Die Rummelsburger Landstraße Richtung Ostkreuz ist seit 2018 teilweise gesperrt. Neue Angaben des Bezirksamts zeigen, warum der Radweg weiter nicht gebaut ist und wie die Pläne nun angepasst werden.

Der temporäre Radweg auf der Rummelsburger Landstraße soll nach aktuellen Plänen dauerhaft gesichert werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Auf der Rummelsburger Landstraße Richtung Ostkreuz prägen Warnbaken seit Jahren das Straßenbild. Was als Übergang gedacht war, ist längst Alltag. ENTWICKLUNGSSTADT hat beim Bezirksamt nachgefragt. Die Antworten zeigen: Die Radweg-Pläne bestehen weiter, doch der Zeitplan bleibt offen.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Straße: Rummelsburger Landstraße Richtung Ostkreuz
- Projekt: Ausbau einer Radverkehrsanlage auf der nordöstlichen Straßenseite
- Status: Entwurfsplanung
Seit Sommer 2018 ist die Rummelsburger Landstraße Richtung Ostkreuz nicht mehr vollständig zweispurig befahrbar. Ab Höhe Minna-Todenhagen-Straße trennen rot-weiße Warnbaken den rechten Fahrstreifen ab. Dort verläuft eine temporäre Radspur. Autofahrer müssen sich auf einer Spur einordnen. Besonders in der Hauptverkehrszeit kommt es dort regelmäßig zu Rückstaus bis zur Minna-Todenhagen-Brücke.
Rummelsburger Landstraße: Radweg-Pläne bleiben aktuell
Das Bezirksamt bestätigt auf Anfrage von ENTWICKLUNGSSTADT, dass die Pläne für den Radweg weiter bestehen. Zwischen dem Knotenpunkt Treskowallee und der Bezirksgrenze zu Lichtenberg soll auf der nordöstlichen Seite eine größtenteils bereits vorhandene, nicht benutzungspflichtige Radverkehrsanlage grundhaft ausgebaut werden. Ziel ist eine durchgehende sichere Verbindung für den Radverkehr, auch im Zusammenhang mit dem neuen Knotenpunkt der Süd-Ost-Verbindung.
Ursprünglich lag für das Projekt bereits im Oktober 2020 eine Bauplanungsunterlage zur Prüfung vor. Diese enthielt nach Angaben des Bezirksamts auch naturschutz- und wasserrechtliche Erlaubnisse. Danach änderten sich jedoch die Anforderungen. Vor allem neue Vorgaben aus dem Berliner Mobilitätsgesetz für den Fußverkehr machten eine Überarbeitung nötig.
Rummelsburger Landstraße: Dauersperrung wegen Verkehrssicherheit
Die Überarbeitung sollte zunächst die Projekteinheit Radverkehr bei der Senatsverwaltung übernehmen. Nach dem Regierungswechsel wurde diese Einheit jedoch aufgelöst. Seit Frühjahr 2025 führt die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt die Planungen direkt weiter und bindet dafür einen Dienstleister ein.
Zusätzlich verändert der Rückbau der ehemaligen Wuhlheide-Brücke am Knotenpunkt Treskowallee / An der Wuhlheide / Edisonstraße / Rummelsburger Landstraße die Planung. Deshalb betrachtet die aktuelle Planung vorerst nur den nördlichen Abschnitt ab der Minna-Todenhagen-Straße stadteinwärts. Dort soll der temporäre Radfahrstreifen dauerhaft gesichert werden. Außerdem sollen Querungen an Knotenpunkten und Einmündungen für Radfahrer und Fußgänger verbessert werden.

Die Dauersperrung auf der Rummelsburger Landstraße Richtung Ostkreuz besteht seit 2018. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Genehmigungen für Radweg in der Rummelsburger Landstraße im Sommer 2026 geplant
Einen konkreten Baubeginn nennt das Bezirksamt nicht. Die Planung befindet sich derzeit in der Entwurfsplanung. Nach aktuellem Stand sollen im Sommer 2026 die notwendigen Genehmigungen eingeholt werden. Weitere Details zum Terminplan liegen dem bezirklichen Straßenbaulastträger nicht vor.
Die Sperrung bleibt nach Angaben des Bezirksamts deshalb bestehen, weil es im Abschnitt zwischen Minna-Todenhagen-Straße und Bezirksgrenze zu Lichtenberg keine separaten Anlagen für Rad- und Fußverkehr gab. Das Berliner Mobilitätsgesetz verlangt sichere Verkehrsanlagen auch an Hauptverkehrsstraßen. Die temporäre Radspur soll deshalb die Verkehrssicherheit erhöhen. Fußgänger werden auf einer Seite der Rummelsburger Landstraße in beide Richtungen geführt.
Provisorische Absperrung in der Rummelsburger Landstraße verursacht hohe Kosten
Die provisorische Lösung verursacht weiter laufende Kosten. Laut Bezirksamt kostet die Anmietung der Absperrung rund 5.000 Euro pro Jahr. Seit 2018 macht das in Summe stolze 45.000 Euro. Es ist davon auszugehen, dass noch einiges an Mietkosten dazu kommt. Ein Baustart oder gar eine Fertigstellung ist derzeit nicht abzusehen.
Damit bleibt die Rummelsburger Landstraße Richtung Ostkreuz auch sieben Jahre nach Einrichtung der provisorischen Radspur ein offenes Verkehrsprojekt. Die Pläne für den Radweg sind nicht aufgegeben. Doch bis zur Umsetzung fehlen weiter Genehmigungen, ein belastbarer Bauzeitplan und eine bestätigte Finanzierung für den nächsten Schritt.
Rummelsburger Landstraße
Quellen: Bezirksamt Treptow-Köpenick
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
3 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.



Auch wenn sie provisorisch ist – die Radspur dort ist fantastisch!
Mir kommen 5000€ im Jahr recht günstig vor, für eine sehr provisorisch aussehende, aber im Ergebnis sehr gut funktionierende Lösung für sicheren Radverkehr.
Vielleicht sollte der Bezirk sich einfachmal selbst ein paar Warnbaken kaufen, kann man ja immer mal gebrauchen.
Und einen Auto-Rückstau stadteinwärts habe ich da nie erlebt.
Die einzigen Staustellen – in denen ich auch schon viel zu häufig stand – sind die Fahrbahnverengungen durch die Baustellen rund um die Brücke.
Letztendlich würde eine Zweispurigkeit dem Autoverkehr nichts bringen, weil dieser spätestens an der Schlichtallee oder Karlshorster Straße im Stau steht.