In Berlin Mitte beginnt die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit zum Bebauungsplan für den „Central Tower“. Das geplante Hochhaus an der Jannowitzbrücke soll ein ungenutztes Grundstück neu strukturieren und langfristig das Umfeld weiterentwickeln.

Visualisierung des geplanten Central Tower an der Jannowitzbrücke in Berlin Mitte, der auf einem derzeit ungenutzten Grundstück entstehen soll. / © Visualisierung: Dorte Mandrup architects
© Visualisierungen: Dorte Mandrup architects
Wo seit Jahren keine bauliche Entwicklung vorangekommen ist, soll auf einem brachliegenden Grundstück zwischen Stralauer Straße, Alexanderstraße und Schicklerstraße künftig der „Central Tower“ entstehen. Der Entwurf des Büros Dorte Mandrup sieht ein 27 geschossiges Hochhaus mit gemischter Nutzung vor, das die städtebauliche Struktur an der Jannowitzbrücke neu ordnen und das Umfeld beleben soll.
Da der Standort direkt an den Gleisen der Stadtbahn liegt, möchten die Planenden ein Gebäude schaffen, das sowohl architektonische Akzente setzt als auch die Herausforderungen der Lage aufgreift. Der Entwickler HB Reavis plant dafür einen Nutzungsmix aus Büros, Gastronomie, Einzelhandel und temporärem Wohnen.
Öffentliches Verfahren zu den Hochhausplanungen an der Jannowitzbrücke: Frühzeitige Beteiligung der Bevölkerung beginnt
Aktuell läuft die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit zum Bebauungsplan 1 119 VE, wodurch das Bezirksamt Mitte den Entwurf erstmals umfassend zugänglich macht. Bürgerinnen und Bürger können die Unterlagen bis zum 19. Dezember im Rathaus Wedding einsehen oder online abrufen, wobei alle Hinweise in die weitere Abwägung einfließen sollen.
Gleichzeitig informiert das Bezirksamt Mitte über das Verfahren. Dadurch soll für einen transparenten Planungsprozess gesorgt werden, bevor die Bezirksverordnetenversammlung zu einem späteren Zeitpunkt über den Bebauungsplan entscheidet.
Nutzungskonzept für das geplante Hochhaus in Mitte: Ein urbanes Gebäude mit vielfältigen Angeboten
Der „Central Tower“ soll einen Sockel mit gastronomischen, sozialen und medizinischen Einrichtungen erhalten, gefolgt von Büroflächen im Hauptturm. Die Projektverantwortlichen betonen, dass das Vorhaben den Leitlinien des Berliner Hochhausleitbildes entsprechen soll, das hohen Wert auf Nachhaltigkeit und eine gute Einbindung in das Quartier legt.
Um die städtebauliche Qualität des Umfelds zu erhöhen, plant HB Reavis umfangreiche Grünflächen, Entsiegelungen und Maßnahmen gegen sommerliche Überhitzung. Zusätzlich möchten die Verantwortlichen durch eine öffentlich zugängliche Terrasse und neue Wegebeziehungen einen attraktiveren Stadtraum schaffen.
Mobilitätsstrategie und Wohnen in Mitte: Reduzierter Verkehr und flexible Nutzung im Neubau
Da der Standort unmittelbar in der Nähe von Tunnelanlagen liegt, verzichtet das Projekt auf eine Tiefgarage und erfüllt stattdessen ein Konzept, das sich stark auf den ÖPNV stützt. Zugleich sollen zahlreiche Fahrradstellplätze entstehen, um den umweltfreundlichen Verkehr zu stärken.
Da reguläre Wohnungen aufgrund der Lärmsituation nicht genehmigt wurden, sieht das Projekt ausschließlich temporäre Wohnangebote für Aufenthalte bis zu sechs Monaten vor. Außerdem soll eine Etage zu reduzierten Mieten vergeben werden, um insbesondere Beschäftigte des Gesundheitswesens zu entlasten.
Zeitplan und Perspektive für das Hochhaus an der Jannowitzbrücke: Weiterer Verlauf bis zur Fertigstellung
Die planungsrechtlichen Grundlagen sollen bis 2027 geschaffen werden, während eine Baugenehmigung ab 2028 möglich wäre. Nach aktueller Planung könnte der „Central Tower“ 2032 fertiggestellt werden.
Zahlreiche Anwohnende äußerten laut Projektverantwortlichen die Hoffnung, dass das bislang vernachlässigte Grundstück endlich eine funktionale und städtebaulich verträgliche Nutzung erhält. Deshalb sehen viele im Vorhaben einen möglichen Impuls für das gesamte Quartier.

Darstellung des Sockelbereichs des künftigen Central Tower, der gastronomische Angebote, soziale Nutzungen und begrünte Terrassen aufnehmen wird. / © Visualisierung: Dorte Mandrup architects
Quellen: HB Reavis, Bezirksamt Mitte, BVV Berlin-Mitte, Dorte Mandrup A/S, Ausschuss für Stadtentwicklung und Facility Management Bezirk Berlin-Mitte
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10 Kommentare
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Meine Beteiligung: ich hätte gerne die erste Version, 100x besser als obiger Entwurf, der nur noch klobig ist!
https://www.tagesspiegel.de/berlin/zu-voluminos-und-zu-hoch-kritik-an-115-meter-hochhaus-an-der-jannowitzbrucke-in-berlin-mitte-wachst-11724773.html
Stimmt. Wäre schön, wenn das klappt.
Absolut dafür. Der erste Entwurf mit „Krone“ und einigen Metern höher wäre phantastisch gewesen. Jetzt würde es wieder ein Quader unter vielen werden :(
Vielen Dank für Ihren Kommentar! Genau so ist es! Der jetzige Entwurf ist „beliebig“ und der für Berlin typische Schuhkarton, senkrecht gestellt, mit Schießscharten als Fenster. Der eigentliche Entwurf ist ganz gut. Realisiert ihn.
Soll Berlin bald genauso hässlich wie Frankfurt sein? ICH denke wir brauchen keine Türme die unsere Stadt verschatten .Wir müssen auf die Wirtschaft hören.Luftaustausch verwirbelungen in den ,Straßen, bei Unwetter, Hitzestau weil alles bebaut wird.Da hilft keine *Klimastudie*Das sagt mir der gesunde Verstand der bei vielen Planern nicht vorhanden zu sein!!!!! scheint.Da sieht man sehr deutlich den Fachkräftemangel wie in der „Politik „
Was für ein Unsinn. Was ist an der ikonischen Frankfurter Skyline hässlich? Aber die ewig gestrigen huldigen eben den Plattenbauten aus den 70ern. Boomer….
Berlin ist keine dicht besiedelte Großstadt. Im Gegenteil, die Stadt benötigt eigtl. viele solcher Gebäude im Cluster. Nur schade, dass man sich nicht traut, mal 170m+ zu bauen. Es gibt bereits mehr als genügend Grünflächen und Parks in der Stadt.
Freuen Sie sich doch lieber über die 15 warmen Tage im Sommer….
Von dem obigen Bildern her gefällt der Entwurf, auch die höhe finde ich okay, der Alexanderplatz ist nicht weit. Was mir hier fehlt ein 3D Model, so wie hier https://sketchfab.com/3d-models/categories/architecture
Berlin. Stadt der quadratischen Hochhaus-Stummel. Schöne Materialität, aber leider kein Mut bei der Höhe und Ästhetik. In anderen Großstädten gibt es New Art Déco und Setbacks, hier Vierkantbolzen.
Hochhäuser sind ein effektiver Weg Grundfläche zu nutzen. Grundfläche ist rar im Innenbereich von Berlin, da macht das absolut Sinn.
Schön wäre natürlich, wenn es kein Klotz sondern etwas besonderer in der Ausführung wäre.
Außerdem wäre eine Fassadenbegrünung gut. In Mailand, Sydney, Singapur und anderen Städten gibt es Beispiele von Hochhäusern mit ausgeprägter Fassadenbegrünung. Durch diese konnte sogar eine viel größere Masse Grün geschaffen werden wie auf der reinen Grundfläche des Gebäudes möglich wäre. Durch die Evaluierung der bereits existierenden Fassadenbegrünungen ist deren positive Wirkung zu Mikroklima, Reduzierung Schadstoffbelastung und Lärmreduzierung bewiesen. Wäre das nicht ein schönes gemeinsames Projekt für Studenten der Architektur und Biologie bzw. evt. mit dem botanischen Garten? So konnte die bestmöglichste Pflanzenauswahl für Berlin sicher gestellt werden.