Der Alsterpavillon in Hamburg wird umfassend saniert und erhält ein neues gastronomisches Konzept. Die Pläne sehen eine hanseatische Brasserie, ein Sonnendeck und Räume für kulturelle Veranstaltungen vor.

Der Alsterpavillon am Jungfernstieg in Hamburg.

Der Alsterpavillon am Jungfernstieg zählt zu den bekanntesten Gebäuden an der Hamburger Binnenalster. Das denkmalgeschützte Bauwerk wird derzeit umfassend saniert und soll mit einer neuen Brasserie sowie einer Dachterrasse wiedereröffnen. / © Foto: Wikimedia Commons, Stephan Schildberg, CC BY-SA 3.0

© Titelbild: MOKA Studio

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Der Alsterpavillon gehört seit Generationen zum Bild der Hamburger Innenstadt. Hinter dem Bauzaun am Jungfernstieg entsteht derzeit jedoch mehr als eine neue gastronomische Einrichtung. Die Betreiber wollen das denkmalgeschützte Gebäude architektonisch näher an seinen Entwurf aus den 1950er-Jahren heranführen und zugleich ein Konzept umsetzen, das vom morgendlichen Cafébetrieb bis zum abendlichen Essen reicht.

  • Bezirk: Hamburg-Mitte
  • Adresse: Jungfernstieg 54, 20354 Hamburg
  • Baubeginn: November 2025
  • Geplante Fertigstellung: Spätsommer 2026
  • Nutzung: Gastronomie, Café, Veranstaltungen und Kultur

Im Herbst 2025 endete nach rund 25 Jahren der Betrieb des Restaurants „Alex“ im Alsterpavillon. Zuvor hatte die Stadt Hamburg das auslaufende Erbbaurecht neu ausgeschrieben. Das Verfahren sollte nicht allein einen neuen Gastronomiebetrieb hervorbringen. Die Finanzbehörde verlangte auch ein hochwertiges Konzept mit Bezug zur Binnenalster sowie eine stärkere kulturelle Nutzung des Standorts.

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Den Zuschlag erhielten der Gastronom Hannes Schröder (Küchenfreunde) und Niklas Nordmann (Ratsherrn Brauerei). Der neue Erbbaurechtsvertrag läuft über 40 Jahre.

Hamburgs Alsterpavillon orientiert sich wieder am Entwurf von Ferdinand Streb

Die Arbeiten begannen nach dem Auszug des bisherigen Betreibers im November 2025. Das Gebäude wurde zunächst entkernt. Anschließend folgten die Sanierung des Bestands, der Wiederaufbau sowie der Innenausbau. Als Generalunternehmer begleitet das Hamburger Bauunternehmen OTTO WULFF das Projekt. Zum Planungsteam gehören auch bromsky Architekten und efs architekten stadtplaner.

Das heutige Gebäude geht auf einen Entwurf des Architekten Ferdinand Streb zurück. Er plante den nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Alsterpavillon als modernen, klar gegliederten Bau am Ufer der Binnenalster. Umbauten und Ergänzungen veränderten die ursprüngliche Gestaltung in den folgenden Jahrzehnten aber deutlich.

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Eine mögliche Zukunftsvision für den Alsterpavillon: Die Visualisierung zeigt den geplanten Entwurf für den Standort am Jungfernstieg.

Der Entwurf für den Alsterpavillon setzt auf eine zeitgemäße Weiterentwicklung des historischen Standorts am Jungfernstieg. / © MOKA Studio

Alsterpavillon: Keine vollständige Rekonstruktion geplant

Das neue Architekturkonzept soll nun deshalb zentrale Merkmale des historischen Entwurfs wieder stärker herausarbeiten. Im Mittelpunkt stehen nach Angaben der Planer die ursprüngliche Materialwirkung, die klare Form und die einfache Gliederung des Gebäudes.

Dabei geht es nicht um eine vollständige Rekonstruktion. Die Planer verbinden den denkmalgeschützten Bestand mit neuen gastronomischen und technischen Anforderungen. Der Alsterpavillon soll künftig barrierefrei funktionieren und unterschiedliche Bereiche für verschiedene Tageszeiten erhalten.

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Auf der offiziellen Projektseite beschreiben die Betreiber ein Café, einen zentralen Salon, eine Terrasse zum Jungfernstieg und ein neues Sonnendeck. Letzteres entsteht auf dem Dach und eröffnet den Gästen einen erhöhten Blick über die Binnenalster.

Neue Gastronomie im Alsterpavillon: Café, Brasserie und Sonnendeck

Unter dem Namen „Alsterpavillon – Hanseatische Brasserie“ soll ein ganztägiges gastronomisches Angebot entstehen. Das Café richtet sich an Gäste am Morgen und tagsüber. Im Salon wollen die Betreiber Frühstück, Mittagessen, Kaffee, Aperitif und Abendgeschäft miteinander verbinden.

Auf der Speisekarte sollen frische und saisonale Zutaten stehen. Die bisher veröffentlichten Darstellungen zeigen unter anderem Backwaren, belegte Brote, Fischgerichte, Muscheln und Ratsherrn-Bier. Eine vollständige Speisekarte liegt bislang nicht vor.

Kultur und Veranstaltungen sollen den Alsterpavillon stärker öffnen

Die Stadt hatte in ihrer Ausschreibung ausdrücklich verlangt, den Alsterpavillon als Kulturstandort weiterzuentwickeln. Das neue Konzept sieht deshalb flexibel nutzbare Flächen für öffentliche und private Veranstaltungen vor. Geplant sind kleinere kulturelle Formate, die den gastronomischen Alltag ergänzen.

Damit soll sich der Alsterpavillon wieder stärker an Hamburgerinnen und Hamburger richten und nicht nur als touristischer Anlaufpunkt funktionieren. Die Stadt verbindet die Neuvergabe zugleich mit der Umgestaltung des Jungfernstiegs. Die schmalere Fahrbahn, breitere Flächen für Fußgänger und die neuen gastronomischen Angebote sollen den Bereich an der Binnenalster stärker als Aufenthaltsort prägen.

Alsterpavillon

 

Quellen: Genuss-Guide Hamburg, Alsterpavillon, Freie und Hansestadt Hamburg, Giorgio Gullotta Architekten, bromsky Architekten, efs architekten stadtplaner

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