Der Bahnhof Südkreuz verändert sich aktuell an vielen Stellen gleichzeitig. Mit der Eröffnung des erneuerten Vorplatzes gibt es erstmals wieder sichtbare Fortschritte, doch zahlreiche weitere Projekte prägen weiterhin das Bild rund um den Verkehrsknotenpunkt. Besucherinnen und Besucher müssen sich vorerst auf Einschränkungen einstellen.

Südkreuz Berlin

Endlich fertiggestellt: Am nördlichen Vorplatz des Bahnhofs Südkreuz ist nach Monaten der Arbeiten wieder ein klarer Raum erkennbar. An anderen Stellen im Bahnhof dauern Modernisierungsarbeiten weiter an. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Am Bahnhof Südkreuz bestimmen derzeit zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen den Betrieb. Mit dem neu gestalteten Vorplatz Nord wurde nun ein zentraler Eingang fertiggestellt, der künftig für einen barrierefreien Zugang sorgen soll. Gleichzeitig befinden sich weitere Bereiche im Umbau.

Der Fernverkehr ist stark eingeschränkt, und die Wegeführung im Bahnhof verändert sich fortlaufend durch Sperrungen und Bauarbeiten. In den kommenden Jahren sollen unter anderem auch neue Fahrradstellplätze entstehen. Ein virtueller Rundgang zeigt, was sich am Südkreuz derzeit verändert.

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Neuer Vorplatz Nord am Südkreuz fertiggestellt: Mehr Aufenthaltsqualität und besserer Zugang

Am nördlichen Bahnhofseingang sind die Arbeiten abgeschlossen. Der Vorplatz Nord wurde in den vergangenen Monaten grundlegend umgestaltet und nun offiziell freigegeben. Der Bereich dient nicht nur als barrierefreier Zugang, sondern soll das Bahnhofsumfeld insgesamt aufwerten. Helle Beläge, neue Sitzgelegenheiten – die offenbar bereits zum Skaten benutzt wurden –, zusätzliche Begrünungselemente sowie erweiterte „Bike-and-Ride“-Angebote prägen das Areal.

Versickerungsfähige Flächen und unterirdische Rigolen helfen dabei, Regenwasser vor Ort aufzunehmen und zeitverzögert wieder abzugeben, wodurch sich das Mikroklima verbessert. Planerisch umgesetzt wurde das Projekt von der Bahnstadt GmbH, während die DB InfraGO AG für den Bau verantwortlich war. Für viele Pendlerinnen und Pendler bleibt der neue Zugang vorerst ein kleiner Lichtblick, denn an anderer Stelle wird weiter intensiv gearbeitet.

Zugang Parkhaus Süd: Ausbauarbeiten prägen das Bahnhofsumfeld

Bauarbeiten Parkhaus Süd, Südkreuz

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Vor allem im südlichen Bereich bleibt die Baustellensituation präsent. Der Zugang am Parkhaus Süd wird derzeit ebenfalls überarbeitet. Auch hier entsteht ein neuer Bodenbelag, die Baggerarbeiten sind in vollem Gange. Inwieweit sich die Gestaltung am nördlichen Bahnhofseingang orientieren wird, bleibt abzuwarten.

Tempelhof-Schöneberg: Schienenbau sorgt für Einschränkungen im Fernverkehr

Südkreuz Berlin

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Auch im Inneren des Bahnhofs prägen Bauzäune derzeit das Bild. Zwischen Berlin Südkreuz und Bitterfeld ist die Anhalter Bahn seit September und noch voraussichtlich bis Dezember 2025 teilweise gesperrt. Grund dafür sind die Anbindung der neuen Dresdner Bahn sowie die Inbetriebnahme elektronischer Stellwerke in Südkreuz und Marienfelde. Während der Sperrung ist der Fern- und Regionalverkehr eingeschränkt, die S-Bahn bleibt weitgehend in Betrieb.

Die Baumaßnahmen umfassen die Erneuerung von rund 100 Kilometern Gleisen, 90 Weichen und weiteren Streckenabschnitten. Für viele Reisende bedeutet das geänderte Wege und häufigere Umstiege, wodurch der Bahnhof momentan weniger als Verkehrsdrehkreuz wahrgenommen wird.

Barrierefreiheit am Südkreuz eingeschränkt: Lange Wege und Umleitungen

Südkreuz Berlin

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Besonders spürbar sind die Einschränkungen bei der Barrierefreiheit. Mehrere Aufzüge, die die Ebenen im Bahnhof verbinden, sind außer Betrieb. Nach Angaben vor Ort ist der Bahnhof deshalb derzeit nur eingeschränkt barrierefrei nutzbar. Betroffen sind vor allem die Wege zwischen den oberen S-Bahnsteigen und den Regionalbahnsteigen.

Sperrungen im Bereich der Gleise 3 und 4 sowie zwischen Gleis 7 und 8 führen zu längeren Laufwegen und teilweise unübersichtlichen Umleitungen. Auch mehrere Fahrtreppen sind außer Betrieb, was den Zugang zu den Bahnsteigen in Stoßzeiten deutlich verlangsamt. Die Bahn verweist darauf, dass die Arbeiten notwendig seien, um die Anlagen langfristig zuverlässiger zu machen.

Südkreuz: Zwischen Tiefbau, neuen Angeboten und geschlossenen Servicebereichen

Auch die Serviceangebote im Bahnhof passen sich der Umbauphase an. Das DB-Reisezentrum bleibt vorübergehend geschlossen, weil es modernisiert wird. Einzelne WC-Anlagen sind ebenfalls nicht nutzbar, was die Situation für Reisende zusätzlich erschwert.

Am Plaza Ost sorgt ein öffentliches Klavier, das für die EXPO35 wirbt, immerhin für kurze musikalische Erheiterung in einem ansonsten von Umbau geprägten Bahnhof. Gleichzeitig entstehen neue gastronomische Angebote. Ein Schnellrestaurant hat vor Kurzem eröffnet, ein Café soll demnächst folgen. Beide sind im Bereich des Südzugangs angesiedelt und sollen langfristig das Serviceprofil des Bahnhofs erweitern.

Umgebung des Südkreuz im Umbau: BSR-Hof und Ella-Barowky-Straße

Südkreuz Berlin, Ella-Barowsky-Straße

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Wer an den Bushaltestellen vor dem Haupteingang wartet, sieht aktuell vor allem weitere Baustellen. Ab 2026 plant die BSR den Umbau ihres nahegelegenen Betriebshofs zu einer neuen Unternehmenszentrale mit 17 Geschossen und einem Fokus auf klimafreundliche Bauweise.

Zudem wird die benachbarte Ella-Barowsky-Straße seit Ende 2024 auf rund 275 Metern umgestaltet, die Wegeführung für Rad- und Fußverkehr zu verbessern. So soll die Verbindung zwischen angrenzenden Quartieren und dem Bahnhof langfristig sicherer und übersichtlicher werden.

Parkdeck Nord: Ungenutzte Fläche am Bahnhof Südkreuz mit Potenzial

Visualisierung Nutzung des Parkdecks Nord am Südkreuz

© Visualisierung: Kollektiv A

Offen bleibt, wie es mit dem unerschlossenen Parkdeck Nord weitergeht. Bei der Eröffnung des Bahnhofs war es als oberirdisches Parkhaus vorgesehen, blieb jedoch seit 2006 ungenutzt. Eine gemeinsame Machbarkeitsstudie von DB InfraGO, dem Bezirk und dem Architekturbüro Kollektiv A hat mögliche Nutzungsvarianten untersucht, konkrete Schritte wurden jedoch bislang nicht kommuniziert.

Die Ideen reichen von Grünflächen, Open-Air-Kino und Livemusik über Bienenstöcke und Grillmöglichkeiten bis hin zu gewerblichen Nutzungen wie Supermarkt oder Hotel. Die Studie schlägt eine modulare Nutzung vor, die flexibel kombinierbar ist und ohne Pkw-Zufahrt auskommt. Vorgesehen sind außerdem Begrünung und Photovoltaik, um das Areal ökologisch aufzuwerten.

Fahrradstellplätze oder gar ein Fahrradparkhaus? Ausbau bis 2027

Südkreuz Berlin

Eine neue Fahrradstation gibt es bereits am Nördlichen Vorplatz des Bahnhofs. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Parallel gewinnt die Diskussion über ein Fahrradparkhaus an Fahrt. Die Bahn hatte sich wiederholt offen gezeigt, eine solche Anlage zu realisieren, während die Stadt bislang zurückhaltend reagierte. Mit Blick auf steigende Radverkehrszahlen und die begrenzten Abstellmöglichkeiten könnte ein Fahrradparkhaus einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Umgebung leisten. Erste neue Stellplätze wurden bereits installiert, doch eine großflächigere Lösung bleibt Gegenstand laufender Gespräche.

Unabhängig von der Parkhausdebatte sollen schon bald zumindest zusätzliche Fahrradstellplätzen entstehen. Geplant sind laut infraVelo 60 gesicherte und 60 frei zugängliche Plätze, die 2026 und 2027 errichtet werden sollen. Die gesicherten Stellplätze werden in Sammelschließanlagen mit Doppelstockparkern gebaut und künftig über das digitale Buchungssystem „ParkYourBike“ nutzbar sein.

Umfassende Bauarbeiten am Südkreuz: Ein Bahnhof im Wandel

Das Südkreuz durchläuft derzeit eine ungewöhnlich dichte Phase der Veränderung. Viele der Arbeiten zielen auf eine langfristige Modernisierung des Bahnhofs und seines Umfelds ab, gleichzeitig müssen Reisende und Anwohnerinnen zahlreiche Einschränkungen hinnehmen.

Mit dem eröffneten Vorplatz ist ein erster sichtbarer Baustein fertiggestellt. Die kommenden Monate werden zeigen, wie schnell weitere Teile des Projekts vorankommen und ob die offenen Fragen, etwa zu Parkdeck und Fahrradparkhaus, beantwortet werden. Fest steht, dass der Bahnhof sich in einer Umbruchphase befindet, deren Ergebnis das Quartier spürbar prägen dürfte.

Quellen: S-Bahn Berlin, rbb Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, DB Netz AG, Kollektiv A, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Nachhaltige Erneuerung Berlin, BSR, infraVelo, Berliner Morgenpost, Tagesspiegel

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3 Kommentare

  1. […] Weiter auf ENTWICKLUNGSSTADT … […]

  2. Die-Tempelhoferin 21. November 2025 at 09:43 - Reply

    Wer will sich da schon hinsetzen.. oder wofür sind diese grün orangenen Pilze?!? Sieht ja jetzt schon abgenutzt aus

    Dass es bei dem Parkdeck nicht vorangeht ist eine Frechheit
    Es gibt so viele Möglichkeiten
    Warum passiert da nichts

    • Stefan Görlich 23. November 2025 at 18:36 - Reply

      Was ist denn das für ein Text?
      „Helle Beläge, neue Sitzgelegenheiten – die offenbar bereits zum Skaten benutzt wurden –, zusätzliche Begrünungselemente sowie erweiterte „Bike-and-Ride“-Angebote prägen das Areal.“
      Ich fahre da oft lang. Soll ich mich jetzt über helle Beläge freuen? Besteht die Begrünung in der Wahl grünen Kunststoffs für diese seltsamen Pilze? Und soll ich diese als Sitzgelegenheiten wahrnehmen, und sie gleichzeitig mit Skatern teilen? Wie stellt Ihr Euch das vor?
      Abgesehen davon ist das überhaupt kein gestalteter Platz, sondern eine Restfläche, ein Winkel, weiter nichts.

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