In Berlin sorgt das geplante Wohnbauprojekt am Cecilienplatz in Kaulsdorf-Nord für gemischte Reaktionen. Während einige Anwohner neue Wohnungen und ein Ende des Verfalls begrüßen, überwiegen bei anderen Zweifel an Dichte, Infrastruktur und Baufolgen.

Die Visualisierung zeigt mehrere neue Wohngebäude am Cecilienplatz in Hellersdorf, wo Primus über 200 neue Wohnungen plant.

Die Visualisierung zeigt das geplante Wohnprojekt von Primus am Cecilienplatz in Hellersdorf mit über 200 neuen Wohnungen und Gewerbeflächen. / © Visualisierung: Primus Immobilien AG

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT / envato

ANZEIGE

 

Schluss mit Leerstand: Am Cecilienplatz in Berlin-Kaulsdorf-Nord plant die Primus Immobilien AG die Entwicklung eines lange brachliegenden Grundstücks neu. Auf dem Areal des ehemaligen Cecilien-Centers sollen über 200 Mietwohnungen entstehen. Ergänzend sind im Erdgeschoss Flächen für Nahversorgung vorgesehen, darunter ein Supermarkt sowie weitere kleinere Gewerbeeinheiten.

Das Projekt umfasst zudem gemeinschaftliche Angebote wie begrünte Außenbereiche und eine Dachterrasse. Ziel ist es, den seit Jahren leerstehenden und teils verfallenen Standort direkt am U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord städtebaulich neu zu ordnen und wieder nutzbar zu machen.

ANZEIGE

Hoffnung und Zweifel: Das sagt unsere Leserschaft zum geplanten Neubau in Kaulsdorf-Nord

Der geplante Neubau hat diese Woche auch unsere Leserinnen und Leser besonders beschäftigt. Während einige die Entwicklung am Cecilienplatz und den entstehenden Wohnraum ausdrücklich begrüßen, äußern andere Zweifel an der Umsetzung, der Belastung während der Bauphase und den Folgen für das direkte Wohnumfeld in Kaulsdorf-Nord.

Das waren ihre Meinungen:

„Es wird wirklich Zeit“

[…] dass das Bauvorhaben umgesetzt wird auch wenn es für mich persönlich problematisch wird, da ich direkt im Umfeld wohne. Aber so wie es jetzt dort aussieht, geht es nicht weiter, man hat immer Angst, wenn man vorbei läuft.

ANZEIGE

Daher

„Ich meine, dem eher Neubau skeptisch gegenüber zu stehen.“

[…] Klar, die Ruine verbreitet ein negatives Flair und immer wieder gelangen schmutzige Gerüche aus den Versiegelungen. […] Ein Neubau verursacht aber noch mehr Dreck, Staub und Lärm, und das über viele Monate bis Jahre. Dann dazu der Punkt, dass die Anwohner nirgends hin können […]. Ein solcher Neubau ist mit immens hohen Kosten verbunden. Ich zog vor 16 Jahren an den Cecilienplatz, wo der Wohnungsbeauftragte mir garantierte, dass das Umfeld eine Kleinstadt in Mitten Berlin mit einem Dorfcharakter ist.

– Doreen H.

ANZEIGE

Die leer stehenden Gebäude am Cecilienplatz in Berlin-Kaulsdorf sind seit Jahren ein Ärgernis für die Anwohner.

Die leerstehenden Gebäude am Cecilienplatz in Berlin-Kaulsdorf: Jetzt sollen hier neue Wohnungen entstehen. / © Foto: Wikimedia Commons, Roy Zuo, CC BY-SA 4.0

„Eine super Nachricht“

Das finde ich eine super Nachricht für Berlin, für den Bezirk und für meine Nachbarschaft. Hoffe nur, dass es nun mit dem Bau auch schnell geht.

Tim S.

„Wir in Kaulsdorf Nord werden hier richtig zubetoniert.“

Überall wird gebaut. Von wegen Grün in der Stadt. Es kommen immer mehr Menschen und die Ärzte und Nahversorgung wird nicht mehr, U-Bahnen sind überfüllt. Ich finde die Bauruine fast schon positiv, als wenn noch mehr Menschen hier wohnen und alles voller wird. Wenn ich könnte, würde ich sofort wegziehen. 

– Renner

„Ohne Zuzug würden Investitionen schwieriger und es gäbe womöglich weiter Verfall.“

Ich wohnte bereits in verschiedenen Berliner Bezirken und bin kürzlich nach Hellersdorf/Kaulsdorf Nord gezogen. Im Vergleich gibt es meiner Einschätzung nach ausreichend Supermärkte, sehr viele Grünflächen und ich hatte bisher nicht das Gefühl, dass es im Ortsteil zu voll wäre. Ohne Zuzug würden Investitionen schwieriger und es gäbe womöglich weiter Verfall. Die Infrastruktur wird sehr langsam aber stetig ausgebaut: Eine Schwimmhalle ist in Planung, ein neues Gymnasium wurde eröffnet, weitere Schulgebäude entstehen am Auerbacher Ring und neue Ärztezentren eröffnen (z.B. in der ehemaligen Geschäftsstelle der WG Wuhletal). Der Takt der U5 soll langfristig verbessert werden und löst hoffentlich das Problem der Überfüllung in den Hauptverkehrszeiten. Allerdings wünsche ich mir für Kaulsdorf Nord auch Orte der Begegnung. Ein Café, mehr Restaurants und Freizeitangebote. Den Wegfall der Bowlingbahn sehe ich z.B. ebenfalls kritisch.

Für die Fläche am Cecilienplatz gibt es einen Bebauungsplan, der vorschreibt das Gewerbeflächen einbezogen werden müssen. Bebauungspläne sind ein wirkungsvolles Instrument, um in diese Richtung Vorgaben für Investoren zu machen. An der Stelle ist die Politik gefragt.

– Denny

 

Cecilienplatz (Kaulsdorf)

Quellen: Primus Immobilien AG; Deal Magazin

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.