Der DDR-Architekt Roland Korn ist im Alter von 96 Jahren gestorben. ENTWICKLUNGSSTADT zeigt seine wichtigsten Werke in Berlin – vom Staatsratsgebäude über den Alexanderplatz bis nach Marzahn.

Staatsratsgebäude
Hotel Stadt Berlin
Haus des Reisens
Großsiedlung Marzahn
Nikolaiviertel
Mühlenkiez
U5 nach Hönow
Domhotel

© Titelbild: Wikimedia Commons, Bundesarchiv, Bild 183-C1001-0001-002, CC-BY-SA 3.0 und Wikimedia Commons, Bundesarchiv, Bild 183-C1003-0003-005, CC BY-SA 3.0 de

 

ANZEIGE

Seine Gebäude stehen an einigen der bekanntesten Orte Berlins. Roland Korn entwarf Regierungssitze und Hochhäuser, plante neue Wohngebiete und wirkte an der Neuinterpretation der historischen Mitte mit.

Nach dem Tod des früheren DDR-Chefarchitekten richtet sich der Blick auf ein Werk, das weit über einzelne Bauten hinausreicht.

Der DDR-Architekt Roland Korn (rechts) überreicht Walter Ulbricht bei der Einweihung des Staatsratsgebäudes am 3. Oktober 1964 den symbolischen Schlüssel für den neuen Amtssitz des Staatsrates.

DDR-Chefarchitekt Roland Korn (rechts) übergibt am 3. Oktober 1964 den symbolischen Schlüssel für den neuen Amtssitz des Staatsrates der DDR an Walter Ulbricht. / © Foto: Wikimedia Commons, Bundesarchiv, Bild 183-C1003-0003-005 CC-BY-SA 3.0

ANZEIGE

  • Name: Roland Korn
  • Geboren: Mai 1930 in Saalfeld
  • Gestorben: Juli 2026
  • Alter: 96 Jahre
  • Amt: DDR-Chefarchitekt von 1973 bis 1989
  • Bekannte Werke: Staatsratsgebäude, Hotel Stadt Berlin, Haus des Reisens, Großsiedlung Marzahn und Nikolaiviertel

Vor einer Woche ist DDR-Architekt Roland Korn im Alter von 96 Jahren gestorben. Sein Sohn Thomas Korn bestätigte den Tod gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Von 1973 bis 1989 leitete er als Chefarchitekt die städtebauliche Entwicklung der Hauptstadt der DDR.

Roland Korn entwarf DD-Gebäude und ganze Stadtteile

Korns Werk lässt sich nicht auf einen einheitlichen Baustil reduzieren. Das Staatsratsgebäude verband moderne Architektur mit einem erhaltenen Portal des abgerissenen Berliner Schlosses. Am Alexanderplatz entstanden internationale Hochhausformen und repräsentative Kunstwerke. Im Nikolaiviertel setzte die DDR dagegen auf kleinteilige Straßen, Giebel und historisierende Fassaden.

Hinzu kam der industrielle Wohnungsbau. Als DDR-Chefarchitekt beschäftigte sich Korn nicht nur mit einzelnen Häusern, sondern auch mit Verkehrsachsen, Grünräumen, Versorgungseinrichtungen und neuen Wohngebieten für Zehntausende Menschen. Besonders deutlich zeigt sich das in Marzahn, dessen Planung zu seinen größten Aufgaben gehörte. ENTWICKLUNGSSTADT zeigt einen Überblick über die bedeutendsten Werke von Thomas Korn.

ANZEIGE

Staatsratsgebäude: Roland Korns früher Repräsentationsbau

Das Staatsratsgebäude in Berlin-Mitte ist kurz nach seiner Fertigstellung im Jahr 1964 zu sehen. Der von Roland Korn geplante Bau mit dem integrierten Portal des Berliner Schlosses zählt zu den bedeutendsten Werken des DDR-Architekten.

Das Staatsratsgebäude am damaligen Marx-Engels-Platz kurz nach seiner Fertigstellung im Oktober 1964. Der repräsentative Bau gehört zu den bekanntesten Werken des DDR-Architekten Roland Korn. / © Foto: Wikimedia Commons, Bundesarchiv,Bild 183-C1001-0001-002, CC-BY-SA 3.0

  • Bezirk: Mitte
  • Adresse: Schlossplatz 1, 10178 Berlin
  • Projektstatus: Erhalten und denkmalgeschützt
  • Fertigstellung: 1964
  • Ursprüngliche Nutzung: Sitz des Staatsrats der DDR
  • Heutige Nutzung: Hochschule ESMT Berlin

Das Staatsratsgebäude gehört zu den frühesten und bekanntesten Werken von Roland Korn. Es entstand von 1962 bis 1964 als erster großer Regierungsneubau im Berliner Zentrum nach dem Zweiten Weltkrieg.

Sein auffälligstes Bauteil ist das Portal IV des früheren Berliner Schlosses. Die DDR-Führung hatte das beschädigte Schloss 1950 abreißen lassen. Das barocke Portal blieb jedoch erhalten und wurde in die ansonsten moderne Fassade des Staatsratsgebäudes eingefügt. Von dessen Balkon hatte Karl Liebknecht im November 1918 eine sozialistische Republik ausgerufen. Das Portal erhielt im Neubau deshalb eine besondere politische Bedeutung.

ANZEIGE

Nach dem Ende der DDR verlor das Gebäude seine ursprüngliche Aufgabe. Zwischen 1999 und 2001 diente es zeitweise als Bundeskanzleramt, während das neue Regierungsgebäude im Spreebogen entstand. Seit 2006 nutzt die private Wirtschaftshochschule ESMT Berlin den Bau.

Hotel Stadt Berlin: Das Hochhaus am Alexanderplatz

Das Hotel Stadt Berlin, heute Park Inn, und das Centrum-Warenhaus am Alexanderplatz sind im Berliner Stadtzentrum zu sehen. Das von Roland Korn mitgeplante Hochhaus zählt zu den bekanntesten Werken des DDR-Architekten.

Das Hotel Stadt Berlin und das Centrum-Warenhaus am Alexanderplatz prägten Anfang der 1980er-Jahre das neue Zentrum Ost-Berlins. Das Hotel entstand nach Plänen des Architektenkollektivs um Roland Korn. / © Foto: Wikimedia Commons, Bundesarchiv, Bild 183-W0819-0016, CC-BY-SA 3.0

  • Bezirk: Mitte
  • Adresse: Alexanderplatz 7, 10178 Berlin
  • Projektstatus: Erhalten und als Hotel genutzt
  • Fertigstellung: 1970
  • Ursprünglicher Name: Hotel Stadt Berlin
  • Heutiger Name: Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz

Das frühere Hotel Stadt Berlin entstand im Zuge der vollständigen Neugestaltung des Alexanderplatzes. Das Kollektiv um Roland Korn und Heinz Scharlipp plante den Bau als weithin sichtbaren Hochpunkt. Das Hotel eröffnete 1970 und gehörte zu den repräsentativsten Beherbergungsbetrieben der DDR.

Das Gebäude besaß ursprünglich 1.006 Zimmer mit insgesamt 1.982 Betten. Schnelle Aufzüge, eine Panorama-Bar in der 37. Etage und eine auf internationale Gäste ausgerichtete Ausstattung sollten den Anspruch eines modernen Großstadthotels vermitteln. Rund 1.000 Beschäftigte arbeiteten nach Angaben des Landes Berlin in dem Interhotel. Viele Gäste kamen aus der Sowjetunion oder aus Staaten außerhalb des sozialistischen Wirtschaftsraums.

Die ursprüngliche Stahl-Aluminium-Fassade existiert nicht mehr. Bei einer Sanierung im Jahr 2007 erhielt das Hochhaus eine Glasfassade. Seine schlanke Form und seine Stellung am Platz blieben jedoch erhalten. Das Land Berlin gibt die heutige Höhe mit 123 Metern an. Andere ältere Quellen nennen teilweise 125 Meter. Für die Gebäudedaten ist die aktuelle Angabe des Landes maßgeblich.

Haus des Reisens: DDR-Moderne mit großem Fassadenrelief

ADN-ZB Koard 19.3.1973 Berlin-Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik Blick auf das neuerbaute Stadtzentrum. Im Vordergrund das Haus der Interflug (Flugggesellschaft der DDR) und des Reisebüros.

  • Bezirk: Mitte
  • Adresse: Alexanderstraße 7, 10178 Berlin
  • Projektstatus: Erhalten und denkmalgeschützt
  • Fertigstellung: 1971
  • Ursprüngliche Nutzung: Reisebüro der DDR und Büros der Interflug

Nur wenige Meter vom Hotelhochhaus entfernt entstand ein weiteres Werk von Roland Korn. Das Haus des Reisens wurde zwischen 1969 und 1971 nach Plänen von Korn, Johannes Brieske und Roland Steiger gebaut. Es besteht aus einem Hochhaus und einem breiten Sockel, dessen geschwungene Fassadenelemente den Bau deutlich von den umliegenden Gebäuden unterscheiden.

Im Gebäude saßen die Generaldirektion des Reisebüros der DDR und Teile der staatlichen Fluggesellschaft Interflug. Im Erdgeschoss konnten Reisende Flug- und Bahnfahrkarten kaufen. Dort befanden sich außerdem Einrichtungen für ausländische Gäste, ein Café und eine Bar.

Nach der Wiedervereinigung stand das Haus des Reisens wiederholt zur Disposition. Der Masterplan für den Alexanderplatz von 1993 sah an seinem Standort einen neuen Hochhausturm vor. Das Gebäude blieb jedoch erhalten und steht heute unter Denkmalschutz.

Dorotheenstraße: DDR-Bau verschwand für den Bundestag

Das sechsgeschossige Verwaltungsgebäude an der Dorotheenstraße in Berlin-Mitte ist zu sehen. Der von Roland Korn entworfene DDR-Bau diente ursprünglich ausländischen Vertretungen und wich später einem Neubau des Deutschen Bundestags.

Das Verwaltungsgebäude an der Dorotheenstraße 85–91 entstand 1973/74 nach Plänen des DDR-Architekten Roland Korn. Der Bau wurde 2019 für einen Neubau des Deutschen Bundestags abgerissen. / © Foto: Wikimedia Commons, Jörg Zägel, CC BY-SA 3.0

  • Bezirk: Mitte
  • Adresse: Dorotheenstraße 85–91 / Schadowstraße 4–9, 10117 Berlin
  • Projektstatus: 2019 abgerissen
  • Fertigstellung: 1974

Zu den weniger bekannten Berliner Werken Roland Korns gehörte auch das Verwaltungsgebäude an der Ecke Dorotheenstraße und Schadowstraße. Der sechsgeschossige Bau entstand 1973 und 1974 für ausländische Vertretungen der DDR. Nach der Wiedervereinigung nutzten verschiedene Bundes- und Landesbehörden das Gebäude weiter.

2019 wurde das Gebäude abgebrochen. An seiner Stelle entsteht seitdem ein neues Büro- und Verwaltungsgebäude für den Deutschen Bundestag mit mehr als 300 Büros sowie weiteren Serviceeinrichtungen. Der Bau zeigt zugleich, wie sich das Berliner Regierungsviertel verändert und wie selbst Werke bedeutender DDR-Architekten inzwischen Neubauten weichen.

Großsiedlung Marzahn: DDR-Stadtplanung für Zehntausende Menschen

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: großräumiges Stadtgebiet
  • Projektstatus: erhalten, weiterentwickelt und teilweise umgebaut
  • Fertigstellung: schrittweise bis zum Ende der DDR
  • Ursprüngliches Ziel: neuer Stadtbezirk für eine sechsstellige Einwohnerzahl

Nach seiner Rückkehr aus Chile übernahm Roland Korn 1973 das Amt des Chefarchitekten von Ost-Berlin. Seine größte Aufgabe wurde die Planung des neuen Stadtbezirks Marzahn. Die DDR wollte dort in kurzer Zeit Wohnraum für 200.000 und 250.000 Einwohner schaffen.

Die Wohnhäuser entstanden überwiegend in industrieller Bauweise. Dabei kamen standardisierte Gebäudetypen und vorgefertigte Bauteile zum Einsatz. Zur Planung gehörten jedoch auch Schulen, Kindergärten, Gesundheitseinrichtungen, Sportanlagen, Geschäfte und Grünflächen. Der neue Stadtbezirk sollte den Alltag möglichst vollständig innerhalb des Wohngebiets organisieren.

Roland Korn entwarf nicht jedes Gebäude selbst. Als Chefarchitekt koordinierte und beeinflusste er jedoch die übergeordnete städtebauliche Struktur. Die Großsiedlung gehört deshalb ebenso zu seinen Werken wie seine bekannten Einzelbauten. Auch die später errichtete U-Bahn-Verbindung nach Hellersdorf stand in engem Zusammenhang mit der Erschließung der neuen Wohngebiete.

Nikolaiviertel: Historische Formen aus industriellen Bauteilen

  • Bezirk: Mitte
  • Adresse: Umfeld der Nikolaikirche, 10178 Berlin
  • Projektstatus: Erhalten und als Denkmalbereich geschützt
  • Fertigstellung: 1987

Das Nikolaiviertel zeigt eine andere Seite der DDR-Architektur. Rund um die Nikolaikirche entstand in den 1980er-Jahren ein kleinteiliges Stadtquartier mit engen Straßen, Arkaden, Giebeln und Gebäuden, die historische Berliner Häuser zitierten. Die Fertigstellung erfolgte 1987 zur 750-Jahr-Feier Berlins. Der maßgebliche Architekt des Viertels war Günter Stahn. Roland Korn wirkte als Chefarchitekt entscheidend an der übergeordneten Entwicklung mit.

Korn erklärte, dass sich standardisierte Fassadenplatten für einen innerstädtischen Standort nicht geeignet hätten. Die Neubauten sollten sich in Maßstab und Gestaltung stärker an der historischen Umgebung orientieren. Zugleich hielt die DDR am industriellen Bauen fest. Das Nikolaiviertel wurde deshalb zu einem Versuch, beide Ansätze miteinander zu verbinden.

Mühlenkiez: DDR-Wohnungsbau in Prenzlauer Berg

  • Bezirk: Pankow
  • Adresse: Zwischen Greifswalder Straße, Storkower Straße, Kniprodestraße und Michelangelostraße
  • Projektstatus: Erhalten und weiterhin als Wohngebiet genutzt
  • Planung: Unter der städtebaulichen Leitung von Roland Korn

Der Mühlenkiez entstand nicht am äußeren Stadtrand, sondern innerhalb des heutigen Ortsteils Prenzlauer Berg. Das Wohngebiet liegt zwischen Greifswalder Straße, Storkower Straße, Kniprodestraße und Michelangelostraße. Unter der Leitung Roland Korns entstand dort ein großmaßstäblicher Wohnungsbau mit seriell produzierten Gebäuden und weitläufigen Freiräumen.

Der Mühlenkiez zeigt, dass die DDR ihre Wohnungsbauprogramme nicht nur auf großen Freiflächen am Stadtrand umsetzte. Auch innerhalb der bestehenden Stadt entstanden neue Quartiere mit Schulen, Grünanlagen und Versorgungseinrichtungen. Dabei veränderte der Bau ältere Nutzungs- und Siedlungsstrukturen grundlegend.

Anders als beim Nikolaiviertel standen hier keine historischen Fassaden im Mittelpunkt. Die Gebäude folgten stärker den Typenprogrammen des industriellen Wohnungsbaus. Die großzügigen Abstände zwischen den Häusern und die begrünten Innenbereiche prägen das Gebiet bis heute.

U5 nach Hönow: Roland Korn und die DDR-Verkehrsinfrastruktur

U5, Bahnhof Biesdorf Süd.

Auch die U5-Verlängerung nach Biesdorf und Hellersdorf entstand unter Roland Korns Leitung: Die zwischen 1985 und 1989 gebaute Strecke verband die neuen Wohngebiete im Osten mit dem Stadtzentrum. / © Foto: Wikimedia Commons, Thomas Tursics, CC BY 4.0

  • Bezirke: Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf
  • Strecke: vom Tierpark über Biesdorf und Hellersdorf bis Hönow
  • Projektstatus: In Betrieb und teilweise denkmalgeschützt
  • Fertigstellung: 1989

Korns Einfluss reichte bis zur Verkehrsinfrastruktur. Zwischen 1985 und 1989 verlängerte die DDR die heutige U5 vom Tierpark über Biesdorf und Hellersdorf bis nach Hönow. Die Strecke sollte die neuen Wohngebiete im Osten Berlins an das Stadtzentrum anbinden.

Das Landesdenkmalamt bezeichnet die Verbindung als einzige realisierte U-Bahn-Neubaustrecke der DDR. Sie entstand unter Leitung Roland Korns. Die konkrete Ausführung der Stationen übernahmen der Schnellbahnbau Berlin und verschiedene Bezirke, die zugleich am Aufbau der Großsiedlungen beteiligt waren.

Seit 2023 sind große Teile der Strecke zwischen Tierpark und Hönow als Gesamtanlage geschützt. Zum Denkmal gehören unter anderem die Bahnhöfe Biesdorf-Süd, Elsterwerdaer Platz, Wuhletal, Kaulsdorf-Nord, Hellersdorf, Cottbusser Platz und Hönow. Die Denkmaldatenbank führt Roland Korn als Architekten der zwischen 1985 und 1989 entstandenen Gesamtanlage.

Domhotel: Ein spätes Werk von Roland Korn

Das Foyer des Domhotels in Berlin, 1991.

Zwischen 1988 und 1990 entstand nach den Entwürfen von Roland Korn und Bernd Seidel das Domhotel, das heute als Hilton Hotel genutzt wird. / © Foto: Wikimedia Commons, Bundesarchiv, Bild 183-1991-0125-302 / CC-BY-SA 3.0

  • Bezirk: Mitte
  • Adresse: Anton-Wilhelm-Amo-Straße (ehem. Mohrenstraße) 30 / Kronenstraße 48, 10117 Berlin
  • Projektstatus: Erhalten und als Hotel genutzt
  • Fertigstellung: 1990
  • Ursprünglicher Name: Domhotel
  • Heutige Nutzung: Hotel

Zu den späten Berliner Werken Roland Korns gehört das Domhotel am damaligen Platz der Akademie, dem heutigen Gendarmenmarkt. Korn entwickelte den Entwurf gemeinsam mit Bernd Seidel. Die Denkmaldatenbank nennt als Datierung die Jahre 1988 bis 1990.

Der Bau fügte sich in die Wiederherstellung des Gendarmenmarkts und seiner Randbebauung ein. Wie andere Innenstadtprojekte der späten DDR griff das Hotel historische Proportionen und Fassadenmotive auf. Damit unterscheidet es sich deutlich von Korns Hochhäusern aus den 1960er- und frühen 1970er-Jahren.

DDR- Chefarchitekt Roland Korns Werke bleiben Teil des heutigen Berlins

Korn verlor nach der Wiedervereinigung sein Amt als Chefarchitekt. Er arbeitete zunächst in der Berliner Bauverwaltung und anschließend selbstständig weiter. Viele seiner Berliner Werke wechselten ihre Funktion, blieben jedoch bestehen.

Aus dem Staatsratsgebäude wurde eine Hochschule, aus dem Hotel Stadt Berlin das Park Inn und aus dem Haus des Reisens ein Büro- und Geschäftshaus. Marzahn, der Mühlenkiez und die U5 dienen weiterhin ihrem ursprünglichen Zweck. Die Gebäude und Quartiere dokumentieren damit unterschiedliche Phasen der DDR-Stadtplanung – von repräsentativer Moderne über industriellen Wohnungsbau bis zur Rückkehr historischer Formen.

 

 

Quellen: rbb24, Berliner Zeitung, Landesdenkmalamt Berlin, Denkmaldatenbank Berlin

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.