Ein Abschnitt der Crellestraße in Tempelhof-Schöneberg erhält Anfang März einen neuen Namen. Der Lucie-Leydicke-Platz ehrt eine Frau, die über Jahrzehnte das Leben im Kiez mitgeprägt hat. Damit soll die Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum gestärkt werden.

Leydicke in Tempelhof-Schöneberg

Das Traditionslokal „Leydicke“ besteht seit 1877 und entwickelte sich unter Lucie Leydicke zu einem festen Treffpunkt im Kiez, bekannt über Schöneberg hinaus. / © Foto: Wikimedia Commons, Sir James, CC BY SA 3.0

© Titelbild: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg/Ulrike Harbort

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In Tempelhof-Schöneberg ändert sich ein Stück Berliner Alltagsgeschichte: Anfang März wird der nördliche Abschnitt der Crellestraße in den Lucie-Leydicke-Platz umbenannt. Das Bezirksamt setzt damit einen Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vom 12. Juli 2023 um.

Die Umbenennung folgt einem klaren Ziel der BVV: Menschen sichtbar zu machen, die durch ihr Handwerk und ihr Wirken den Kiez geprägt haben. Frauen sind dabei besonders unterrepräsentiert. Aktuell tragen lediglich vier Prozent der Straßen und Plätze im Bezirk die Namen von Frauen.

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Für mehr Klarheit in der Straßenführung: Aufhebung der Doppelbenennung

Der umzubenennende Straßenabschnitt ist räumlich vom übrigen Verlauf der Crellestraße getrennt und bildet keinen einheitlichen Straßenkörper. Nach den Berliner Benennungsgrundsätzen sollen solche Doppelbenennungen perspektivisch aufgehoben werden, um Klarheit in der Straßenführung zu schaffen.

Die neue Bezeichnung schafft nicht nur eine eindeutige Adresse, sondern würdigt gleichzeitig das Wirken einer besonderen Persönlichkeit: Lucie Leydicke.

Lucie Leydicke und ihr Traditionslokal: Eine Frau, die den Kiez über Jahrzehnte prägte

Lucie Leydicke (1897–1980) führte über viele Jahre das Traditionslokal „Leydicke“, das bereits seit 1877 besteht. Unter ihrer Leitung wurde die Gaststätte weit über Schöneberg hinaus bekannt, sowohl in der bundesweiten als auch in der internationalen Presse. Das „Leydicke“ war nicht nur ein Ort zum Essen und Trinken, sondern entwickelte sich zu einem Treffpunkt für Nachbarschaft und Gesellschaft.

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Bezirksstadträtin Dr. Saskia Ellenbeck betont: „Mit dieser Entscheidung würdigt der Bezirk eine außergewöhnliche Persönlichkeit des Berliner Alltagslebens und ehrt zugleich das Wirken einer Frau, die über Jahrzehnte hinweg den Kiez maßgeblich geprägt hat.“

Straßenumbenennungen in Berlin: Sichtbarkeit im öffentlichen Raum

Die Umbenennung ist Teil einer größeren Initiative, die Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum zu erhöhen. Straßen und Plätze nach Personen zu benennen, die sich durch ihr alltägliches Engagement verdient gemacht haben, ist ein Schritt, um das geschichtliche und soziale Gedächtnis des Bezirks breiter zu gestalten. Mit dem Lucie-Leydicke-Platz wird die Erinnerung an eine Frau lebendig gehalten, die den Kiez entscheidend mitgestaltet hat.

Leydicke

Quellen: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg

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