten die Beteiligten in Holzbauweise. Die neuen Ausstellungsflächen liegen nicht im Turm, sondern in einem Sockelgeschoss unter dem Vorplatz. Ein eingeschossiges Foyer ordnet sich um einen Innenhof und verbindet Neubau und Bestand.

Die Visualisierung zeigt den „Bauhaus-Archiv Tower“ in Berlin. Der fünfgeschossige Stahl-Holz-Hybridbau ist für den Deutschen Ingenieurbaupreis 2026 nominiert. / © Visualisierung: Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung
„Bauhaus-Archiv Tower“ als sichtbarster Teil einer Erweiterung
Die Nominierung fällt in eine Phase, in der die Sanierung und Erweiterung des Bauhaus-Archivs weiterhin nicht abgeschlossen sind. Nach aktuellen Angaben der neuen Direktorin Brigitte Franzen soll die bauliche Fertigstellung nun bis Ende 2026 erfolgen, die Wiedereröffnung des Museums ist für 2027 vorgesehen. Damit würde das Vorhaben deutlich später abgeschlossen als ursprünglich geplant.
Die Arbeiten laufen bereits seit 2018. Der „Bauhaus-Archiv Tower“ bildet dabei den sichtbarsten Teil der Erweiterung. Künftig soll er als neuer Eingangs- und Empfangsbereich dienen und die unter dem Vorplatz angelegten Ausstellungsflächen mit dem denkmalgeschützten Bestandsbau verbinden.
Berliner „Bauhaus-Archiv Tower“ erhielt bereits Stahlbaupreis
Schon vor der Nominierung für den Deutschen Ingenieurbaupreis erhielt der „Bauhaus-Archiv Tower“ den Österreichischen Stahlbaupreis 2025. Ausgezeichnet wurde das Projekt in der Kategorie Hochbau. Die Stahlbauarbeiten realisierte Zeman & Co. Die Jury hob die präzise Stahlkonstruktion, die vorgefertigten Bauteile und die materialgerechte Verbindung von Stahl, Holz und Glas hervor.
Für Berlin ist die Nominierung für den Deutschen Ingenieurbaupreis relevant, weil sie ein Museumsprojekt in den Blick rückt, das nicht nur architektonisch, sondern vor allem konstruktiv auffällt. Der „Bauhaus-Archiv Tower“ verbindet einen denkmalgeschützten Bestand mit einem Neubau, der sichtbar auf Ingenieurleistung setzt. Die Entscheidung über den Deutschen Ingenieurbaupreis 2026 steht noch aus.
Bauhaus-Archiv Tower, Berlin
Quellen: BMWSB, Bollinger+Grohmann, Österreichischer Stahlbauverband, Staab Architekten
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