Am „Dahlemer Dreieck“ in Steglitz-Zehlendorf schreiten die Bauarbeiten für ein neues Laborgebäude des Umweltbundesamtes sichtbar voran. Der Rohbau ist bereits weitgehend errichtet und das Gebäude von Gerüsten umgeben. Bis Ende 2025 soll die Rohbauphase abgeschlossen sein, ehe der Innenausbau beginnt.

Am „Dahlemer Dreieck“ in Steglitz-Zehlendorf orientiert sich der Neubau zwar in Kubatur, Höhe und Proportion am historischen Bestand. Die bewusst modernistische Fassadengestaltung führte jedoch im Vorfeld zu Diskussionen mit dem Landesdenkmalamt. / © Visualisierung: rw+ Gesellschaft von Architekten mbH / bloomimages
© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierung: rw+ Gesellschaft von Architekten mbH / bloomimages
In Dahlem nimmt der Neubau für das Umweltbundesamt Gestalt an. Das Gebäude ist bereits eingerüstet, die Arbeiten am Rohbau laufen weiter. Nach aktueller Planung soll die Rohbauphase im vierten Quartal 2025 abgeschlossen sein, ehe der Innenausbau beginnt.
Gleichzeitig bleibt der Zeitplan ambitioniert. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) tritt als Bauherrin auf und koordiniert das Projekt. Mit dem Bauvorhaben will der Bund seine wissenschaftliche Infrastruktur am traditionsreichen Standort langfristig sichern.
Historisches Laborgebäude am Dahlemer Dreieck wird saniert und durch modernen Neubau ergänzt
Der Neubau entsteht auf einem Areal zwischen Thielallee, Boetticherstraße und Unter den Eichen, das als „Dahlemer Dreieck“ bekannt ist. Neben dem Neubau wird auch ein denkmalgeschütztes Laborgebäude aus den Jahren 1903 bis 1906 saniert. Es war ursprünglich als großes Laboratorium für Bakteriologie geplant.
In den 1960er-Jahren erhielt der Komplex einen Erweiterungsbau, der jedoch inzwischen wieder abgerissen wurde. Auf dieser Fläche entsteht nun der neue Labortrakt, der in Größe und Kubatur auf den Altbau Bezug nimmt.
Neubau dient dem Umweltbundesamt zunächst als Übergangsstandort bis zur Verlagerung nach Marienfelde
Mit dem Neubau sollen mehrere Forschungsbereiche des Umweltbundesamtes vorübergehend untergebracht werden. Geplant ist, dass die Labore und Verwaltungsbereiche bis in die 2030er-Jahre hinein am Standort genutzt werden. Die genehmigten Kosten liegen bei rund 78,4 Millionen Euro. Grundlage war ein Wettbewerb aus dem Jahr 2021, der die Sanierung und den Ersatzneubau eines Labor- und Verwaltungsgebäudes zum Ziel hatte.
Nach dem Planungsbeginn im Februar 2019 und dem offiziellen Baustart im September 2024 soll die Fertigstellung bis 2027 erfolgen. Dann ist auch die Übergabe vorgesehen. Langfristig ist vorgesehen, die Einheiten nach Marienfelde zu verlagern, wo das Amt einen neuen Hauptstandort erhält. Danach könnte das Gebäudeensemble anderen Bundeseinrichtungen zur Verfügung gestellt werden.
Architektonischer Entwurf zwischen Denkmalschutz und Moderne schafft flexible Labor- und Verwaltungsflächen
Der Entwurf stammt vom Berliner Büro rw+ Gesellschaft von Architekten mbH. Er orientiert sich an Höhe und Proportion des Bestands, setzt aber bewusst auf eine streng modernistische Formensprache. Diese Gestaltung führte im Vorfeld zu Diskussionen mit dem Landesdenkmalamt.
Am Ende erhielt das Projekt die Genehmigung. Vorgesehen sind rund 6.000 Quadratmeter Nutzfläche im Neubau sowie 5.300 Quadratmeter im sanierten Altbau. Beide Teile sollen flexibel nutzbar bleiben und sowohl Labor- als auch Verwaltungsflächen bieten.
Rohbau prägt bereits das Stadtbild und stärkt Steglitz-Zehlendorf als Wissenschaftsstandort
Mit der sichtbaren Rohbauphase rückt das Projekt stärker ins Stadtbild. Für Steglitz-Zehlendorf bedeutet die Entwicklung nicht nur die Aufwertung eines historischen Areals, sondern auch die Stärkung des Wissenschaftsstandorts Berlin.
Bis 2027 soll das Bauvorhaben vollständig abgeschlossen sein. Dann wird sich zeigen, wie das Zusammenspiel von modernistischem Neubau und denkmalgeschütztem Altbau das „Dahlemer Dreieck“ prägt.

Derzeit werden die Rohbauarbeiten abgeschlossen, die noch in diesem Jahr fertiggestellt werden sollen. Das Gebäude ist dafür komplett eingerüstet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Noch vor einem halben Jahr war vom Neubau des Laborgebäudes kaum etwas zu sehen, seither ist der Rohbau jedoch deutlich in die Höhe gewachsen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Umweltbundesamt, Architektur Urbanistik Berlin, rw+ Gesellschaft von Architekten mbH, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
One Comment
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.




„…, setzt aber bewusst auf eine streng modernistische Formensprache.“….oder der Satz könnte auch so in der Art gehen: „…, setzt aber bewusst auf den gestalterischen Kontrast“…. Diese Floskeln kommen immer dann zum Einsatz, wenn alle Beteiligten entweder keine Lust oder die Fähigkeit haben, auf die umgebende Bebauung einzugehen. Hier hätte der Denkmalschutz mal echt reingrätschen können. Es bleibt jedoch wenigstens eine Gewißheit, nämlich die, dass der hisorische Bau in 100 Jahren noch immer stehen wird, während die „Ikone“ daneben schon wieder längst ersetzt sein wird.