In Moabit plant der Bezirk Mitte den Campus Bredowstraße mit Jugendfreizeit, Sporthalle, Volkshochschule, Familienzentrum und Jugendamt. Die aktuelle Bedarfsplanung nennt sieben Geschosse, fast 6.000 Quadratmeter Nutzfläche und einen Kostenrahmen von bis zu 52,8 Millionen Euro.

Campus Bredowstraße

© Titelbild: Wikimedia Commons, Molgreen, CC BY-SA 4.0 

 

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Das Wolfgang-Scheunemann-Haus an der Bredowstraße in Moabit soll einem neuen Campus weichen. Der Bezirk Mitte plant dort einen öffentlichen Neubau, der künftig weit mehr als die bisherige Jugendfreizeiteinrichtung aufnehmen soll: Vorgesehen sind unter anderem eine Sporthalle, ein Familienzentrum, die Volkshochschule und Flächen für das Jugendamt. Die aktuelle Bedarfsplanung zeigt erstmals detailliert, wie die verschiedenen Einrichtungen im Neubau verteilt werden könnten und welcher finanzielle Rahmen derzeit angesetzt wird.

  • Bezirk: Mitte
  • Adresse: Bredowstraße 31–32, 10551 Berlin
  • Geplanter Neubau: Sieben Geschosse und Untergeschoss
  • Geschätzter Kostenrahmen: rund 52,8 Millionen Euro

Das bestehende Wolfgang-Scheunemann-Haus prägt den Standort seit den frühen 1960er Jahren. Die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung eröffnete 1961 und besteht aus einem ein- und dreigeschossigen Gebäudekomplex. Frühere Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass eine bauliche und energetische Erneuerung selbst mit einer Nachverdichtung keine wirtschaftlich und städtebaulich überzeugende Lösung bieten würde. Deshalb verfolgt der Bezirk inzwischen einen vollständigen Ersatzneubau.

Campus Bredowstraße bündelt Angebote auf sieben Geschossen

Die jüngste offizielle Planung für den Campus Bredowstraße beschreibt einen kompakten Bau mit sieben oberirdischen Geschossen und einem Untergeschoss. Damit hat sich das Konzept gegenüber älteren Veröffentlichungen weiterentwickelt, in denen noch von sechs Geschossen die Rede war.

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Im Untergeschoss und im Erdgeschoss ist eine multifunktional nutzbare Einfeldsporthalle vorgesehen. Das Erdgeschoss soll außerdem Platz für ein Café und ein Familienzentrum bieten. Die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung soll im ersten und zweiten Obergeschoss weitergeführt werden und einen eigenen Zugang erhalten. Dadurch könnte sie unabhängig von anderen Einrichtungen im Campus Bredowstraße genutzt werden.

Wolfgang-Scheunemann-Haus in Berlin-Moabit, im Winter 2014.

Das Wolfgang-Scheunemann-Haus an der Bredowstraße in Moabit soll einem neuen Campus weichen. Der geplante Ersatzneubau soll den bisherigen Standort vollständig ersetzen und deutlich mehr öffentliche Nutzungen unter einem Dach bündeln. / © Foto: Wikimedia Commons, Frommbold, CC0

Campus Bredowstraße soll auch Volkshochschule aufnehmen

Für das zweite und dritte Obergeschoss nennt die Bedarfsplanung sogenannte Clusternutzungen sowie einen Makerspace. Dahinter stehen flexibel kombinierbare Räume für unterschiedliche Gruppen und Angebote. Medienarbeit, Tanz, Bewegung, Kunst, Werkstätten sowie Räume für freie Träger und Kooperationspartner sind hier möglich.

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Das vierte Obergeschoss soll Räume der Volkshochschule aufnehmen. Vom vierten bis zum sechsten Obergeschoss plant der Bezirk Flächen für das Jugendamt. Dort sollen verschiedene Beratungsangebote und Verwaltungsbereiche gebündelt werden. Zusätzlich nennt die Projektbeschreibung Angebote einer Jugendkunstschule und einen Multifunktionssaal. Der Campus würde damit Jugendfreizeit, Weiterbildung, Kultur, Sport, Familienarbeit und öffentliche Beratung an einer Adresse zusammenführen.

Fast 6.000 Quadratmeter Nutzfläche für den Campus in Moabit

Die aktuelle Planung geht von 5.956 Quadratmetern Gesamtnutzfläche und 10.651 Quadratmetern Bruttogrundfläche aus. Den größten Anteil soll das Jugendamt mit 3.288 Quadratmetern erhalten.

Der Neubau soll flexible Grundrisse erhalten, damit sich Räume mehrfach nutzen und später an veränderte Anforderungen anpassen lassen. Darüber hinaus nennt die Bedarfsplanung Photovoltaik, ein nachhaltiges Regenwassermanagement sowie begrünte Dächer und Fassaden. Wie diese Maßnahmen technisch ausgeführt werden, steht noch nicht fest. Eine abgeschlossene Entwurfs- oder Genehmigungsplanung liegt bislang nicht vor.

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Für Abriss und Neubau nennt die aktuelle Kostenschätzung rund 48 Millionen Euro brutto ohne einen Zuschlag für unvorhergesehene Ausgaben. Einschließlich dieses Zuschlags steigt der Kostenrahmen auf rund 52,8 Millionen Euro.

 

Quellen: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus von Berlin, Drucksache 19/26500, Bezirksamt Mitte, meinBerlin.de, KoSP GmbH, ff-Architekten Feldhusen Fleckenstein

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