Das Büro Sauerbruch Hutton hat für das Wohnquartier „Franklin Village“ in Mannheim den Deutschen Architekturpreis 2025 erhalten. Mit Projekten in Kreuzberg, Alt Moabit, Treptow-Köpenick, Mitte und am Alexanderplatz prägt das Büro auch Berlin, während weitere Auszeichnungen an die Berliner Büros AFF Architekten und die Supertype Group gingen.

© Titelbild: Sauerbruch Hutton Architekten / Jan Bitter

 

Das Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton hat den Deutschen Architekturpreis 2025 für das Projekt „Franklin Village“ in Mannheim erhalten. Das Ensemble überzeugte die Jury, weil es soziale Mischung, klare Gestaltung und ressourcenschonendes Bauen in vorbildlicher Weise verbindet. Der Staatspreis ist mit 30.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vom Bundesbauministerium sowie von der Bundesarchitektenkammer vergeben.

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Bei der feierlichen Verleihung in Berlin würdigten Verena Hubertz, die Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, und Andrea Gebhard, die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, das Projekt gemeinsam. Beide betonten, dass das „Franklin Village“ beispielhaft zeigte, wie bezahlbares Bauen, Baukultur und Klimaschutz miteinander verbunden werden können.

Damit gewinnt die aktuelle Debatte um quartiersbezogenes Wohnen und nachhaltige Konstruktionen an Substanz. Gleichzeitig rückt die Arbeit von Sauerbruch Hutton in einen größeren baukulturellen Kontext. In diesem Artikel wird das Siegerprojekt vorgestellt, bevor ein Blick auf fünf weitere Arbeiten des Büros in Berlin folgt.

Der Deutsche Architekturpreis geht ans „Franklin Village“ in Mannheim: Quartierentwicklung und Holzbau

Auf dem Foto sind die Wohnhäuser mit ihren farbig akzentuierten Laubengängen und dem grünen Innenhof zu sehen.

Das ausgezeichnete Quartier „Franklin Village“ vereint fünf Neubauten mit einem sanierten Bestandsgebäude und setzt auf Holzbau sowie soziale Mischung. / © BFM Jan Bitter

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Das „Franklin Village“ entsteht auf einem ehemaligen Militärgelände und vereint fünf Neubauten mit einem erweiterten Bestandsgebäude. Das Quartier bietet unterschiedliche Wohnungstypen von Apartments über klassische Familienwohnungen bis hin zu Clusterwohnungen. Durch Laubengänge und großzügige Freitreppen entstehen Räume für Begegnung, sodass der Austausch unter den Bewohnerinnen und Bewohnern bewusst gefördert wird.

Die Architektur setzt auf Holzbau, klare Proportionen und gezielt eingesetzte Farbakzente. Damit entstehen nicht nur effiziente und nachhaltige Gebäude, sondern auch eine einladende Atmosphäre. Da öffentliche Bereiche in das Ensemble integriert sind, können auch Passantinnen und Passanten die Räume nutzen. Auf diese Weise wirkt das Quartier über die Bewohnerschaft hinaus und zeigt, wie nachhaltige Nachverdichtung in der Stadt erfolgreich umgesetzt werden kann.

Sauerbruch Hutton Architekten planen das Postscheckamt in Kreuzberg: Bestandsintegration und neue Stadtbausteine im Quartier „Die Macherei“

Das Bild zeigt das grün glasierte Hochhaus direkt am Gleis der Berliner Stadtbahn.

Das frühere Postscheckamt wird zu einem 20.000 m² großen Quartier mit Wohnungen, Büros, Co-Working, Retail, Gastronomie, Fitness und viel Grün umgebaut. Das Bild zeigt das grün glasierte Hochhaus direkt am Gleis der Berliner Stadtbahn. / © Foto: Sauerbruch Hutton Architekten / Jan Bitter

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Am ehemaligen Postscheckamt in Kreuzberg entwickelte Sauerbruch Hutton einen Masterplan, der das Hochhaus aus den siebziger Jahren in die heutige Stadtstruktur einbindet und zugleich neue Nutzungen ergänzt. Neben Wohnen und Büros entstehen Gastronomie und Läden im Erdgeschoss sowie ein gemeinsamer Hof, der Durchblicke und Aufenthaltsqualität schafft. Die Fassade aus glasierter Keramik und fein gegliederten Fensterbändern reagiert auf das Licht und verleiht dem Quartier ein lebendiges Erscheinungsbild.

Ersatzbau für das Bundespräsidialamt in Alt Moabit an der Moltkebrücke: Nachhaltiger Holzhybridbau als Interimslösung

Die Visualisierung zeigt den farbig schimmernden, gerundeten Baukörper mit Keramikfassade.

Der Neubau entsteht als Interimsquartier in Holzhybridbauweise und erfüllt hohe Energiestandards. Das Bürogebäude wird auf einem rund 4.000 Quadratmeter großen Grundstück errichtet und soll etwa 10.000 Quadratmeter Nutzfläche bieten. / © Visualisierung: Sauerbruch Hutton Architekten

In Alt Moabit entsteht ein Interimsbau für den Bundespräsidenten, das in Holzhybridbauweise errichtet wird und eine farbige Fassade aus Keramikelementen in Rot, Blau und Gelb erhält. Der Neubau erfüllt den Energiestandard „Bund 40“, nutzt erneuerbare Systeme und wird nach der Interimsnutzung durch eine andere Bundesbehörde weitergeführt. Damit verbindet das Projekt Funktionalität, Nachhaltigkeit und eine markante architektonische Präsenz.

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Wohnprojekt Baumschulenweg in Treptow-Köpenick: 99 Genossenschaftswohnungen die in Holzbauweise umgesetzt werden

Auf der Visualisierung ist der begrünte Innenhof zu sehen, der als Zentrum des Zusammenlebens dient.

Das genossenschaftliche Projekt bietet 99 Wohnungen in Holzbauweise sowie soziale Infrastruktur. Insgesamt 6.000 Quadratmeter Wohnfläche sollen bei dem Bauvorhaben entstehen, auch drei Gewerbeflächen sind geplant. / © Visualisierung: Sauerbruch Hutton Architekten

In Baumschulenweg entstehen nach Plänen von Sauerbruch Hutton zwei Gebäude mit 99 Wohnungen, die um einen begrünten Innenhof angeordnet sind. Das Projekt wird in Holzbauweise umgesetzt und kombiniert unterschiedliche Wohnformen, darunter Clusterwohnungen, Apartments und barrierefreie Einheiten. Mit Mieten zwischen 7 und 11,50 Euro pro Quadratmeter sowie ergänzenden Nutzungen wie einer Kita und einer Demenz-Wohngemeinschaft richtet es sich an eine vielfältige Bewohnerschaft.

Berlin Metropolitan School in Mitte: Erweiterung durch Aufstockung und neue Lernlandschaften im denkmalgeschützten Ensemble

Foto zeigt den neuen Baukörper im Dialog mit dem historischen Bestand und dem Schulhof.

Der Umbau und die Aufstockung eines DDR-Plattenbausaus, mittels Holz mit Kupferverkleidung erweitert die Schule um neue Lernräume und eine Aula. / © Foto: Sauerbruch Hutton Architekten / Jan Bitter

Die Berlin Metropolitan School in Mitte erhielt durch Sauerbruch Hutton eine Erweiterung in Form einer aufgesetzten Holzkonstruktion mit Kupferverkleidung, die sich in das denkmalgeschützte Ensemble einfügt und gleichzeitig einen modernen Akzent setzt. Die sichtbare Holzstruktur im Inneren schafft helle Räume und offene Bereiche für Austausch und Projektarbeit. Dank eines hohen Vorfertigungsgrades konnte die Erweiterung während des laufenden Schulbetriebs umgesetzt werden.

Hochhaus am Alexanderplatz: Mischung aus Wohnen, Arbeiten und öffentlichen Nutzungen mit nachhaltigen Technologien

Das geplante Ensemble verbindet Wohnen, Arbeiten und öffentliche Nutzungen und integriert nachhaltige Technologien. Das Hochhaus am Alexanderplatz soll 146 Meter hoch werden. / © Visualisierung: Sauerbruch Hutton Architekten

Am Alexanderplatz plant Sauerbruch Hutton ein Ensemble aus Sockelbau und Hochhaus, das Wohnen, Arbeiten und öffentliche Nutzungen vereint. Während im Sockel Gastronomie, Einzelhandel und Coworking-Flächen entstehen, bieten die oberen Geschosse Wohnungen mit großzügigen Fensterfronten und einem gemeinschaftlichen „Garden Club“. Der Turm selbst wird überwiegend für Büros genutzt. Nachhaltige Technologien wie Photovoltaik in der Fassade, natürliche Belüftung über Kastenfenster sowie Geothermie und Grauwasserwärme reduzieren den Energiebedarf und machen das Gebäude zu einem zukunftsweisenden Beitrag für die Entwicklung des Alexanderplatzes.

Deutscher Architekturpreis 2025: Zwei weitere Berliner Büros überzeugen mit nachhaltigen und innovativen Projekten

Das Projekt „Spore Initiative und Publix“ in Berlin-Neukölln wurde von AFF Architekten für die Schöpflin Stiftung entwickelt. Die beiden Gebäude verbinden Nachbarschaftsprogramme und biokulturelle Vielfalt mit Arbeits- und Veranstaltungsräumen für unabhängigen Journalismus und setzen dabei auf historische Bezüge, nachhaltige Materialien und innovative Bauweisen. / © Foto: KEVIN FUCHS FOTOGRAFIE

Neben Sauerbruch Hutton gingen beim Deutschen Architekturpreis 2025 auch zwei weitere Preise nach Berlin. Das „Stiftungsensemble Spore Initiative und Publix“ von AFF Architekten überzeugte die Jury ebenso wie das „Wintergartenhaus“ der Supertype Group. Beide Arbeiten wurden mit jeweils 3.000 Euro prämiert und stehen für innovative Lösungen im Umgang mit Bestand, Materialität und gesellschaftlichen Anforderungen.

Die Bundesarchitektenkammer betonte in ihrer Mitteilung, dass alle ausgezeichneten Projekte Vorbilder für eine verantwortungsvolle Baukultur seien. Damit zeigen die Berliner Büros in ihrer Vielfalt, wie sich bezahlbare, nachhaltige und zugleich architektonisch hochwertige Bauwerke umsetzen lassen. Gemeinsam setzen sie ein starkes Signal für die Bedeutung der Hauptstadt in der deutschen Architekturlandschaft.

 

Quellen: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Sauerbruch Hutton, AFF, DAB online

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