In Hamburg-Groß Borstel hat die Jugendhilfeeinrichtung „Casa Luna“ Richtfest gefeiert. Der Neubau soll ab 2027 Kindern mit komplexem pädagogischem und psychiatrischem Unterstützungsbedarf helfen. Dabei bleibt das Projekt nicht unumstritten.

Jugendhilfeeinrichtung „Casa Luna“

© Titelbild: Sprinkenhof GmbH

In Hamburg-Groß Borstel entsteht mit „Casa Luna“ eine neue Jugendhilfeeinrichtung für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf. Beim Richtfest am Klotzenmoorstieg wurde der Baufortschritt des Gebäudeensembles vorgestellt. Das Projekt ist nicht unumstritten.

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  • Bezirk: Hamburg-Nord
  • Adresse: Klotzenmoorstieg 4
  • Zielgruppe: 16 Kinder im Aufnahmealter von neun bis 13 Jahren
  • Bedarf: komplexer pädagogischer und psychiatrischer Unterstützungsbedarf
  • Geplante Fertigstellung: Mitte 2027

Der Neubau entsteht auf einer Teilfläche der früheren Volksschule Groß Borstel am Klotzenmoorstieg 4. Hamburg plant dort ein pädagogisch und therapeutisch ausgerichtetes Angebot für 16 Kinder im Alter von neun bis 13 Jahren. Die Kinder sollen besondere Unterstützung an der Schnittstelle von Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie erhalten.

„Casa Luna“ schließt nach Angaben der Stadt eine Lücke im Hamburger Hilfesystem. Bisher mussten Kinder mit komplexem und langandauerndem Unterstützungsbedarf teils außerhalb Hamburgs untergebracht werden. Dadurch konnten familiäre, schulische und soziale Bezüge verloren gehen. Künftig sollen Betreuung, Therapie, Bildung und Jugendhilfe an einem Ort zusammenarbeiten.

Das Bild zeigt den Neubau der Jugendhilfeeinrichtung „Casa Luna“ in Hamburg-Groß Borstel während des Richtfests. Am Baugerüst hängen Fahnen der Europäischen Union, Deutschlands und Hamburgs vor dem Gebäudeensemble am Klotzenmoorstieg.

Der Neubau der Jugendhilfeeinrichtung „Casa Luna“ in Hamburg-Groß Borstel zeigt sich während des Richtfests mit Fahnen der Europäischen Union, Deutschlands und Hamburgs am Baugerüst. / © Foto: Sprinkenhof GmbH

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Architektur von „Casa Luna“ in Hamburg-Groß Borstel

Das Gebäudeensemble entsteht als Hybridbau aus Stahlbeton, Mauerwerk und Holz. Es umfasst zwei Vollgeschosse, ein Staffelgeschoss und eine Teilunterkellerung. Die Planung sieht eine mondsichelförmige Kubatur vor. Große Fenster, Tageslicht, ruhige Farben, Blickbeziehungen ins Grüne und geschützte Rückzugsorte sollen eine stabile Umgebung schaffen.

Die Einrichtung gliedert sich in vier Bereiche: eine Clearinggruppe, zwei Wohngruppen sowie zentrale Räume für Bildung, Therapie, Freizeit und Verwaltung. Hinzu kommen ein Bewegungsraum im Untergeschoss, Dachterrassen und gemeinschaftlich nutzbare Aufenthaltsbereiche. Kinder, die aktuell keine Regelschule besuchen, sollen im eigenen Bildungsbereich unterrichtsersetzend betreut werden.

„Casa Luna“ in Hamburg: Außenanlagen und Nachhaltigkeit

Die Außenanlage umfasst rund 2.750 Quadratmeter. Sie bietet Stellplätze, Fahrradabstellanlagen, Grünflächen, Spiel- und Bewegungsangebote, Hochbeete und einen geschützten Innenhof. Für die Kinder der Clearinggruppe entsteht ein Dachgarten. Weitere Dachflächen werden begrünt und mit 60 Photovoltaikmodulen ausgestattet.

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Auch Regenwasser soll genutzt werden. Drei Zisternen mit rund 30 Kubikmetern Volumen sammeln Wasser für WC-Spülung und Gartenbewässerung. Zusätzlich wurde eine Regenwasserrückhalterigole mit rund 110 Kubikmetern Fassungsvermögen eingebaut.

Diskussion um geschlossene Unterbringung im „Casa Luna“

Die Planungen für „Casa Luna“ wurden bereits vor dem Richtfest kontrovers diskutiert. Der Streit drehte sich vor allem um die Frage, ob und in welchem Umfang Kinder dort geschlossen oder teilgeschlossen untergebracht werden können. Dies soll vor allem die Clearinggruppe mit bis zu vier Plätzen betreffen. Eine solche Unterbringung soll nur im Einzelfall und auf richterlichen Beschluss möglich sein.

Kritiker warnen vor Freiheitsentzug, Stigmatisierung und Risiken für das Kindeswohl. Befürworter verweisen auf den Bedarf an einem spezialisierten Angebot für Kinder, die zwischen Jugendhilfe, Schule und Psychiatrie bisher schwer erreichbar waren. Die Stadt beschreibt „Casa Luna“ nicht als Straf- oder Verwahreinrichtung, sondern als multiprofessionelles Jugendhilfeangebot mit therapeutischer und pädagogischer Ausrichtung.

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Quellen: hamburg.de, Sprinkenhof GmbH, Das Stadtbild, Hamburger Abendblatt, Welt

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