Auf der Insel Gartenfeld in Spandau entsteht in den kommenden Jahren ein neues Stadtquartier, das als Modellprojekt für die Stadtentwicklung Berlins gilt. Neben tausenden Wohnungen und Gewerbeflächen werden auch ein Hotelhochhaus, ein Parkhaus sowie nachhaltige Mobilitäts- und Energiekonzepte realisiert.

Auf den Baufeldern 30 und 31 entstehen ein 17-stöckiges Hotelhochhaus mit angeschlossenem Wohngebäude sowie ein Parkhaus mit rund 1.100 Stellplätzen. / © Foto: MBN GmbH
© Titelbild: MBN GmbH
Das Neue Gartenfeld in Berlin-Spandau entwickelt sich zu einem der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte der Hauptstadt. Auf dem ehemaligen Siemens-Industriegelände entstehen in den nächsten Jahren mehrere tausend Wohnungen sowie Gewerbeflächen, ergänzt durch soziale, kulturelle und gemeinwohlorientierte Nutzungen. Ziel der beteiligten Akteure ist es, hier ein zukunftsweisendes Smart-City-Quartier zu schaffen, in dem rund 10.000 Menschen leben sollen.
Das Projekt wird von einem Zusammenschluss verschiedener kommunaler, privater und genossenschaftlicher Vorhabenträger getragen. Zu den zentralen Bauherren zählen unter anderem die landeseigene Gewobag, die OIB-Gruppe sowie die BUWOG. Neben Wohnungen werden auch Kitas, eine Schule und Kulturangebote entstehen.
Eröffnung im Jahr 2027: Hotelhochhaus und Parkhaus in Planung
Eine wichtige Rolle übernimmt die Berliner Niederlassung des Bauunternehmens MBN, das mehrere Baufelder realisiert. Unter den neuen Projekten befinden sich ein 17-stöckiges Hotelhochhaus mit angeschlossenem Wohngebäude sowie ein Parkhaus mit rund 1.100 Stellplätzen. Der Hotelkomplex soll voraussichtlich im Jahr 2027 eröffnen und damit auch für Besucherinnen und Besucher auswärtiger Gäste zur Adresse in Spandau werden.
Mit der Bündelung des ruhenden Verkehrs in sogenannten Mobility Hubs verfolgen die Planer das Ziel, das Quartier autoarm zu gestalten. Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende sollen im Straßenraum Vorrang genießen.
Spandauer Neubauquartier „Neues Gartenfeld“: Nachhaltigkeit und Energieversorgung
Neben der baulichen Umsetzung steht das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund. Das „Quartierswerk Gartenfeld“ entwickelt ein Energiekonzept, das auf eine dezentrale Versorgung setzt. Durch eine Kombination aus Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmepumpen und einer Power-to-Heat-Anlage sollen langfristig erhebliche CO₂-Einsparungen erzielt werden. Ergänzt wird das System durch Photovoltaik und Wasserstofftechnologien.
Auch die digitale Infrastruktur ist Teil der Planungen. Bis zu zehn Kilometer Glasfasernetz werden verlegt, um das Quartier an moderne Kommunikationsstandards anzupassen.
Historische Strukturen als Teil des Quartiers auf dem ehemaligen Siemens-Industriegelände
Ein weiteres Merkmal des Projekts ist die Integration denkmalgeschützter Industriehallen. Diese sollen erhalten bleiben und in das städtebauliche Konzept eingebunden werden. Als zentrale Kultur- und Freizeitstätte ist die historische Belgienhalle vorgesehen, die künftig Platz für Veranstaltungen, Märkte und Begegnungen bieten soll.
Langfristig wird zudem die Reaktivierung der Siemensbahn als entscheidender Faktor für die Anbindung des Quartiers gesehen. Die stillgelegte S-Bahn-Strecke soll bis Ende der 2020er Jahre wieder in Betrieb gehen und das Neue Gartenfeld mit dem Berliner Nahverkehrsnetz verbinden.
Quellen: MBN GmbH, Baulinks, BUWOG, UTB Projektmanagement GmbH, begeno16 eG, GASAG Gruppe
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Immer wieder herrlich, Wohnraum für 10.000 Menschen, ein Parkhaus mit 1.100 Stellplätzen. Zusätzlich fehlen ein Polizeirevier, eine Feuerwehrwache und mindestens 5000 Stellplätze für Pkw/SUV und Pickups/Kleintransporter. Hat denn nie ein Stadtplaner SimCity gespielt? Wo bleibt der Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr? Wie teuer werden die Mieten? Wieder unbezahlbar für die arbeitende Bevölkerung? Fragen über Fragen…