Die „Luise“ in Dahlem ist geschlossen, der Biergarten bereits Geschichte. Auf dem 3.000 Quadratmeter großen Grundstück sollen nun zwei Stadtvillen mit acht Wohnungen entstehen. Der Altbau bleibt – und könnte gastronomisch neu belebt werden.

Auf dem Gelände der „Luise“ in Berlin-Dahlem sollen ab dem Frühjahr mehrere Stadthäuser entstehen, auch ein Gastronomiebetrieb ist wieder möglich. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Mit der Schließung der „Luise“ ist zum Jahreswechsel eine lange gastronomische Geschichte im Berliner Südwesten geendet. Zu den Gründen zählten laut Betreiber die gestiegenen Kosten für Energie, Waren und Personal.
Seit 2019 hätten sich insbesondere Wareneinsatz und Energiekosten massiv erhöht, auch die Lohnkosten seien deutlich gestiegen, erklärte Eigentümer Matthias Wegert im vergangenen Jahr. Preisanpassungen hätten die Entwicklung nicht ausgleichen können.
Die Gaststätte war über Jahrzehnte ein Treffpunkt für Studierende der Freien Universität, Familien und Ausflügler. Zuletzt beschäftigte der Betrieb rund 40 Mitarbeitende.
Wohnungsbau auf 3.000 Quadratmetern: Das ist auf dem „Luise“-Areal jetzt geplant
Künftig soll das 3.000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Iltisstraße und Takustraße neu bebaut werden. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, sind nun zwei Stadtvillen mit insgesamt acht Wohnungen in Planung. Ob diese vermietet oder verkauft werden, sei noch offen. Unter den Gebäuden entsteht eine Tiefgarage mit 24 Stellplätzen sowie Fahrradabstellplätzen.
Der in den 1990er-Jahren errichtete Anbau soll abgerissen werden. Sieben Bäume müssen für das Vorhaben weichen, Nachpflanzungen sind vorgesehen. Der historische Altbau bleibt hingegen erhalten.
„Luise“ in Dahlem: Eigentümer kann sich auch wieder Gastronomie auf dem Gelände vorstellen
Dort ist erneut Gastronomie vorgesehen – etwa ein Café oder Bistro mit kleinem Außenbereich. Voraussetzung ist jedoch, dass ein neuer Betreiber gefunden wird. Damit würde der Standort gastronomisch weiter genutzt, wenn auch in deutlich kleinerem Rahmen als früher.
Neben den hohen Betriebskosten dürfte allerdings auch die direkte Nähe zum „Alten Krug“ eine Rolle gespielt haben, der nur wenige Meter weiter ebenfalls einen großen, beliebten Biergarten unterhält. Vielleicht war es an dieser Stelle, unmittelbar am U-Bahnhof Dahlem-Dorf gelegen, ein großer Biergarten zu viel.
Mit der nun geplanten Wohnnutzung, die bereits ab dem Frühjahr 2026 baulich umgesetzt werden soll, erhält das Areal immerhin eine neue Perspektive, die zeitnah umgesetzt werden soll. Die Steglitz-Zehlendorfer Bezirkspolitik reagierte auf diese Pläne entsprechend wohlwollend, um nicht zu sagen erleichtert.
Quellen: BVV Steglitz-Zehlendorf, Der Tagesspiegel, Berliner Morgenpost
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Zitat, „Preisanpassungen.. über Jahrzehnte ein Treffpunkt für Studierende der Freien Universität, Familien und Ausflügler. Zuletzt beschäftigte der Betrieb rund 40 Mitarbeitende.“
Hier zeigt sich wie Inflation, steigende Kosten bei jüngeren Menschen zu mehr Verzicht, Einsparungen, und Enthaltung zwingt.
Allerdings muß man sich fragen was den Staat nun mehr Kosten verursacht 20 – 40 mögliche Bürgergeldempfänger, verbunden mit dem Wegfall von Bestellungen bei Zulieferern im Umkreis, oder eine staatliche finanzielle Hilfe – wie nun bei Betrieben mit mehr als 10 Angestellten und die länger als 10 Jahre existiert hatten.
Natürlich kann es auch sein das wirtschaftliche härte und persönliche Situation, wie alter und kein passender Nachfolger, zusammen treffen, und so die Motivation zur Weiterführung durch das Tal der hohen Herausforderung sehr niedrig ist.