An der Uhlandstraße 77 in Berlin-Wilmersdorf läuft der Abriss des Vorderhauses. Ab 2027 sollen hier neue Wohnungen, Gewerbeflächen und eine Tiefgarage entstehen.

Das Foto zeigt Bauschutt und Abbruchmaschinen auf dem Grundstück Uhlandstraße 77 sowie die freigelegte Brandwand des angrenzenden Wohnhauses in der City-West.

Nach dem Abriss des Vorderhauses liegt das Grundstück an der Uhlandstraße 77 weitgehend frei. Die Brandwand des Nachbarhauses zeigt noch Spuren der früheren Bebauung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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An der Uhlandstraße 77 verändert sich das Straßenbild grundlegend. Hinter Bauzäunen liegt der Schutt des abgebrochenen Vorderhauses, während Bagger zwischen Mauerresten und Betonbrocken arbeiten. Der Abriss bildet den Auftakt für ein Wohnprojekt, das Neubau und Bestand auf einem Grundstück zusammenführen soll.

  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Adresse: Uhlandstraße 77, 10719 Berlin
  • Aktueller Stand: Abrissarbeiten am Vorderhaus
  • Wohnungen: 42
  • Gewerbeeinheiten: 2

Vor Ort ist vom früheren Vorderhaus nur noch wenig zu erkennen. Große Teile des Gebäudes sind bereits verschwunden. Auf dem Grundstück türmen sich mineralische Abbruchreste, dazwischen arbeiten Baumaschinen. An der südlichen Brandwand des Nachbarhauses lassen sich noch die Umrisse und Materialschichten der früheren Bebauung ablesen. Entlang der Uhlandstraße sichern Bauzäune, Absperrbaken und verschalte Zugänge das Gelände.

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City-West: Neubau an der Uhlandstraße, Sanierung im Hof

Direkt daneben schließt ein vollständig eingerüstetes Gebäude an. Schutznetze umhüllen die Fassade bis zum Dach. Ein Kran überspannt die Baustelle in der Uhlandstraße 77, während Container und Materiallager einen Teil des Straßenraums einnehmen. Die Arbeiten beschränken sich nicht auf den Abriss des niedrigen Vorderhauses, sondern betreffen das gesamte Ensemble aus Straßen- und Hofbebauung.

Nach den aktuellen Angaben der CAPELLA-Gruppe soll an der Straße ein neues Vorderhaus entstehen. Das Bestandsgebäude im rückwärtigen Grundstücksteil bleibt dagegen erhalten und wird kernsaniert.

Der Entwickler führt das Vorhaben als Mischung aus Wohnen und Gewerbe. Insgesamt nennt er 42 Wohnungen, zwei Gewerbeeinheiten und 2.375 Quadratmeter vermietbare Wohnfläche. Die Bebauung ist für 2027 vorgesehen. Ein genauer Termin für den Abschluss des Abrisses oder den Beginn des Hochbaus wurde nicht veröffentlicht.

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Zu sehen sind ein eingerüstetes Gebäude, ein Baukran und die abgesperrte Baustelle an der Uhlandstraße 77 während der laufenden Bauarbeiten in Berlin-Wilmersdorf.

Das Nachbargebäude an der Baustelle Uhlandstraße 77 ist vollständig eingerüstet. Ein Baukran überspannt das Grundstück in der City-West. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Uhlandstraße 77: Wohnungen bis 115 Quadratmeter

Das Vertriebskonzept unterscheidet zwischen Neubauwohnungen, klassischen Altbauwohnungen und Studios. Die insgesamt 42 Wohnungen sollen ein bis drei Zimmer umfassen. Genannt werden Flächen von rund 32 bis 115 Quadratmetern im Neubau sowie etwa 35 bis 95 Quadratmeter im sanierten Altbau. Die Studios sollen jeweils ungefähr 35 Quadratmeter groß sein.

Zur Ausstattung gehören laut Projektseite Eichenparkett, Fußbodenheizungen, Unterputzarmaturen und Aluminiumfenster mit erhöhtem Sicherheitsstandard. Außerdem sind Stellplätze in einer Tiefgarage mit Lademöglichkeiten für Elektroautos vorgesehen.

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Der Abriss war bereits länger vorbereitet. Der Berliner Mieterverein berichtete im Februar 2021, dass für die Uhlandstraße 77 zu diesem Zeitpunkt eine Abrissgenehmigung vorlag. Das Vorhaben stand damals im Zusammenhang mit einer breiteren Debatte über den Verlust älterer Wohngebäude in Charlottenburg-Wilmersdorf. Die heute sichtbaren Arbeiten setzen diese lange geplante Veränderung des Grundstücks nun um.

Erinnerungsort an der Baustelle Uhlandstraße in der City-West

Mit der Adresse verbindet sich auch ein Teil der Berliner Verfolgungsgeschichte. An der Uhlandstraße 77 erinnern Stolpersteine an Marta und Victor Tugendhat. Das jüdische Ehepaar zog 1938 in das Haus. Die Nationalsozialisten deportierten beide im Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt. Victor Tugendhat starb dort 1942. Marta Tugendhat wurde später in das Vernichtungslager Kulmhof verschleppt und ermordet.

Heute konzentriert sich der Blick zunächst auf die offene Fläche hinter dem Bauzaun. Doch das Projekt umfasst mehr als den Ersatz eines abgerissenen Vorderhauses. Es verbindet einen Neubau an der Uhlandstraße mit der Sanierung des rückwärtigen Bestandsgebäudes. Wann der Hochbau sichtbar wird, bleibt offen. Fest steht nach den Angaben des Projektentwicklers bislang nur das Zieljahr 2027.

Uhland 77

 

Quellen: Capella-Gruppe, Uhland77.de, Berliner Mieterverein, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf

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