In Lübbenau entsteht eines der größten Digitalprojekte Deutschlands. Die Schwarz Gruppe baut dort bis 2027 ein Rechenzentrum mit enormer Leistung, dessen Abwärme künftig sogar ins Fernwärmenetz eingespeist wird. Der Standort soll zu einem zentralen Baustein digitaler Infrastruktur in Europa werden.
© Foto Titelbild: Schwarz Digits / Eric Wetzel
In Lübbenau entsteht auf dem Gelände des früheren Kraftwerks ein Rechenzentrum von überregionaler Bedeutung. Die Schwarz Gruppe investiert rund elf Milliarden Euro in den neuen Standort. Es handelt sich um die größte Einzelinvestition des Unternehmens. Der erste Bauabschnitt soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein und drei Module umfassen.
Geplant ist eine Anschlussleistung von etwa 200 Megawatt. Perspektivisch können bis zu 100.000 GPUs installiert werden, die unter anderem für das Training großer Modelle künstlicher Intelligenz vorgesehen sind. Damit bewegt sich das Projekt in einer Größenordnung, die in Europa bisher nur selten zu finden ist.
Rechenzentren in Deutschland: Bedeutung für digitale Souveränität
Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) erklärte beim Spatenstich, Deutschland benötige starke Rechenzentren, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Das Projekt zeige aus seiner Sicht, dass das Land über die erforderlichen Fähigkeiten verfüge, technologische Unabhängigkeit zu stärken.
Der Konzern verweist darauf, dass am Standort Cloud Dienste der Marke STACKIT sowie Cybersicherheitslösungen von XM Cyber eine wichtige Rolle spielen. Das Rechenzentrum sei ein Baustein, um langfristig eine unabhängige europäische Infrastruktur zu schaffen. Unternehmensvertreter verwiesen zudem auf wachsende Anforderungen an Sicherheit und Resilienz digitaler Systeme.
Im Spreewald: Nachhaltige Nutzung eines früheren Kraftwerksstandorts
Das Projekt setzt auf eine Brownfield Entwicklung, also Umnutzung und Neubebauung von bereits bebauten Grundstücken. Das Gelände des ehemaligen Kraftwerks wurde vollständig zurückgebaut und renaturiert. Große Mengen an Beton, Stahl und Holz wurden getrennt, recycelt und wiederverwendet. Auch im späteren Betrieb sollen nachhaltige Verfahren zum Einsatz kommen, etwa durch Photovoltaikflächen auf dem Campus.
Ein zentrales Element ist die Nutzung der entstehenden Abwärme. Ab 2028 soll sie direkt in das Fernwärmenetz des regionalen Energieversorgers eingespeist werden und Haushalte in der Umgebung versorgen.
Energieversorgung nutzt Teile der früheren Kraftwerksinfrastruktur in Lübbenau
Für Lübbenau sprechen eine leistungsfähige Stromanbindung und eine gute Glasfaserinfrastruktur. Die Energieversorgung nutzt Teile der früheren Kraftwerksinfrastruktur, die weiterhin an das überregionale Netz angebunden ist. Auch die Nähe zu wichtigen Datenknoten gilt als Vorteil.
Das Rechenzentrum soll nicht nur interne Daten der Schwarz Gruppe verarbeiten, sondern künftig auch externen Unternehmen Cloud Dienste anbieten. Lübbenau rückt damit in den Fokus einer Branche, die in Deutschland und Europa zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Quellen: Schwarz Digits, Presseportal, RBB, Berliner Morgenpost / dpa, Brandenburg.de
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„Das Rechenzentrum sei ein Baustein, um langfristig eine unabhängige europäische Infrastruktur zu schaffen.“
Ich hätte gerne ein europäisches YouTube, darauf muß man wohl leider noch warten, da hier wohl nur(?) Kapazitäten für den Ai Hype erstellt werden.
„Perspektivisch können bis zu 100.000 GPUs installiert werden, die unter anderem für das Training großer Modelle künstlicher Intelligenz vorgesehen sind.“
Diese GPUs bei Nvidia oder AMD bestellt was sich dann wieder auf die Preise für alle die eine neue GPU brauchen auswirkt. AMD wäre deutlich günstiger, siehe aktuelle Preise https://www.tomshardware.com/news/lowest-gpu-prices