1985 eröffnete an der Buschkrugallee in Neukölln mit dem Blub eines der größten Spaßbäder Berlins. Vier Jahrzehnte später erinnert auf dem Gelände kaum noch etwas an Wellenbad, Wassergrotten und Saunalandschaft. Auf dem Areal ist zukünftig etwas völlig anderes geplant, das einstige Erlebnisbad ist längst verschwunden.

Mit Graffiti bedeckter und stark beschädigter Innenraum des ehemaligen Blub-Badeparadieses in Berlin-Britz.

Nach der Schließung verfielen die Innenräume des Blub zunehmend. Graffiti, Trümmer und eindringendes Wasser prägten den früheren Publikumsmagneten. / Foto: Wikimedia Commons, Neuköllner (CC BY-SA 4.0)

© Titelbild: IMAGO / Günter Schneider

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Wo heute ein weitgehend fertiggestelltes Wohnquartier mit 860 Wohnungen steht, befand sich über Jahrzehnte eines der bekanntesten Freizeitbäder Berlins. Das Berliner Luft- und Badeparadies, kurz Blub, gehörte für viele West-Berliner Familien fest zur Freizeitkultur der 1980er- und 1990er-Jahre.

Mit Wellenbad, Wasserrutschen, Grotten und Saunalandschaft war das Blub weit mehr als ein klassisches Schwimmbad. Ähnlich wie das Sport- und Erholungszentrum an der Landsberger Allee im damaligen Ost-Berlin wurde es zum Symbol einer neuen, erlebnisorientierten Freizeitarchitektur.

Blub und SEZ prägten die Freizeitkultur im geteilten Berlin

Das SEZ, über dessen möglichen Erhalt derzeit wieder intensiv debattiert wird, war 1981 eröffnet worden und entwickelte sich mit Schwimmbecken, Eisbahn, Sporthallen, Bowlingbahn und Veranstaltungsangeboten zu einem der populärsten Freizeitzentren der DDR.

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Nur vier Jahre später erhielt auch der Westteil der Stadt ein groß angelegtes Erlebnisbad: Am 14. Februar 1985 eröffnete das Blub an der Buschkrugallee in Britz. Beide Einrichtungen versprachen Erholung, Sport und Unterhaltung unter einem Dach und wurden zu Erinnerungsorten einer ganzen Generation.

„Berlin blubst vor Vergnügen“: Ein Spaßbad wird zum Publikumsmagneten

Die Errichtung des Blub kostete rund 44 Millionen D-Mark. Unter drei großen Kuppeln entstand eine künstliche Badelandschaft mit Felsen, tropischer Bepflanzung und konstant sommerlichen Temperaturen.

Ein Wellenbad, mehrere Whirlpools, Wassergrotten und ein ganzjährig nutzbares Außenbecken gehörten ebenso zur Ausstattung wie eine mehr als 120 Meter lange Rutsche.

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Anfangs kamen rund 600.000 Gäste jährlich in das Blub nach Britz

Später ergänzte der „Crazy River“ das Angebot. Hinzu kamen eine großzügige Gartenanlage, ein Saunabereich, Gastronomie und ein Fitnessstudio. Am Wochenende wurden im Wellenbad sogar Diskoschwimmen und Lasershows angeboten. Der Werbeslogan „Berlin blubst vor Vergnügen“ wurde stadtweit bekannt.

In den Anfangsjahren kamen rund 600.000 Gäste jährlich. Insgesamt besuchten etwa sieben Millionen Menschen das Blub. Wie das SEZ im Osten war auch das Britzer Badeparadies damit ein Ort, an dem Schwimmen, Sport und Unterhaltung miteinander verschmolzen.

Verfallene Gebäude des ehemaligen Blub mit zerstörtem Dach, eingeschlagenen Fenstern und Graffiti.

Die verlassenen Gebäude des ehemaligen Spaßbads entwickelten sich über Jahre zu einem bekannten Berliner Lost Place. Brände und Vandalismus beschädigten die Anlage schwer. / Foto: Wikimedia Commons, Neuköllner (CC BY-SA 4.0)

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Hygieneprobleme und sinkende Besucherzahlen leiteten das Ende ein

Seit Ende der 1990er-Jahre geriet das Blub zunehmend in Schwierigkeiten. Beschwerden über den Zustand der Anlage, Keimbefall sowie Hygieneprobleme beschädigten den Ruf des Bades. Die Besucherzahlen sanken bis 2001 auf nur noch rund 330.000 pro Jahr.

Im Dezember 2002 ordnete das Gesundheitsamt wegen erheblicher hygienischer Mängel die Schließung des Badekomplexes an. Zwar wurde der Betrieb zeitweise wieder aufgenommen, doch eine umfassende Sanierung ließ sich nicht finanzieren. 2003 meldete die Betreiberfirma Insolvenz an, im Februar 2005 endete der Badebetrieb endgültig. Die Saunalandschaft „Al Andalus“ blieb allerdings noch bis 2012 geöffnet.

Blub in Britz: Vom beliebten Erlebnisbad zum Berliner Lost Place

Nach der Schließung folgten unterschiedliche Nachnutzungspläne. Unter anderem war ein Ferienresort für Familien vorgesehen, doch keines der Konzepte wurde umgesetzt. Die verlassenen Gebäude verfielen und entwickelten sich zu einem bekannten Berliner Lost Place.

Vandalismus, illegale Besuche und mehrere Brände setzten der Anlage zu. Bei einem Großbrand im Juli 2016 wurde insbesondere die markante hölzerne Dachkonstruktion weitgehend zerstört. Bis zum Frühjahr 2021 verschwanden schließlich auch die letzten Überreste des früheren Badeparadieses.

„Greenpark“ bringt 860 Wohnungen auf das Blub-Areal

Inzwischen hat sich das Areal vollständig verändert. Auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Grundstück entstand das Wohnquartier „Greenpark“ mit 15 Gebäuden und 860 Ein- bis Drei-Zimmer-Wohnungen. Davon sind 758 freifinanziert und 102 öffentlich gefördert.

Offiziell eröffnet wurde das neue Quartier bislang allerdings nicht, doch Ende September soll der Startschuss für die zukünftige Wohnnutzung auf dem Gelände fallen. Die neuen Wohnhäuser sind jedenfalls fertig.

Berlin-Britz: Aus dem „SEZ des Westens“ ist ein neues Wohnquartier geworden

Ergänzt wird das Quartier durch Grün- und Freiflächen sowie mehr als 1.400 Quadratmeter Gemeinschaftsflächen. Vorgesehen sind unter anderem ein Fitness- und Yogastudio, ein Kino, Veranstaltungsräume, Sportflächen, ein Spielplatz und eine Kita. Die Abnahme ist erfolgt, die Wohnungen werden bereits angeboten und die Nutzungsaufnahme steht bevor.

Damit endet auf dem Blub-Gelände ein langes Kapitel Berliner Freizeitgeschichte. Anders als beim SEZ, dessen Zukunft über Jahre politisch und juristisch umkämpft war, ist die Transformation in Britz bereits weitgehend abgeschlossen: Aus dem früheren „SEZ des Westens“ ist ein neues Wohnquartier geworden.

Eingezäuntes Greenpark-Gelände mit fertig wirkenden Wohnhäusern im Hintergrund.

Fertige Gebäude, aber kein freier Zugang: Das Greenpark-Quartier ist für Besucher derzeit noch nicht begehbar. Der Startschuss für die Wohnnutzung soll dann Ende September 2026 fallen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Bauwens, Goldbeck, HW Ingenieure, Greystar, Berlinovo, ImmobilienScout24

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3 Kommentare

  1. at. 14. September 2026 at 17:28 - Reply

    Jetzt verstehe ich erst, warum Scharen von Berlinern zu uns raus nach Brandenburg in die Spaß- und Freizeitbäder kommen… Logisch, wenn man selbst nichts dergleichen mehr hat… Oder gibt es noch etwas von der Sorte in Berlin?

    Wenn nicht, wäre es Zeit, darüber mal wieder nachzudenken, denn offensichtlich besteht da ein Bedarf.

  2. Löwe 14. September 2026 at 22:40 - Reply

    Als Kind war ich hier mal, erinnere mich noch gut an die Rutsche die im Teil über den Außenbereich führte, und drinnen gab es ein Wellenbad, war super cool dort.

  3. Tracy 15. September 2026 at 18:32 - Reply

    Das Blub war einfach perfekt. Für klein und groß und auch im Winter konnte man in ein überdachten Auẞenbereich schwimmen, schön wenn es im Winter früh dunkel war und man die asterne beim Schwimmen sehen konnte. Die Grotten waren zum Verstecken spielen aber auch für Pärchen romantisch. Die Rutsche war toll. Auch die Sauna, auch wenn ich selbst kein Sauna Fan bin. Das Blub hatte echt alles. Erinnerungen an Freundinnen aus Schulzeiten und Spaß den wir da hatten. Lasershow war cool und auch das Wellenbad hat Spaß gemacht. Ich bin traurig, das es dieses Bad nicht mehr gibt.

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