Auf dem Campus in Berlin-Wedding sind zwei neue Forschungsbauten in Betrieb gegangen. Sie stehen für einen Strategiewechsel in der biomedizinischen Forschung.

Eröffnung Forschungsgebäude: BeCAT und Si-M.

Die beiden Neubauten auf dem Campus in Berlin-Wedding bündeln hochspezialisierte Labor- und Forschungsflächen und schaffen damit die infrastrukturelle Grundlage für die Entwicklung und Anwendung moderner Zell- und Gentherapien. / © Foto: Kevin Fuchs

© Titelbild: Kevin Fuchs

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In Berlin-Wedding sind auf dem Campus für Bio- und Medizintechnologie zwei neue Forschungszentren eröffnet worden. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Technische Universität Berlin bündeln dort künftig ihre Arbeit im „Berlin Center for Advanced Therapies“ (BeCAT) sowie im Zentrum „Der Simulierte Mensch“ (Si-M). Ziel der neuen Einrichtungen ist es, medizinische Forschung stärker mit technologischen Entwicklungen zu verbinden und so den Weg zu neuen Behandlungsmöglichkeiten zu verkürzen.

Mit der Eröffnung ist zugleich ein Bauprojekt abgeschlossen, das über mehrere Jahre lief. Zwischen 2021 und 2025 entstanden an der Amrumer Straße 31 und 33 zwei hochspezialisierte Forschungsgebäude, die von Bund und Land finanziert wurden. Die neue Infrastruktur soll dazu beitragen, Erkenntnisse aus der Wissenschaft schneller in konkrete Anwendungen für die Versorgung von Patientinnen und Patienten zu überführen.

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„Der Simulierte Mensch“: Forschung zwischen Simulation und Anwendung

Das Zentrum „Der Simulierte Mensch“ verfolgt einen interdisziplinären Ansatz. Hier arbeiten Ingenieurwissenschaften und Medizin eng zusammen, um menschliche Biologie möglichst realitätsnah abzubilden. Mithilfe von Technologien wie Organoiden oder Organ-on-a-Chip-Systemen lassen sich Prozesse vom molekularen Niveau bis hin zu komplexen Organfunktionen simulieren.

Diese Modelle sollen helfen, Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und neue diagnostische sowie therapeutische Ansätze zu entwickeln. Der Ansatz gilt als ein Schritt hin zu präziseren und stärker individualisierten Behandlungen. Gleichzeitig könnten solche Systeme dazu beitragen, Tierversuche zu reduzieren.

Auch architektonisch ist das Gebäude auf Austausch ausgelegt. Offene Raumstrukturen und Kommunikationsflächen sollen die Zusammenarbeit fördern. Mit dem sogenannten Theatron wurde zudem ein zentraler Veranstaltungsraum integriert, der den Dialog mit der Öffentlichkeit ermöglichen soll.

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„Berlin Center for Advanced Therapies“: Infrastruktur für neuartige Therapien

Unmittelbar angrenzend befindet sich das „Berlin Center for Advanced Therapies“. Hier liegt der Fokus auf der Entwicklung und Herstellung sogenannter „lebender“ Medikamente. Dabei handelt es sich um Zell- und Gentherapien, die nicht nur Symptome behandeln, sondern gezielt in Krankheitsprozesse eingreifen sollen.

Für diese Arbeiten sind besondere technische Voraussetzungen erforderlich. Das Gebäude verfügt über spezialisierte Reinräume unterschiedlicher Klassen, in denen unter streng kontrollierten Bedingungen gearbeitet wird. Solche Infrastrukturen sind notwendig, um die hohen regulatorischen Anforderungen für die Herstellung dieser Arzneimittel zu erfüllen.

BeCAT versteht sich als Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung. Therapien sollen hier bis zur frühen klinischen Studie entwickelt werden. Perspektivisch wird mit einem steigenden Bedarf an entsprechenden Produktionskapazitäten gerechnet.

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Neubauten in Berlin-Wedding: Baustein eines wachsenden Forschungscampus

Neue Impulse für Wedding: Am Campus Virchow entstehen mit Kinderklinik, Herzzentrum und dem Neubau des RKI drei herausragende Gesundheitsbauten. Architektur, Technik und Freiraumgestaltung greifen dabei bewusst ineinander. / © Visualisierung: wörner traxler richter planungsgesellschaft mbH

Beide Zentren sind Teil des sich entwickelnden Campus in Wedding, auf dem verschiedene Einrichtungen der biomedizinischen Forschung gebündelt werden. Die enge räumliche und technische Verzahnung soll Kooperationen erleichtern und Innovationsprozesse beschleunigen.

Die Gebäude sind über gemeinsame technische Plattformen verbunden und so konzipiert, dass sie auch zukünftige Anforderungen aufnehmen können. Damit entsteht eine Infrastruktur, die langfristig auf die Entwicklung personalisierter Medizin ausgerichtet ist.

Mit der Eröffnung von BeCAT und Si-M setzen die beteiligten Institutionen auf eine stärkere Integration von Forschung, Technologie und klinischer Praxis. Der Anspruch ist, neue Therapieansätze schneller zur Anwendung zu bringen – und damit die Rolle Berlins als Standort für Gesundheitsforschung weiter auszubauen.

Quellen: Charité, TU Berlin

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One Comment

  1. a.t. 23. April 2026 at 13:41 - Reply

    Wie zahlreich könnte man in der ganzen Welt Einrichtungen wie diese bauen, würde man weltweit Militäbudgets um die Hälfte kürzen.

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