Einem Medienbericht zufolge soll auf dem Gelände des „Artemis“ in Berlin-Halensee ein neues Hochhaus mit einer Höhe von 200 Metern entstehen, das Berlins Skyline deutlich verändern würde. Ende Februar soll sich das Berliner Baukollegium mit den Plänen befassen.

Mögliche Bebauung: Könnte so das neue Gebäude auf dem Grundstück des heutigen Bordells „Artemis“ aussehen? / © Foto: Wikimedia Commons, Gerd Eichmann (CC BY-SA 4.0) / mit KI bearbeitet
© Titelbild: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz (CC0 1.0) / mit KI bearbeitet
Rund zwei Jahrzehnte nach seiner Eröffnung könnte das Großbordell „Artemis“ in Berlin-Halensee vor einem grundlegenden Wandel stehen. Wie Der Tagesspiegel berichtet, gibt es konkrete Überlegungen, das Gebäude nahe der Stadtautobahn A100 abzureißen und an seiner Stelle einen mehr als 200 Meter hohen Wolkenkratzer zu errichten. Offiziell bestätigt sind diese Pläne bislang jedoch nicht.
Laut dem Bericht liegt der Zeitung allerdings ein Konzeptpapier vor, das den Titel „Messeturm Berlin / Expo Tower Berlin“ trägt. Demnach soll auf dem Grundstück ein Hochhaus entstehen, das mit über 200 Metern das derzeit höchste Gebäude der Stadt wäre.
Halensee: Entsteht an der Stadtautobahn ein neuer 200-Meter-Tower?
Zum Vergleich: Der im Bau befindliche Estrel Tower in Neukölln erreicht eine Höhe von 176 Metern. Initiatoren des Projekts seien die „Artemis“-Betreiber, die das Vorhaben wohl als städtebauliches „Impulsprojekt“ für den sogenannten Stadteingang West positionieren.
Das Hochhaus soll demnach Teil eines größeren Entwicklungsraums zwischen Messegelände am Funkturm, ICC und den S-Bahnhöfen Westkreuz und Grunewald werden, als Bestandteil des Langzeitprojekts „Stadteingang West„.
City West: Neues Hochhaus mit Nahversorgung und Gesundheitsangeboten geplant
In den unteren Geschossen ist offenbar ein öffentlich zugängliches Stadtfoyer mit Dienstleistungen, Nahversorgung und Gesundheitsangeboten vorgesehen. Auch eine fußläufige Verbindung über das Grundstück sowie eine Brücke zum S-Bahnhof Westkreuz werden wohl geprüft.
In den mittleren Etagen könnten messebezogene Nutzungen untergebracht werden, darunter Showrooms, Projektflächen und Räume für kleinere Fachveranstaltungen. Für die oberen Geschosse werden temporäres Wohnen und Hotelangebote für internationale Fachkräfte und Aussteller ins Spiel gebracht.
Ende Februar will das Berliner Baukollegium die Hochhaus-Pläne begutachten
Selbst eine öffentlich zugängliche Dachterrasse mit Gastronomie wird von den Initiatoren wohl erwogen. Unklar bleibt bislang aber, wie es mit dem Bordellbetrieb weitergehen würde. Nach Angaben des Rechtsanwalts der Betreiber soll eine Verlagerung an einen anderen Standort in Berlin geprüft werden.
Als mögliche Ersatzfläche gilt eine leerstehende Halle auf der gegenüberliegenden Seite der A100. Das Berliner Baukollegium will sich Ende Februar mit dem Vorhaben befassen, eine offizielle Bestätigung der Planungen steht bislang aber wie gesagt aus.

Ganz links oben: Laut einem Medienbericht gibt es Pläne für einen mehr als 200 Meter hohen Turm auf dem Gelände des Großbordells „Artemis“. Offizielle Bestätigungen durch Senat oder Projektträger stehen bislang aus. / © Foto: Wikimedia Commons, A.Savin
Quellen: Der Tagesspiegel, Architektur Urbanistik Berlin
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11 Kommentare
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Der Funkturm mit 150 Metern Höhe sollte nicht überragt werden. Der Blick in den Westen mit Funkturm und Teufelsberg würde mit so einer Baumasse alle Dimensionen negativ verändern. So wie die Villa auf Schwanenwerder mit ihrer Größe und Aufdringlichkeit den Wannsee schrumpfen lässt.
Ich kann diese Nicht-Überragungs-Argumente nicht mehr hören/lesen. Berlin ist kein Dorf, sondern die größte Stadt in der EU! Wir sollten größer denken. Wem die Hochhäuser nicht gefallen, der kann ja gern in den Speckgürtel nach Brandenburg ziehen. Dort und in den meisten anderen Teilen Deutschlands gibt es nur ein flach Bebauung. Manhattan wäre nicht Manhattan und Tokio wäre nicht Tokio geworden, wenn dort markante Gebäude nicht überragt worden wären.
So wie Funkturm und/oder Teufelsberg eins mit ihrer Baumasse alle Dimensionen negativ verändert haben? Hier ist nix natürlich oder gewachsen und der Funkturm ist kein Teil irgendeiner Balance.
„… den Wannsee schrumpfen lässt.“
Der ist gut – also Humor haben Sie! David Nochweiser hat ja zu Ihrem Standpunkt schon das erforderliche geschrieben!
Der Funkturm mit 150 Metern Höhe sollte nicht überragt werden. Der Blick in den Westen mit Funkturm und Teufelsberg würde mit so einer Baumasse in den Dimensionen negativ verändert werden. So wie die Villa auf Schwanenwerder mit ihrer Größe und Aufdringlichkeit den Wannsee schrumpfen lässt.
Finde ich nicht. Typische Angst vor Veränderung.
Das ist Wahnsinn !
die Flächen rund um das Westkreuz sollen im Projekt Stadteingang West bereits mit Hochhäusern (verniedlichend Hochpunkte genannt) versiegelt und verdichtet werden.
Das Areal des geplanten Westkreuzparkes ist nach zwei verlorenen Prozessen des Landes Berlin/Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf) um das Vorkaufsrecht sind einem Immobilieninvestor in die „Hände gefallen“.
Die City-West braucht Kaltluftschneisen,Grünflächen,Biodiversität vor der Haustür, keine Verschattungstürme, den Kollaps der Infrastruktur in der Umgebung.
Welche Albträume produzieren die Wolkenkratzerphantasien des Senates,der Immobilienlobby und einer nicht mehr zu bändigenden Architektengruppe.
mal geplant jetzt Makulatur
https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/verwaltung/aemter/umwelt-und-naturschutz/naturschutz/freiraumplanung/artikel.563334.php
joachim neu
Initiative WestkreuzPark !
https://westkreuzpark.de/naturschutzverbaende-zum-stadteingang-west/
Das Projekt find ich gut, erinnert ein wenig an die High Line https://en.wikipedia.org/wiki/High_Line
Artemis liegt aber westlicher als der geplante Westkreuzpark. Man kann also problemlos beides realisieren.
Ich kann mir das an diesem Ort in dieser höhe nicht so richtig vorstellen, besser passen würde so ein Bau am Adenauerplatz, aber auch hier nicht mehr als 150M.
Allerdings, was hier wohl besser passen würde ein Überbau der benachbarten weiten Straßenzüge.
Bauten mit 200M sollten in diesem Bezirk nur in der Nachbarschaft vom Zoo stehen, also dort wo vergleichbare Bauten schon existieren oder sich wie mit dem „Europa Center 2“ in Planung befinden.
Ich glaube eher, dass es hier um eine theoretische Aufwertung des Grundstücks geht. Vielleicht findet sich danach ein Käufer, der dies mit dann vorliegendem Planungsrecht erwerben will. Dass hier wirklich 100.000 m² Bürofläche u.a. errichtet werden, halte ich für die nächsten Jahre völlig unrealistisch. Wir haben derzeit 2 Mio m² Leerstand an Büroflächen,
Beispiel FÜRST: ich glaube das Objekt wurde mittlerweile 10x gehandelt, und die 40.000m² sind weiterhin unvermietet