Die Umgestaltung der Charlottenstraße nahe der Staatsbibliothek verzögert sich erneut. Statt eines Baustarts im Jahr 2026 rechnet die Senatsverwaltung inzwischen mit einem Beginn Ende 2026 oder Anfang 2027. Gleichzeitig liegen nun weitere Details zur geplanten Neugestaltung des Straßenraums vor.

Zu sehen ist ein am Bauzaun befestigtes Protestschild mit der Aufschrift „20 Jahre Sperrzone“, das auf die lange Sperrung der Fläche aufmerksam macht.

Die Charlottenstraße zwischen Unter den Linden und Dorotheenstraße bleibt weiterhin abgesperrt. Der geplante Umbau des Straßenraums verzögert sich laut Senatsverwaltung bis Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027. Ein Schild am Bauzaun in der Charlottenstraße kritisiert die bestehende Sperrung des Straßenabschnitts. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Die seit Jahren abgesperrte Charlottenstraße zwischen Unter den Linden und Dorotheenstraße wird vorerst weiter abgesperrt bleiben. Wie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt auf Anfrage von ENTWICKLUNGSSTADT mitteilt, werden derzeit noch die Ausschreibungsunterlagen für die Straßenbauarbeiten geprüft.

Ursprünglich war ein Baubeginn bereits für das Jahr 2026 angekündigt worden. Nun strebt die Verkehrsverwaltung einen Start Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027 an. Die geprüfte Bauplanungsunterlage liegt laut Senatsverwaltung zwar bereits seit August 2025 vor, dennoch befinden sich Teile der Planung weiterhin im verkehrsrechtlichen Anordnungsverfahren. Deshalb seien Änderungen an einzelnen Bereichen des Lageplans weiterhin möglich.

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Dauerbaustelle an der Staatsbibliothek in Mitte: Fläche bleibt weiter abgesperrt

Der betroffene Abschnitt der Charlottenstraße gilt inzwischen als bekannte Dauerbaustelle in Berlin-Mitte. Bereits seit 2005 steht dort ein Bauzaun, der ursprünglich im Zusammenhang mit der Sanierung der Staatsbibliothek Unter den Linden errichtet wurde. Auch Jahre nach Abschluss der Bibliotheksarbeiten blieb die Fläche gesperrt und wurde zeitweise als Parkplatz genutzt.

Nach Angaben der Senatsverwaltung zeigte sich nach dem Rückbau der Baustelleneinrichtungsflächen ein schlechter baulicher Zustand von Fahrbahn und Gehwegen. Daraus habe sich die Notwendigkeit eines grundhaften Neubaus ergeben. Der östliche Bereich bleibt deshalb weiterhin abgesperrt und wird derzeit über eine temporäre Verkehrsführung gesichert. Zudem seien im Zuge der Maßnahme Arbeiten der Berliner Wasserbetriebe vorgesehen. Für die Verkehrssicherung ist aktuell das Straßen und Grünflächenamt Mitte zuständig.

Neue Straßenplanung in der Charlottenstraße: Fahrradstraße bleibt langfristig möglich

Geplant ist eine umfassende Erneuerung des Straßenraums zwischen den Knotenpunkten Charlottenstraße und Unter den Linden sowie Dorotheenstraße und Unter den Linden. Die Planung orientiert sich am Regelwerk zur Straßenraumgestaltung Südliche Friedrichstadt. Vorgesehen sind unter anderem drei Meter breite Längsparkstände sowie eine Fahrbahnbreite von 6,50 Metern. Zusätzlich sollen Lichtsignalanlagen, Beleuchtung und Leitungen verschiedener Versorgungsunternehmen erneuert werden.

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An der grundsätzlichen Verkehrsführung soll sich zunächst nichts ändern. Laut Senatsverwaltung wurde die Planung jedoch so angelegt, dass eine spätere Umwandlung in eine Fahrradstraße allein durch Markierungen und Beschilderungen möglich wäre. Außerdem sind Gehwegvorstreckungen an Kreuzungen und Einmündungen vorgesehen, um die Sichtbarkeit querender Fußgängerinnen und Fußgänger zu verbessern.

Begrünung in Berlin-Mitte entfällt: Geplante Baumstandorte werden gestrichen

In frühen Planungsvarianten waren im Bereich der Charlottenstraße noch Baumstandorte und Versickerungsmulden vorgesehen. Diese Maßnahmen sollten ursprünglich zur Klimaanpassung und Entsiegelung beitragen. Laut Senatsverwaltung mussten diese Planungen inzwischen jedoch verworfen werden.

Als Gründe nennt die Verwaltung den Denkmalschutz sowie den umfangreichen unterirdischen Leitungsbestand im Straßenraum. Deshalb werde auf Baumstandorte und Versickerungsmulden verzichtet. Damit bleibt die Charlottenstraße vorerst weiterhin eine der auffälligsten Provisorien im historischen Zentrum Berlins. Ob der nun genannte Zeitplan tatsächlich eingehalten werden kann, bleibt derzeit offen.

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Quellen: Bezirksamt Mitte, Der Tagesspiegel, Architektur Urbanistik Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

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8 Kommentare

  1. Böhme 18. Mai 2026 at 15:24 - Reply

    Im Herbst wird ohnehin Rot-Grün-Rot an die Macht kommen, da sind sämtliche gegenwärtigen Pläne der Senatsverwaltung für Mobilität usw. (in den Namen der Senatsverwaltung den Begriff „Mobilität“ aufzunehmen, ist vor dem Hintergrund des allerorten vorherrschenden Stillstandes im Verkehrsgeschehen dieser Stadt schon verdammt gewagte Ironie) Makulatur. Der nächste Senat wird die Straße wahrscheinlich zum städtischen Waldgebiet umwidmen!

    • Chris Da 18. Mai 2026 at 20:47 - Reply

      Der Senat bezieht „Mobilität“ anscheinend nur auf Autos.
      Seltsamerweise gibt es da noch andere.
      Fußgänger, ÖPNV, Fahrräder, etc.

      Und dann gibt es neben Mobilität noch andere Aspekte, die bei jeder Planung mutgedacht und umgesetzt werden müssen: moderne Stadtentwicklung, Hitzeinseln, Luftreinhaltung (EU), Barrierefreiheit, Schwammstadt, Aufenthaltsqualität, Tourismus, etc.

      Auch wenn es anstrengend ist: Augen auf und über den Tellerrand schauen.

      • Böhme 21. Mai 2026 at 16:04 - Reply

        Ich bin Fahrradfahrer, legen Sie mal Ihre Vorurteile ab! Und als Fahrradfahrer nutze ich auch Straßen. Busse des ÖPNV können auch schlecht über eine als Sumpflandschaft geplante Fläche fahren! Und nichts ist barierefreier als eine Straße.

  2. Mitte-Mitte-Anwohnerin 18. Mai 2026 at 20:43 - Reply

    Immer die gleichen Ausreden.

    Bäume und Versickerungsmulden sind bestimmt möglich. Vielleicht etwas mehr Aufwand als nur ein Loch buddeln.
    Der Senat gibt uns wieder nur Beton und Asphalt.
    Von moderner Stadtentwicklung ist das meilenweit entfernt.

  3. Ewald Karl 19. Mai 2026 at 13:31 - Reply

    Es ist wohl davon auszugehen, dass die derzeitige Autosenatorin vor allem deshalb Bäume und Versicherungsschäden ablehnt, weil sie an die Stelle Parkplätze setzen möchte. Oder warum sollte ausgerechnet die Charlottenstraße wesentlich mehr Leitungen in sich Bergen als parallel Straßen mit Baumbestand?
    Hoffentlich sind wir bald erlöst von Frau Bonde.

  4. Martina 19. Mai 2026 at 20:33 - Reply

    Hier wäre es sinnvoller das planlos verlegen von Leitungen zu überdenken. Die Leitungen gehören meiner Meinung nach gebündelt unter Gehweg und Fahrbahn. Ein Leitungsschacht mit verschiedenen abgetrennten „Abteilen“ je nach Medium zur Bündelung könnte Wartung und Instandhaltung erleichtern und das immer wiederkehrende, ständige und unnötige Aufreißen der Wege vermeiden. Ist das dann auch noch in reinem Leitungsplan hinterlegt, muss man sich bei Baggerarbeiten keine Sorgen mehr machen ganze Stadtteile stromlos zu stellen.
    Gerade solche Umbaumaßnahmen bieten sich für die Umgestaltung für diesen gebündelten, geplanten, wartungsarmen, zukunftsfähigen und sichere Umgestaltung an.

    Folglich ist die Lösung:
    Grünflächen bauen, Leitungen gebündelt neu verlegen.

  5. Anwohnerin Leipziger 21. Mai 2026 at 08:50 - Reply

    Und wieder das übliche Gebrabbel:
    Leider sind Grünflächen nicht mehr möglich, obwohl so geplant, weil…

    Warum wusste vorher niemand etwas von den Leitungen im Boden?
    Warum wurden die Grünflächen geplant, wenn sie gar nicht möglich sind?
    Warum werden Sie nicht woanders im Planungsraum eingeplant sondern einfach gestrichen?
    Warum werden die Leitungen nicht verlegt?

    Lieber Senat, wir wissen alle, dass das nur eine sinnlose und offensichtliche Ausrede ist, weil ihr keine Grünflächen schaffen wollt.
    Lasst das endlich und akzeptiert die von den Anwohnern und Wählern gewünschte moderne Stadtentwicklung. An der kommt ihr eh nicht vorbei.

  6. M.Hillen 26. Mai 2026 at 12:51 - Reply

    Berliner Behörden sind mittlerweile offensichtlich schon zu blöd, Straßenbäume zu pflanzen. Wenn Leitungen das Problem sind, dann gibt es Lösungsmöglichkeiten (siehe obige Kommentare).. Trotz ständigen Beschwörens einer Klimaproblematik wird die Stadt bei Neugestaltungen des öffentlichen Raums übler zugepflastert als je zuvor – ohne oder fast ohne Bäume! Beispiele:
    Schlossplatz, Gendarmenmarkt, die vier Vorplätze des Bhf Ostkreuz, Uferweg am Kanal vom Nordhafen zum Humboldhafen (Seite EuropaCity), Washingtonplatz am Hbf, usw usw
    Die Steinhölle am Schlossplatz wird ja nun korrigiert, aber man wundert sich schon, wie so eine Fehlplanung überhaupt möglich gewesen ist. Und wann bekommen Unter den Linden und die Rathausstraße in Mitte endlich wieder ihre Bäume?

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