Rund um den historischen Postbahnhof in Berlin-Friedrichshain ist innerhalb von zwei Jahrzehnten ein nahezu vollständig neues Stadtquartier entstanden, und auch am Postbahnhof selbst wurde jahrelang gearbeitet. Nach Abschluss der denkmalgerechten Sanierung setzt ausgerechnet eines der ältesten Gebäude des Areals einen der stärksten architektonischen Akzente.

Bei der Sanierung wurden historische Bauteile erhalten und behutsam um moderne Elemente ergänzt. Große Glasflächen schaffen dabei einen deutlichen Kontrast zum mehr als 100 Jahre alten Backsteinmauerwerk. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Wer den Berliner Postbahnhof noch aus den 1990er- oder frühen 2000er-Jahren kennt, dürfte die Umgebung im Süden Friedrichshains heute kaum wiedererkennen. Wo sich zwischen Ostbahnhof, Warschauer Straße und Spree über Jahrzehnte Bahnflächen, Brachen, Gewerbehallen und wenig genutzte Grundstücke erstreckten, ist innerhalb von gut zwei Jahrzehnten ein dicht bebautes Stadtquartier entstanden, und ein besonders umstrittenes noch dazu.
Der historische Postbahnhof gehört zu den wenigen Gebäuden, die diesen tiefgreifenden Wandel überdauert haben. Mehr noch: Nach seiner inzwischen abgeschlossenen Sanierung bildet der mehr als 100 Jahre alte Backsteinkomplex einen deutlichen architektonischen Gegenpol zu den zahlreichen nüchternen Neubauten in seiner Umgebung.
Friedrichshain: Historischer Postbahnhof wurde umfassend saniert
Der zwischen 1904 und 1907 beziehungsweise in Teilen bis 1908 entstandene Postbahnhof war über Jahrzehnte ein wichtiger Umschlagplatz für Briefe und Pakete und blieb bis in die 1990er-Jahre als Logistikstandort in Nutzung. 2021 übernahm PATRIZIA das denkmalgeschützte Ensemble und ließ es umfassend revitalisieren.
Entstanden sind rund 17.600 Quadratmeter Büro- und Gemeinschaftsflächen. Dabei blieben zentrale Bestandteile der historischen Architektur erhalten: Backsteinfassaden, Rundbogenfenster, freigelegte Klinkerwände und gusseiserne Tragkonstruktionen bestimmen weiterhin das Erscheinungsbild. Moderne Einbauten, neue Haustechnik und flexible Büroflächen wurden in die vorhandene Struktur integriert.

Der neu gestaltete Innenhof gehört zu den sichtbarsten Veränderungen auf dem Postbahnhof-Areal. Begrünte Flächen und neue Aufenthaltsbereiche ersetzen Teile der früher weitgehend versiegelten Außenanlagen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Postbahnhof am Ostbahnhof: Begrünter Innenhof ersetzt große versiegelte Flächen
Bemerkenswert ist allerdings nicht allein der Umbau des historischen Gebäudes. Auch das gesamte Grundstück hat sein Gesicht verändert. Noch im Frühjahr 2026 waren die Außenanlagen von Baumaschinen, Erdarbeiten und gelagerten Baumaterialien geprägt.
Inzwischen wurden große versiegelte Bereiche zurückgebaut und neue Grün- und Aufenthaltsflächen geschaffen. Die verschiedenen Gebäudeteile gruppieren sich heute um einen großzügigen begrünten Innenhof.
Damit hat sich auch die Wahrnehmung des Postbahnhofs verändert. Das historische Ensemble wirkt nicht mehr wie ein Relikt auf einem ehemaligen Bahn- und Gewerbeareal, sondern wie ein besonderer Baustein eines neu geordneten Quartiers. Gerade die Verbindung aus industrieller Architektur, modernen Ergänzungen und begrünten Freiräumen hebt das Projekt von vielen Neuentwicklungen der Umgebung ab.

Historische Industriearchitektur trifft auf moderne Stadtentwicklung: Hinter den sanierten Backsteinbauten des Postbahnhofs ragen die Neubauten des umliegenden Quartiers auf. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Rund um den Postbahnhof ist eine völlig neue Stadtsilhouette entstanden
Denn gleichzeitig hat sich auch der städtebauliche Maßstab rund um das Gelände radikal verändert. Zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße entstanden in den vergangenen Jahren zahlreiche Büro-, Hotel-, Wohn- und Veranstaltungsgebäude. Mit neuen Hochhäusern wie dem „EDGE East Side“ ist zudem eine Stadtsilhouette entstanden, die mit dem früheren Erscheinungsbild des Areals kaum noch vergleichbar ist.
Besonders deutlich wird dies durch die beiden 86 und 95 Meter hohen Türme des Projekts „Brooks on East“, die derzeit fertiggestellt werden. Denn das Projekt grenzt direkt an das Postbahnhof-Areal an. Hinzu kommen weitere großformatige Neubauten im Umfeld der Mediaspree. Die Entwicklung basiert in Teilen auf städtebaulichen Planungen, die bereits Anfang der 2000er-Jahre für das Areal rund um die East Side Gallery angestoßen wurden.
Postbahnhof markiert den Abschluss einer jahrzehntelangen Quartiersentwicklung
Mit der abgeschlossenen Sanierung des Postbahnhofs erreicht die Transformation des Quartiers nun einen wichtigen Meilenstein. Zwar werden einzelne Projekte wie „Brooks on East“ noch bis 2027 weitergebaut, doch die großen Grundstücksentwicklungen zwischen Ostbahnhof, Uber Arena und Warschauer Straße sind mittlerweile weitgehend umgesetzt oder befinden sich auf der Zielgeraden.
Ausgerechnet eines der ältesten Gebäude des Areals setzt dabei einen der stärksten architektonischen Akzente. Während ringsum ein nahezu vollständig neues Stadtquartier entstanden ist, bewahrt der Postbahnhof ein sichtbares Stück der industriellen Geschichte Friedrichshains; und zeigt zugleich, dass historische Bausubstanz auch innerhalb eines radikal veränderten städtebaulichen Umfelds eine prägende Rolle übernehmen kann.

Großformatige Fenster, freigelegte Klinkerwände und moderne Einbauten prägen die neuen Arbeitsbereiche im Berliner Postbahnhof. Das Projekt verbindet Industriearchitektur mit zeitgemäßen Büroflächen. / © Foto: PATRIZIA SE

Alt und Neu liegen auf dem Postbahnhof-Areal unmittelbar nebeneinander. Die restaurierten Backsteinfassaden wurden modernisiert, während sich im Hintergrund die jüngere Bebauung des Quartiers zeigt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Auch die Außenanlagen des Postbahnhofs wurden umfassend neugestaltet. Neue Bäume, Pflanzflächen und Aufenthaltsbereiche ergänzen die denkmalgeschützte Backsteinarchitektur. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Postbahnhof Berlin
Quellen: PATRIZIA, Deutsches Architektur Forum, Wikipedia, Deutsche Bahn AG
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Ziemlich substanzloser Artikel, der absolut nichts Neues bringt.
Es gibt nur ein Thema was interessant wäre.
Wird der 100meter Turm noch gebaut, der geplant war.
Alles andere zu dem Areal ist irrelevant.