Nach über vier Jahrzehnten hat der Malteser Hilfsdienst die ehemalige Feuerwache Alt-Lietzow in Berlin-Charlottenburg verlassen. Das denkmalgeschützte Gebäude steht nun leer, wie es mit dem markanten Ziegelbau weitergeht, ist bislang offen.
Das Bild zeigt die ehemalige Feuerwache Alt-Lietzow im Berliner Bezirk Charlottenburg. Es handelt sich um einen markanten, viergeschossigen Ziegelbau aus der späten Gründerzeit, entworfen von Paul Bratring und 1889 eröffnet. Die Fassade ist in gelbem Klinker mit roten Zierelementen ausgeführt, was für die Bauzeit typisch ist.

Die ehemalige Feuerwache Alt-Lietzow im Berliner Bezirk Charlottenburg. Es handelt sich um einen markanten, viergeschossigen Ziegelbau aus der späten Gründerzeit. Die Fassade ist in gelbem Klinker mit roten Zierelementen ausgeführt, was für die Bauzeit typisch ist. Auffällig ist das Erdgeschoss mit seinen großen, rundbogigen Einfahrten, die durch rote Backsteinrahmungen betont werden, hier befanden sich einst die Tore für die Feuerwehrfahrzeuge. / © Foto: Wikimedia Commons, Andreas Praefcke, CC BY 3.0

© Foto: Wikimedia Commons, Andreas Praefcke, CC BY 3.0
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Ambossus, CC BY-SA 3.0

 

ANZEIGE

Nach über 40 Jahren hat der Malteser Hilfsdienst zum Juni 2025 die ehemalige Feuerwache Alt-Lietzow in Berlin-Charlottenburg verlassen. Die Caritas-Klinik St. Anna gGmbH, Eigentümerin der Liegenschaft, bestätigte den Auszug auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Der Rückzug erfolgte laut Caritas auf eigenen Wunsch der Malteser.

Seit 1982 war der Standort zentrale Anlaufstelle für Rettungseinsätze mit Intensivtransport- und Rettungswagen. Auch Krankentransporte und Erste-Hilfe-Kurse für Führerscheinbewerberinnen und Bewerber wurden hier durchgeführt. Zahlreiche Anwohnende verbinden mit dem historischen Backsteingebäude in Alt-Lietzow jahrzehntelange Blaulichtfahrten und gemeinnützige Arbeit.

Neuer Standort für Rettungsdienste, unklare Perspektive für das denkmalgeschützte Gebäude in Charlottenburg

Der Hilfsdienst hat seinen Berliner Verwaltungssitz mit rund 60 Mitarbeitenden nun an den Siemensdamm 50 verlegt. Dort sind Hausnotruf, Notfallvorsorge und ehrenamtliche Dienste untergebracht. Der Intensivtransportwagen (ITW) ist mittlerweile am Virchow-Klinikum stationiert. Für die beiden Rettungswagen wird laut Malteser-Sprecherin noch eine neue Einsatzkonstellation geprüft, wie die Berliner Morgenpost berichtet.

ANZEIGE

Was mit dem denkmalgeschützten Gebäude geschieht, ist weiterhin unklar. Die Caritas prüft laut eigener Aussage mögliche Entwicklungspotenziale. Gespräche mit dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf laufen, eine Entscheidung werde aber noch mehrere Monate dauern.

Historischer Standort mit Tradition: Die Feuerwache Alt-Lietzow entstand 1889 auf dem Gründungsboden Charlottenburgs

Die Feuerwache Alt-Lietzow wurde 1889 eröffnet. Entworfen wurde sie von Paul Bratring als viergeschossiger Ziegelbau. Das Gebäude entstand auf historischem Boden, genau an jener Stelle, wo rund 600 Jahre zuvor das Dorf Lietzow gegründet wurde.

Damals verfügte Charlottenburg über 47 Feuerwehrmänner, zehn Feuermelder und 400 Hydranten. Das 3.131 Quadratmeter große Areal umfasste neben dem Hauptgebäude auch Stallungen für Pferde, Werkstätten und ein Haus für den Hauswart. Eine gewölbte Wagenhalle bot Platz für die Ausrüstung.

ANZEIGE

Erweiterungen, Umbauten und ein offenes Kapitel: Die wechselvolle Geschichte der Feuerwache Alt-Lietzow

In den Jahrzehnten nach der Eröffnung wurde die Anlage mehrfach erweitert: Ein Zwischenflügel entstand 1895, ein hölzerner Steigeturm 1899. Anfang des 20. Jahrhunderts folgte eine Dreiflügelanlage, später ein Wohnhaus. Zwischen 1983 und 1986 wurde das Ensemble schließlich umfassend saniert und an die Bedürfnisse der Malteser angepasst.

Mit dem Auszug der Hilfsorganisation steht die Zukunft des Gebäudes erneut zur Debatte. Ob eine kulturelle, soziale oder gewerbliche Nutzung möglich ist, hängt auch von den Ergebnissen der laufenden Gespräche ab. Klar ist: Der Standort im Herzen Charlottenburgs bleibt ein Ort mit großer historischer und städtebaulicher Bedeutung.

Quellen: Berliner Morgenpost

ANZEIGE

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.