Der Wettbewerb für die Neugestaltung des Checkpoint Charlie ist entschieden: Das Berliner Büro A24 LANDSCHAFT erhält gemeinsam mit Holzer Kobler Architekturen und ARGUS den ersten Preis. Ihr Entwurf soll aus dem stark frequentierten Ort einen Bildungs- und Erinnerungsort machen.

Der frühere Grenzübergang Friedrichstraße/Zimmerstraße gehört zu den bekanntesten historischen Orten Berlins. Nun steht fest, wie der Stadtraum künftig neugestaltet wird. / © Foto: depositphotos.com
© Titelbild: A24 LANDSCHAFT Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin, mit Holzer Kobler Architekturen GmbH, Berlin und ARGUS Stadt und Verkehr Partnerschaft mbB, Hamburg / SenStadt
Am Checkpoint Charlie ist eine wichtige Entscheidung für die Zukunft des historischen Ortes gefallen. Das Preisgericht hat am 9. September 2026 einstimmig den Sieger des Realisierungswettbewerbs für die Neugestaltung ausgewählt. Den ersten Preis erhält das Berliner Büro A24 LANDSCHAFT Landschaftsarchitektur gemeinsam mit Holzer Kobler Architekturen aus Berlin und ARGUS Stadt und Verkehr aus Hamburg.
Der Entwurf soll die Friedrichstraße und Zimmerstraße künftig stärker als zusammenhängenden Bildungs- und Erinnerungsort gestalten. Dabei geht es nicht nur um die Geschichte des ehemaligen Grenzübergangs, sondern auch um die Frage, wie der heute stark frequentierte Stadtraum künftig genutzt werden kann.
Checkpoint Charlie vor Neugestaltung: Geschichte und öffentlicher Stadtraum
Der Checkpoint Charlie gehört zu den bekanntesten Erinnerungsorten des Kalten Krieges. Als ehemaliger Grenzübergang mit DDR-Grenzübergangsstelle und alliierter Kontrollstelle steht der Ort für die Teilung Berlins und den Ost-West-Konflikt. Die Neugestaltung soll diese Geschichte künftig sichtbarer und erfahrbarer machen.
Gleichzeitig soll ein öffentlicher Stadtraum entstehen, der Aufenthaltsmöglichkeiten bietet und Raum für historische Auseinandersetzung und Debatten lässt. Auch die Anforderungen an einen klimaangepassten Stadtraum spielen eine Rolle. Die Friedrichstraße und die geplante Fahrradstraße in der Zimmerstraße sollen in das Gesamtkonzept einbezogen werden.
Für die Neugestaltung stellt der Bund im Rahmen der Gedenkstättenkonzeption 1,65 Millionen Euro zur Verfügung. Der Wettbewerb war im April 2026 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie der Stiftung Berliner Mauer ausgelobt worden.

Der Lageplan zeigt den Siegerentwurf für die Neugestaltung des Checkpoint Charlie an Friedrichstraße und Zimmerstraße. / © A24 LANDSCHAFT Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin mit Holzer Kobler Architekturen GmbH, Berlin und ARGUS Stadt und Verkehr Partnerschaft mbB, Hamburg / SenStadt
Wettbewerb für Checkpoint Charlie: 22 Teams gingen an den Start
In der ersten Phase des europaweit ausgeschriebenen Wettbewerbs beteiligten sich 22 interdisziplinäre Teams aus Landschaftsarchitektur, Architektur und Ausstellungsgestaltung beziehungsweise Szenografie. 14 Arbeiten wurden anschließend für die zweite Phase ausgewählt.
Auf den ersten Platz kam schließlich das Team von A24 LANDSCHAFT, Holzer Kobler Architekturen und ARGUS. Es erhält ein Preisgeld von 32.000 Euro. Der zweite Preis ging an Koeber Landschaftsarchitektur aus Stuttgart mit SPACE4 und Steimle Architekten. Den dritten Platz belegte Weidinger Landschaftsarchitekten aus Berlin gemeinsam mit Wandel Lorch Götze Wach.
Nach Einschätzung des Preisgerichts verbindet der Siegerentwurf die unterschiedlichen Anforderungen an den Ort. Besonders hervorgehoben wurde der Umgang mit den vorhandenen historischen Relikten sowie die Verbindung von Erinnerung, Stadtgestaltung und öffentlichen Nutzungen.

Der zweite Platz im Wettbewerb zur Neugestaltung des Checkpoint Charlie ging an Koeber Landschaftsarchitektur gemeinsam mit SPACE4 und Steimle Architekten. / © Koeber Landschaftsarchitektur GmbH, Stuttgart mit SPACE4 GmbH, Stuttgart und Steimle Architekten, Stuttgart / SenStadt

Der dritte Platz im Wettbewerb zur Neugestaltung des Checkpoint Charlie ging an Weidinger Landschaftsarchitekten gemeinsam mit Wandel Lorch Götze Wach. / © Sowatorini Landschaft, Bochum mit nowakteufelknyrim exhibition design GmbH, Düsseldorf und Meghan Rolvien, Zürich / SenStadt
Wie geht es am Checkpoint Charlie weiter?
Der Siegerentwurf bildet nun die Grundlage für die weitere Planung. Nach Abschluss des Wettbewerbs folgt zunächst ein Vergabeverfahren zur Beauftragung der ausgeschriebenen Leistungen. Die spätere Baumaßnahme soll durch die Grün Berlin GmbH umgesetzt werden.
Wer die fünf prämierten Entwürfe und die weiteren Wettbewerbsarbeiten sehen möchte, kann sie im Oktober öffentlich besichtigen. Am 12. Oktober 2026 werden die Ergebnisse im Rahmen einer Preisverleihung und Ausstellungseröffnung vorgestellt. Vom 13. bis 23. Oktober sind die Arbeiten anschließend im Neuen Stadthaus in der Parochialstraße in Mitte zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Checkpoint Charlie
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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8 Kommentare
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Warum keine Details zu dem Siegerentwurf? Ich finde es interessant, dass im Entwurf darauf verzichtet wurde den Bereich dem motorisierten Individualverkehr zu entziehen aber gleichzeitig alle baulichen Voraussetzungen für eine spätere Fußgängerzone geschaffen wurden. Räumliche Flexibilität, sehr smart umgesetzt.
Ein antiurbaner, kindischer Sandkasten linker Städtebauphantasien. Auf dem Niveau der „Klimainseln“. Im internationalen Vergleich bestenfalls unteres Mittelmass. Dit is Bälin.
Ist das ein Copy-Paste-Kommentar? Wenn man sich den ersten Preis anschaut, sieht man eigentlich deutlich eine sehr urbane Gestaltsprache und erstaunlich wenig „Klimainseln“. Ich meine eher, dass hier noch nachgebessert werden müsste. Was das ganze mit linken Phantasien zu tun haben soll, ist vollständig Geheimnis des Kommentators. Bleibt der ungute Geschmack von Gemotze. Dit is Bälin.
Ich fände es gut, Kommentarspalten für sachliche Kommentare zu nutzen, anstatt einfach nur gegen alles und jeden zu pöbeln.
Warum ist es so schwer bei JETZT neuen Gesaltungen von stark frequentierten Bereichenm direkt die aktuellen Hitzeprobleme im Sommer mitzudenken?
Ich finde den Beitrag schon unterirdisch. Was heißt denn Entwurf für den Checkpoint Charly??? Die Grundstücke zu den Gebäuden, auf deren widerliche Brandmauern wir immer noch sehen müssen, sind nach meiner Erinnerung in privater Hand. Sind diese Grundstücke jetzt einfach einbezogen? Weshalb gibt es – anders als vor Jahren – keinen Bebauungsplan für diese Grundstücke? Was werden da schon wieder für klandestine Entscheidungen getroffen? Was wird da schon wieder – für die Berliner Stadtplanung typisch – für ein völliger Schwachsinn betrieben?!?
Ganz ehrlich: ALLES wäre besser als das, was heute da ist!
Ich will einen Vorkommentator wiederholen, weil ich es genauso sehe und völlig baff bin:
„Warum ist es so schwer bei JETZT neuen Gesaltungen von stark frequentierten Bereichenm direkt die aktuellen Hitzeprobleme im Sommer mitzudenken?“
Es ist zum Verzweifeln!