An der Wustrower Straße 18 steht ein Gebäude, das noch aus der DDR-Zeit stammt. Große Teile des Hauses stehen heute leer, doch einige Räume werden weiterhin genutzt. Nun steht fest, welche Zukunft Berlin für das Grundstück vorsieht.

Die Visualisierung des Masterplans zeigt das geplante „Urbane Zentrum Neu-Hohenschönhausen“ mit neuen Wohngebäuden, Hochhäusern, einem Kultur- und Bildungszentrum (KuBiZ) sowie begrünten Freiräumen rund um den Prerower Platz. © superwien / Studio Boden / © Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen / superwien urbanism zt gmbh / studio boden Landscape Architecture + Urban Design
© Titelbild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen / superwien urbanism zt gmbh / studio boden Landscape Architecture + Urban Design
In Neu-Hohenschönhausen könnte ein weiteres bauliches Zeugnis der DDR-Moderne verschwinden. Das landeseigene Gebäude an der Wustrower Straße 18 gehört zum Areal des geplanten Urbanen Zentrums. Eine aktuelle Senatsantwort zeigt nun, warum eine Sanierung des Bestands kaum noch eine Rolle spielt – und was stattdessen auf dem Grundstück entstehen soll.
- Bezirk: Lichtenberg
- Adresse: Wustrower Straße 18, 13051 Berlin
- Bestand: Zwei- bis dreigeschossiger Bau aus DDR-Zeiten
- Eigentum: Land Berlin
- Projektstatus: Bestandteil der Planung für das Urbane Zentrum Neu-Hohenschönhausen
- Geplante Nutzung: Höhere bauliche Nutzung zu Wohnzwecken
Das Gebäude liegt nur wenige Schritte vom Prerower Platz und vom Bahnhof Hohenschönhausen entfernt. Es stammt aus DDR-Zeiten und war als Dienstleistungsbau Teil des geplanten Zentrums der Großwohnsiedlung. Der Senat bezeichnet das Haus in seiner Antwort auf eine Schriftliche Anfrage des CDU-Abgeordneten Danny Freymark als architektonisches Zeugnis der DDR-Moderne. Zugleich erinnert es an ein Stadtteilzentrum, das nach der Wiedervereinigung nicht vollständig in der ursprünglich vorgesehenen Form realisiert wurde.
Wustrower Straße 18: Sanierung des DDR-Baus wird nicht weiterverfolgt
Schon seit Jahren steht ein großer Teil des Hauses leer. Bereits 2018 beschrieb das Bezirksamt das zwei- bis dreigeschossige Gebäude als fast vollständig ungenutzt. Damals hielt die BIM noch eine andere Perspektive für möglich: Eine Machbarkeitsstudie sollte klären, ob sich eine Sanierung und anschließende Vermietung wirtschaftlich rechnen könnten. Inzwischen hat sich die Perspektive auf das Grundstück grundlegend verändert.
Das Problem: Vollständig verlassen ist der DDR-Bau derzeit nicht. Im Erdgeschoss bestehen befristete soziale und gewerbliche Zwischennutzungen. Zu den Nutzern gehört die Berliner Tiertafel. Sie ist seit Jahren unter der Adresse Wustrower Straße 18 ansässig.

Ein Modell des Masterplans zeigt die geplante Entwicklung des Urbanen Zentrums Neu-Hohenschönhausen mit neuen Wohngebäuden, Hochhäusern, Grünflächen und öffentlichen Plätzen rund um den Prerower Platz. / © Bild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen/ Machleidt GmbH
DDR-Bau in der Wustrower Straße als Teil des Urbanen Zentrums
Die aktuelle Zustandsbeschreibung fällt dennoch deutlich aus. Nach Angaben des Senats bestehen erhebliche Mängel an der Elektroanlage, am Brandschutz, am Aufzug, an der Heizung und an der Fassade. Hinzu kommen Defizite beim energetischen Zustand. Für eine langfristige und vollständige Nutzung wären deshalb umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich.
Dennoch hat nicht allein der Zustand des Hauses den Ausschlag für die Abrissplanung gegeben. Das Grundstück gehört zum künftigen Urbanen Zentrum Neu-Hohenschönhausen. Dort will Berlin deutlich dichter bauen. Der Senat bestätigt deshalb ausdrücklich, dass die vorhandene Bebauung zugunsten einer höheren Nutzung für Wohnungen abgerissen werden soll.
Neues Urbanes Zentrum: Rund 500 Wohnungen und Hochhäuser bis 80 Meter geplant
Das Land bereitet deshalb einen sogenannten Clusterungsprozess vor. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, das Grundstück möglicherweise an ein landeseigenes Wohnungsunternehmen zu übertragen. Welches Unternehmen den Neubau übernehmen könnte, steht bislang nicht fest.
Die Wustrower Straße 18 ist zudem nur ein Baustein einer wesentlich größeren Neuordnung. Rund um den Prerower Platz soll ein neues Stadtteilzentrum mit Wohnungen, Geschäften, Gastronomie, Dienstleistungen, Kultur- und Bildungsangeboten entstehen. Der finale Masterplan für Neu-Hohenschönhausen sieht im gesamten Gebiet bis zu rund 500 Wohnungen sowie mehrere Hochpunkte vor. Einzelne Gebäude des Gesamtprojekts können nach den offiziellen Planungen bis zu 80 Meter erreichen.
Wann wird der DDR-Bau an der Wustrower Straße 18 abgerissen?
Bis zum Abriss des DDR-Baus in der Wustrower Straße dürfte allerdings noch Zeit vergehen. Der Masterplan allein schafft kein Baurecht. Im März 2026 wurde das Bebauungsplanverfahren für das Urbane Zentrum eingeleitet. Erst darüber sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die weitere Entwicklung geschaffen werden.
Einen verbindlichen Zeitplan für Abriss und Neubau nennt der Senat bislang nicht. Auch auf die Frage nach den nächsten fünf, zehn und 15 Jahren nennt die Antwort auf die Anfrage zur konkreten Gebäude keine konkreten Bauetappen. Der weitere Fortschritt hänge von den personellen und finanziellen Kapazitäten des Bezirks ab.
Wohnungsbau an der Wustrower Straße 18
Quellen: Abgeordnetenhaus von Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26572, Bezirksamt Lichtenberg, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Masterplan „Urbanes Zentrum Neu-Hohenschönhausen“, Prof. Dr. Martin Pätzold
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5 Kommentare
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Sehr merkwürdig, die Falkenberger Chaussee ist auf den Model verschwunden? Da stehen nun Bäume? Der Parkplatz vom Kino ist dann auch Geschichte, die werden dann auch Pleite gehen. Ein Stadtteilcentrum wird das sicher nicht.
Die Falkenberger Straße mit der Brücke über den S-Bahnhof ist doch gut zu sehen.
Der Parkplatz und die Grünanlagen sollen bebaut werden.
Das Parkhaus im Linden Center bleibt erhalten und ist sogar kostenlos nutzbar.
Wieviele Jahre wird über das neue urbane Zentrum Hohenschönhausen schon gesprochen? Wie viele Stadtmodelle habe ich schon besichtigt? Jetzt bin ich 74 Jahre alt und werde die Umgestaltung nicht mehr erleben. Somit ist mir die Angelegenheit mittlerweile völlig schnurz.
wie brauchen keine 80meter hohen hochhäuser. wenn der parkplatz verschwindet vor dem kino ist hier garnichts mehr. es gibt schon keine banken mehr. die älteren läute müssen schon durch die halbe stadt fahren um mal eine postbank zu finden. es wird hier ja immer schlimmer. ausserdem für wem sollen diese häuser gebaut werden.
Haben Sie den Artikel gelesen? Hauptsächlich Wohnen, aber auch Gewerbe und Kultur. Auf 80 m Höhe bekommt man mehr Fläche als bei 30 m Bauten und Flächen sind knapp in Berlin, also müssen die gut genutzt werden.
Für das Verschwinden Ihrer Bankfiliale wenden Sie sich doch bitte an Ihre Bank und nicht an die Stadt Berlin oder den Bauträger, die haben damit gar nichts zu tun.
Und für wen diese Bauten errichtet werden? Für die Mieter, die dringend eine Wohnung suchen!