Das DDR-Baudenkmal an der Chausseestraße 111 ist großflächig eingerüstet. Was über die Baustelle und die Geschichte des Chausseehofs bekannt ist.

Entlang der Chausseestraße prägen Gerüste und Bauarbeiten derzeit das Umfeld des denkmalgeschützten Chausseehofs. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
An der Ecke Chausseestraße und Invalidenstraße hat sich das Straßenbild deutlich verändert. Ein großes Gerüst umschließt das markante DDR-Baudenkmal fast vollständig. Schon Monate zuvor sorgten abgesperrte Arkaden für Fragen. Was genau an dem historischen Gebäude geschieht, bleibt jedoch teilweise offen.
- Bezirk: Mitte
- Adresse: Chausseestraße 111–113
- Projektstatus: Baustelle
- Ursprüngliche Nutzung: Verwaltungsgebäude der Industrie- und Handelskammer der DDR
- Besonderheit: Eingetragenes Baudenkmal
An einer der prominentesten Kreuzungen im nördlichen Berlin-Mitte laufen derzeit umfangreiche Arbeiten. Das frühere Verwaltungsgebäude der Industrie- und Handelskammer der DDR ist entlang der Chausseestraße und Invalidenstraße großflächig eingerüstet. Auch der markante Eckturm liegt hinter dem Gerüst. Welchen konkreten Umfang die Arbeiten haben, ist öffentlich bislang allerdings nicht dokumentiert.
DDR-Baudenkmal an der Chausseestraße entstand in den 1950er Jahren
Das Gebäude wird heute unter dem Namen Chausseehof geführt. Quantum Immobilien vermarktet dort aktuell Büro- und Geschäftsflächen. Nach Angaben des Unternehmens umfasst das Objekt rund 8.032 Quadratmeter Gesamtfläche. Davon werden derzeit Flächen zwischen rund 232 und 2.198 Quadratmetern angeboten. Teile davon sollen bereits ab Sommer 2026 verfügbar sein, weitere Flächen folgen nach aktuellem Vermietungsstand 2027.
Die Geschichte des Hauses reicht weit zurück. Nach Angaben des Landesdenkmalamts entstand das heutige Hauptgebäude zwischen 1954 und 1957 nach einem Entwurf von Johannes Pässler. Auftraggeber war die Industrie- und Handelskammer der DDR. An der Invalidenstraße folgte von 1959 bis 1961 eine Erweiterung nach Plänen von Borchard und Balke.

Das DDR-Baudenkmal an der Chausseestraße 111–113 in Berlin-Mitte ist derzeit auf großer Fläche eingerüstet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Chausseestraße 111: Auch Teile der Innenausstattung stehen unter Schutz
Architektonisch zählt der Bau zu den markanten Zeugnissen der frühen DDR. Über Rundbogenarkaden steigen große, streng gegliederte Fassadenflächen auf. Roter Rochlitzer Porphyrtuff prägt Arkaden und Turm, während weißgrauer Elbsandstein die seitlichen Baukörper verkleidet. Das Landesdenkmalamt ordnet den Komplex der Architektur der „Nationalen Tradition“ der 1950er Jahre zu.
Nicht nur die Straßenfassade ist von Bedeutung. Die Leibniz-Gemeinschaft weist darauf hin, dass auch historische Teile der Innenausstattung geschützt sind. Dazu gehören unter anderem Einbauschränke aus Edelholz. Zwischen 2002 und 2005 wurde zudem die Rückseite des Gebäudes umgebaut. Dabei entstanden in Teilen des Hofes überdachte Atriumflächen. Seit Oktober 2011 nutzt die Leibniz-Gemeinschaft drei Etagen des Hauses als Geschäftsstelle und Veranstaltungsort.
Bauzäune standen schon 2024 an den Arkaden des DDR-Baudenkmal
Neu ist die auffällige Situation an der Chausseestraße nicht. Bereits seit Oktober 2024 waren die beiden Arkadengänge mit Bauzäunen gesperrt. Im Februar 2025 berichtete die B.Z., dass damals noch keine Baustelle zu erkennen gewesen sei. Das Bezirksamt Mitte erklärte, die Flächen gehörten nicht zum öffentlichen Straßenland. Die damalige Hausverwaltung Apleona Real Estate machte keine Angaben zum Grund oder zur Dauer der Absperrung.
DDR-Baudenkmal Chausseestraße 111–113
Quellen: Landesdenkmalamt Berlin, Leibniz-Gemeinschaft, Quantum Immobilien AG, B.Z.
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