Die Sanierung des Flüchtlingsamts an der Bundesallee 171 in Wilmersdorf dauert deutlich länger als ursprünglich geplant. Warum sich der Umbau verzögert und wie der aktuelle Stand des Großprojekts ist.

Blick auf die laufenden Fassadenarbeiten am LAF-Hauptsitz in Wilmersdorf. Der Standort an der Bundesallee 171 soll künftig als Verwaltungsstandort und Leistungszentrum genutzt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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An der Bundesallee 171 in Wilmersdorf ist das große Verwaltungsgebäude seit Jahren eine Baustelle. Gerüste prägen weiterhin das Bild. Eigentlich sollte der frühere Hauptsitz des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten längst wieder in Betrieb sein. Doch die Sanierung dauert länger als geplant.
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Adresse: Bundesallee 171, 10715 Berlin
- Projekt: Sanierung und Umbau
- Nutzung: Verwaltungsstandort und Leistungszentrum
- Baubeginn: Quartal 2022
- Fertigstellung: voraussichtlich März 2027
Das Gebäude blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Es entstand 1962 als Verwaltungsbau der Sparkasse der Stadt Berlin-West und wurde später von der Landesbank Berlin genutzt. Nach mehreren Jahren Leerstand kaufte das Land Berlin die Immobilie Ende 2015 und stellte sie wenig später für die Flüchtlingsunterbringung zur Verfügung.
Sanierung des Flüchtlingsamts in Wilmersdorf dauert länger
Der Standort diente zunächst als Ankunftszentrum. Später änderte Berlin die Planung. Statt eines reinen Ankunftszentrums soll an der Bundesallee 171 ein Verwaltungsstandort und Leistungszentrum entstehen. Dafür mussten Grundrisse angepasst und Flächen neu organisiert werden. Die Baugenehmigung liegt nach Angaben des Senats seit Oktober 2021 vor.
Der Bau startete 2022 und sollte eigentlich 2025 abgeschlossen sein. Heute, über drei Jahre nach Baubeginn, stehen an Teilen des Gebäudes weiterhin Gerüste. Vor Ort sind die Arbeiten an der Fassade noch deutlich sichtbar.
Bundesallee 171: Fassade, Technik und Brandschutz im Fokus
Zuletzt nannte die Berliner Immobilienmanagement GmbH laut Tagesspiegel März 2027 als voraussichtlichen Fertigstellungstermin. Damit verschiebt sich die Wiedereröffnung deutlich. Als Grund gab die BIM an, dass beim Abriss der Fassade Leistungen neu ausgeschrieben werden mussten. Dabei seien gesetzliche Fristen einzuhalten gewesen. Die Arbeiten an der Fassade waren jedoch wichtige Vorleistungen für den weiteren Bauablauf.
Während der Rohbau des Flachbaus erhalten blieb, wird das Gebäude technisch nahezu vollständig erneuert. Die alte Fassade musste wegen ihrer Schadstoffbelastung entfernt werden. An ihre Stelle tritt eine neue Vorhangfassade aus Aluminium, die den heutigen Brandschutzanforderungen entspricht. Auch die gesamte Haustechnik und große Teile des Innenausbaus werden erneuert.
Steigende Kosten für Sanierung des Flüchtlingsamtes in Wilmersdorf
Die Kosten stiegen bereits vor dem eigentlichen Sanierungsstart deutlich. In der Senatsvorlage von 2022 liegt die geprüfte Bauplanungsunterlage bei 38,16 Millionen Euro brutto. Frühere Unterlagen aus dem Jahr 2017 gingen noch von 15,9 Millionen Euro für Herrichtungskosten aus. Als Gründe nennt die Vorlage unter anderem die Nutzungsänderung, neue Grundrisse, gestiegene Baupreise und höhere Kosten für die technische Gebäudeausrüstung.
Fest steht damit: Die Baustelle an der Bundesallee wird das Straßenbild in Wilmersdorf noch einige Zeit prägen. Ob die Arbeiten bis März 2027 tatsächlich abgeschlossen werden, bleibt vorerst abzuwarten. Erst dann kann der Verwaltungsbetrieb vollständig in das modernisierte Gebäude zurückkehren.
Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten
Quellen: Tagesspiegel, Berlin.de, Steiner Weißenberger Architekten, Senatsverwaltung für Integration,
Arbeit und Soziales, Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten
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