Neben den markanten Zwiebeltürmen der Christi-Auferstehungs-Kathedrale ist seit einiger Zeit eine Baustelle zu sehen. Inzwischen wächst dort ein massiver Neubau in die Höhe. Auf Anfrage von ENTWICKLUNGSSTADT hat das Bezirksamt nun erklärt, was auf dem Kirchengrundstück entsteht.

Die Arbeiten am neuen Gemeindesaal haben bereits begonnen. Einen Termin für die Fertigstellung konnte das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf bislang nicht nennen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Direkt neben einem der markantesten Sakralbauten in Charlottenburg-Wilmersdorf verändert sich derzeit das Grundstück. An der Ecke Hohenzollerndamm und Berliner Straße steht inzwischen der Rohbau eines neuen Gebäudes. Noch ist nicht zu erkennen, welchem Zweck es einmal dienen soll. Doch es gibt dazu erstmals konkrete Angaben des Bezirksamts.
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Adresse: Hohenzollerndamm 166 / Berliner Straße 76
- Projektstatus: Im Bau
- Denkmalschutz: Untere Denkmalschutzbehörde war am Genehmigungsverfahren beteiligt
Auf Anfrage von ENTWICKLUNGSSTADT bestätigt Bezirksstadtrat Christoph Brzezinski, dass eine Baugenehmigung für die Errichtung eines Gemeindesaals erteilt wurde. Bauherr ist demnach die Berliner Diözese der Russisch-Orthodoxen Kirche. Die Arbeiten haben bereits begonnen, die Baustelle wurde abgesichert. Einen Termin für die Fertigstellung kennt das Bezirksamt nach eigenen Angaben nicht.
Christi-Auferstehungs-Kathedrale in Wilmersdorf steht unter Denkmalschutz
Damit bekommt das Grundstück erstmals seit langer Zeit einen baulichen Zusatz. Der Neubau entsteht unmittelbar vor beziehungsweise neben der Christi-Auferstehungs-Kathedrale.
Besonders ist das Vorhaben wegen seines direkten Nachbarn. Die Christi-Auferstehungs-Kathedrale ist als Baudenkmal in der Berliner Denkmaldatenbank eingetragen. Dort wird sie unter der Adresse Berliner Straße 76 beziehungsweise Hohenzollerndamm geführt. Als Entwurfsverfasser nennt das Landesdenkmalamt Karl Schellberg und von Hertzberg.
Nach Angaben des Bezirksamts entstand die Kirche zwischen 1936 und 1938 auf einem knapp 1.500 Quadratmeter großen Grundstück. Sie wurde als dreischiffige Basilika im russisch-byzantinischen Stil errichtet. Charakteristisch sind die zentrale Dachkuppel, die Zwiebelhaube und vier kleinere Türme. Die Ikonostase im Inneren stammt aus dem Vorgängerbau.
Orthodoxe Gemeinde ist seit Jahrzehnten am Hohenzollerndamm ansässig
Der Denkmalschutz spielte deshalb auch beim aktuellen Neubau eine Rolle. Brzezinski teilte auf Anfrage mit, dass die Untere Denkmalschutzbehörde am Genehmigungsverfahren beteiligt war. Weitere Details zu den denkmalrechtlichen Vorgaben für den Gemeindesaal nannte das Bezirksamt nicht.
Die Geschichte des Standorts reicht in die 1930er Jahre zurück. Zuvor befand sich die russisch-orthodoxe Kirche am Hohenzollerndamm 33. Im August 1936 wurde schließlich der Grundstein für die neue Kathedrale am Hoffmann-von-Fallersleben-Platz gelegt. Die heutige Kirche wurde 1938 eingeweiht.

Der neue Gemeindesaal entsteht auf dem Grundstück der denkmalgeschützten Christi-Auferstehungs-Kathedrale. Die Untere Denkmalschutzbehörde war nach Angaben des Bezirksamts am Genehmigungsverfahren beteiligt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Gemeindesaal in Wilmersdorf: Viele Projektdetails sind noch offen
Anfang 2011 erwarb die Russisch-Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats nach Angaben des Bezirksamts das Grundstück, für das zuvor ein Erbbaurecht bestanden hatte. Heute dient das Gotteshaus als Kathedralkirche der Berliner Diözese. Auf ihrer Website nennt die Gemeinde mehrere Geistliche und weist darauf hin, dass die Gottesdienste am Hohenzollerndamm in kirchenslawischer Sprache stattfinden.
Wie der neue Gemeindesaal nach seiner Fertigstellung genau genutzt wird und wie viele Menschen dort Platz finden sollen, ist bislang nicht öffentlich dokumentiert. Auch zu Fläche, Kosten und Gestaltung liegen keine belastbaren Angaben vor.
Neuer Gemeindesaal an der Christi-Auferstehungs-Kathedrale
Quellen: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Bezirksstadtrat Christoph Brzezinski, Landesdenkmalamt Berlin, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf
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