In Spandau entsteht das Quartier „Das neue Gartenfeld“. ENTWICKLUNGSSTADT beantwortet Fragen zu Wohnungen, Schulen, Verkehr und Fertigstellung.
„Das neue Gartenfeld“
© Titelbild / Visualisierung: HOWOGE / Gernot Schulz Architektur GmbH
Auf einer früheren Industriefläche im Nordwesten Berlins wächst ein neuer Stadtteil. Erste Wohnungen sind bereits bezogen, während große Bauprojekte für Verkehr, Bildung und Versorgung erst beginnen. Was genau entsteht im Quartier „Das neue Gartenfeld“ – und wann könnte es vollständig fertig sein? ENTWICKLUNGSSTADT gibt einen Überblick über das Projekt und klärt die wichtigsten Fragen.
- Bezirk: Spandau
- Adresse: Gartenfelder Straße 14–28, 13599 Berlin
- Lage: Insel Gartenfeld zwischen Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal und Altem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal
- Fläche: rund 59 Hektar
- Projektstatus: im Bau
- Geplante Wohnungen: rund 3.700
Was ist „Das neue Gartenfeld“?
„Das neue Gartenfeld“ gehört zu den großen Berliner Stadtquartieren, mit denen das Land neue Wohnungen, Arbeitsplätze und soziale Infrastruktur schaffen will. Das Projekt entsteht auf der Insel Gartenfeld im Spandauer Ortsteil Siemensstadt. Das rund 59 Hektar große Gelände liegt nahe der Grenze zu Charlottenburg-Nord und unweit des früheren Flughafens Tegel.
Die Fläche diente über Jahrzehnte vor allem als Industrie- und Gewerbestandort. Große Teile gehörten zum früheren Siemens-Kabelwerk. Nun sollen Wohnungen, Geschäfte, Gewerberäume, Schulen, Kindertagesstätten, Grünflächen und kulturelle Angebote das Gelände neu ordnen. Anders als bei einer reinen Wohnsiedlung entsteht damit ein gemischt genutztes Quartier, das möglichst viele Wege des täglichen Lebens vor Ort ermöglichen soll.

Große Pläne für ein großes, neues Stadtquartier im Westen Berlins: „Das Neue Gartenfeld“ soll in Berlin-Spandau entstehen. / © Grafik: UTB Projektmanagement GmbH
Wie viele Wohnungen entstehen in „Das neue Gartenfeld“?
Nach den aktuellen Angaben des Landes Berlin sind rund 3.700 Wohnungen vorgesehen. Sie verteilen sich auf Grundstücke unterschiedlicher Eigentümer und Bauherren. Neben landeseigenen Wohnungsunternehmen beteiligen sich private Unternehmen und Genossenschaften an der Entwicklung.
Die Gewobag zählt zu den größten Projektbeteiligten. Die BUWOG bereitet auf eigenen Flächen rund 2.000 Miet- und Eigentumswohnungen mit einem bis fünf Zimmern vor. Das Unternehmen nennt für seine Bauabschnitte derzeit eine schrittweise Fertigstellung ab 2028.
Wie viele Menschen sollen im Quartier in Spandau leben?
Die Senatsverwaltung nennt auf ihrer aktuellen Projektseite bis zu 7.400 neue Einwohnerinnen und Einwohner für das Quartier „Das neue Gartenfeld“. Fest steht: Mit rund 3.700 Wohnungen entsteht auf der Insel Gartenfeld ein neuer Stadtteil von beträchtlicher Größe.
Wie weit ist „Das neue Gartenfeld“ bereits gebaut?
Das Quartier besteht nicht mehr nur aus Planungen. Erste Wohnhäuser in „Das neue Gartenfeld“ sind fertiggestellt, und seit Anfang 2026 ziehen Mieterinnen und Mieter in die Neubauten ein. Auf einzelnen Flächen sind bereits Innenhöfe, Spielplätze und Grünanlagen entstanden. Zugleich laufen auf weiteren Baufeldern Rohbau- und Ausbauarbeiten.
Auch die ersten Straßenräume und Haltestellen nehmen Gestalt an. Dennoch bleibt das Gesamtareal über Jahre eine Großbaustelle. Wohngebäude, öffentliche Einrichtungen und Verkehrsprojekte folgen jeweils eigenen Zeitplänen. Deshalb wächst „Das neue Gartenfeld“ nicht als geschlossenes Projekt, sondern abschnittsweise.

Im Quartier „Das neue Gartenfeld“ in Spandau sind die ersten Wohngebäude bereits fertiggestellt und bezogen. Weitere Bauabschnitte des neuen Stadtquartiers schließen sich unmittelbar an. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Wer baut die Wohnungen in „Das neue Gartenfeld“?
An dem Quartier arbeiten mehrere kommunale, private und genossenschaftliche Bauherren. Dazu gehören unter anderem die Gewobag, die BUWOG, die OIB-Gruppe und die Baugenossenschaft begeno16. Die UTB Projektmanagement GmbH koordiniert wesentliche Teile der Quartiersentwicklung.
Die unterschiedliche Eigentümerstruktur soll verschiedene Wohnformen ermöglichen. Geplant sind frei finanzierte und geförderte Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und genossenschaftliche Angebote.
Entstehen in „Das neue Gartenfeld“ geförderte Wohnungen?
Ja. Nach dem 2023 geschlossenen städtebaulichen Vertrag sollen mindestens 25 Prozent der rund 3.700 Wohnungen als geförderte Mietwohnungen entstehen. Bereits vermietete Gewobag-Neubauten zeigen, dass Wohnungen mit unterschiedlichen Förderbedingungen und Wohnberechtigungsscheinen angeboten werden.
Welche Schule ist auf der Insel Gartenfeld geplant?
Die HOWOGE plant eine Gemeinschaftsschule für rund 1.300 Schülerinnen und Schüler. Zum Schulkomplex gehören Sport- und Freiflächen sowie Räume, die auch der Nachbarschaft zur Verfügung stehen sollen. Das Gebäude soll deshalb nicht nur als Lernort, sondern zugleich als Treffpunkt für das Quartier dienen.
Den Architekturwettbewerb gewann Gernot Schulz Architektur gemeinsam mit dem Büro urbanegestalt. Der überwiegend viergeschossige Bau soll gegenüber der Belgienhalle entstehen und den Eingang zum zentralen Quartiersbereich markieren. Der Bezirk nannte 2024 das Schuljahr 2029/2030 als angestrebten Nutzungsbeginn. Ob dieser Termin eingehalten wird, hängt vom weiteren Planungs- und Bauablauf ab.

Im Quartier „Das neue Gartenfeld“ in Spandau entsteht eine neue Gemeinschaftsschule mit Sport- und Freiflächen. Der Schulcampus soll künftig einen zentralen Treffpunkt im neuen Stadtquartier bilden. / © Visualisierung: Interstitial für gernot schulz architektur GmbH
Welche Rolle spielt die Belgienhalle im Quartier „Das neue Gartenfeld“?
Die historische Belgienhalle soll das gesellschaftliche und wirtschaftliche Zentrum von „Das neue Gartenfeld“ bilden. Sie liegt an der Gartenfelder Straße 14–28 und gehört zum denkmalgeschützten Bestand des früheren Siemens-Kabelwerks.
Für die rund 16.500 Quadratmeter große Halle sind Gewerbe, Gastronomie, Einzelhandel, Sport, Kultur und Freizeitangebote vorgesehen. Auch Veranstaltungen, Ausstellungen und kreative Produktionen sollen möglich sein. Erste Nutzer sind bereits eingezogen. Im Mai 2026 wurde bekannt, dass die Finanzierung für die weitere Revitalisierung gesichert ist. Ein konkreter Termin für den vollständigen Abschluss wurde bislang nicht veröffentlicht.
Wird „Das neue Gartenfeld“ ein autoarmes Quartier?
Das Mobilitätskonzept soll den Autoverkehr im Inneren des Quartiers begrenzen. Stellplätze werden deshalb vor allem in zentralen Quartiersgaragen gebündelt. Wege und Plätze sollen vorrangig Fußgängerinnen, Fußgängern und Radfahrenden dienen.
Auf den Baufeldern 30 und 31 errichtet das Bauunternehmen MBN unter anderem ein Parkhaus mit rund 1.100 Stellplätzen. Das Gebäude befindet sich nach dem zuletzt veröffentlichten Stand in der Schlussphase der Bauarbeiten. Autos erreichen die Insel weiterhin über die bestehenden östlichen Brücken. Eine vollständige Autofreiheit ist daher nicht vorgesehen.

Auf den Baufeldern 30 und 31 von „Das neue Gartenfeld“ in Spandau entstehen ein 17-geschossiges Hotelhochhaus mit angeschlossenem Wohngebäude sowie ein Parkhaus mit rund 1.100 Stellplätzen. / © Foto: MBN GmbH
Wie ist „Das neue Gartenfeld“ mit Bus und Bahn erreichbar?
Seit dem Fahrplanwechsel Ende 2025 fährt die BVG-Buslinie 339 auf die Insel Gartenfeld. Sie verbindet das Quartier mit dem U-Bahnhof Paulsternstraße an der Linie U7. Damit besitzen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner eine direkte Verbindung zum Berliner U-Bahn-Netz.
Langfristig reicht die Busanbindung nach Einschätzung des Landes jedoch nicht aus. Deshalb sieht die Planung eine neue Hauptverkehrsstraße, eine Straßenbahnverbindung, einen Radschnellweg und weitere Brücken vor. Wann sämtliche Verkehrsprojekte fertiggestellt werden, steht noch nicht fest.
Was bringt die neue Rhenaniabrücke?
Die Rhenaniabrücke soll den Alten Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal überqueren und die Insel mit der Rhenaniastraße verbinden. Der Bau der Rhenaniabrücke für „Das neue Gartenfeld“ begann offiziell Ende April 2026.
Nach der aktuellen Planung wird die Brücke etwa 50 Meter lang und 18 Meter breit. Sie ist für Busse, Radfahrende sowie Fußgängerinnen und Fußgänger vorgesehen. Privater Autoverkehr soll die Verbindung nicht nutzen.

Die geplante Rhenaniabrücke soll „Das neue Gartenfeld“ in Spandau künftig mit der Rhenaniastraße verbinden. Die neue Brücke ist für Busse sowie den Fuß- und Radverkehr vorgesehen. / © Visualisierung: KRP Architektur / Büro Happold
Welche Bedeutung hat die Siemensbahn für „Das neue Gartenfeld“?
Die stillgelegte Siemensbahn soll wieder aufgebaut werden und den Berliner Nordwesten besser an die Ringbahn anbinden. Die Strecke führt von Jungfernheide über Wernerwerk und Siemensstadt bis zum früheren Endbahnhof Gartenfeld.
Die Bahn ist nicht Teil des eigentlichen Wohnungsbauprojekts, spielt aber für dessen langfristige Erreichbarkeit eine zentrale Rolle. Sie soll sowohl „Das neue Gartenfeld“ als auch die benachbarte „Siemensstadt Square“ an das S-Bahn-Netz anschließen. Bis zur Inbetriebnahme bleiben Busse und die bestehenden Anschlüsse der U7 besonders wichtig.
Was entsteht neben Wohnungen noch im Quartier?
Geplant sind rund 600 Gewerbeeinheiten, Einzelhandelsflächen, Kitas, die Gemeinschaftsschule, Sportangebote, Gastronomie und kulturelle Einrichtungen. Hinzu kommen öffentliche Grün- und Freiflächen sowie Angebote für gemeinschaftliche und soziale Nutzungen.
Ein markantes Gebäude wird das Hotelhochhaus in „Das neue Gartenfeld“. MBN errichtet ein 17-geschossiges Hotelgebäude mit angeschlossenem Wohnbau. Nach dem 2025 veröffentlichten Zeitplan wird eine Eröffnung 2027 angestrebt.
Wann wird „Das neue Gartenfeld“ fertig?
Für das gesamte Quartier gibt es derzeit keinen belastbaren Fertigstellungstermin. In ältere Projektangaben war 2030 das geplante Ziel. Dass die Bauarbeiten aber auch danach weiter gehen werden, zeichnet sich heute schon ab.
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Bezirksamt Spandau, HOWOGE, Gewobag, BUWOG, UTB Projektmanagement GmbH, MBN GmbH
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2 Kommentare
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Überdachter Skatepark, bitte! Danke 🙂
Früher bin ich dort arbeiten gewesen im BSH Gartenfeld wovon heute noch ein paar Hallen stehen. Ich bin dort mal hingefahren um mir das mal anzusehen. Ist schon komisch wenn man weiß wie es hier mal aus gesehen hat. Aber die Mieten kann sich ja trotzdem keiner leisten. Und noch sieht vieles grau und triest aus.