Die BVG testet in Berlin neue „sprechende Busse“, die Fahrgästen mit Sehbeeinträchtigung die Orientierung erleichtern sollen. Begleitet wird das Pilotprojekt auf der Linie 186 von einer Assistenz-App und 20 Testnutzer. Ziel ist ein barriereärmerer Nahverkehr im Alltag.

Personen mit Blindenstock am Bodenleitsystem.

Mit dem Testbetrieb der sprechenden Busse und der Assistenz-App geht die BVG einen weiteren Schritt, um blinden und sehbehinderten Fahrgästen die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs im Alltag zu erleichtern. / © Foto: depositphotos.com

© Titelbild: BVG / Oliver Lang

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In Berlin beginnt die BVG mit einem neuen Pilotprojekt im Busverkehr, das sich gezielt an blinde und sehbehinderte Fahrgäste richtet. Auf der Linie 186 werden dafür erstmals Fahrzeuge eingesetzt, die sich an Haltestellen akustisch bemerkbar machen und ihre Linienführung nach außen ansagen. Ergänzt wird der Probebetrieb durch eine digitale Assistenz-App sowie eine Testgruppe von 20 Nutzerinnen und Nutzern, die das System im Alltag erproben. Der Test läuft zunächst bis Dezember 2026 und soll Grundlagen für einen möglichen Regelbetrieb schaffen.

Die Busse sind im gesamten Tagesverlauf zwischen 6 und 22 Uhr im Einsatz und sollen sich durch eine automatische Sprachausgabe ankündigen. Damit soll insbesondere an Haltestellen mit mehreren Linien die Identifikation des richtigen Fahrzeugs erleichtert werden. Die BVG bindet das Projekt in den regulären Betrieb ein, um möglichst realistische Nutzungssituationen zu erfassen und Rückmeldungen direkt aus dem Fahralltag zu gewinnen.

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BVG setzt auf akustische Signale und digitale Assistenz

Kern des Projekts sind sogenannte „sprechende Fahrzeuge“, die ihre Liniennummer und das Fahrtziel über Außenlautsprecher ansagen. Zusätzlich wird ein akustisches Signal an den Türen getestet, das die Orientierung beim Einstieg unterstützen soll. Die Maßnahmen zielen darauf ab, den Zugang zum Nahverkehr insbesondere in komplexen Umsteigesituationen oder an stark frequentierten Haltestellen zu erleichtern.

Parallel dazu erprobt die BVG eine Assistenz-App, die den Fahrgästen erweiterte Steuerungsmöglichkeiten bietet. Dazu gehören unter anderem bedarfsgerechte Ansagen in den Nachtstunden sowie die digitale Übermittlung von Ein- und Ausstiegswünschen an das Fahrpersonal. Die App ist direkt mit den Fahrzeugen verbunden, sodass Informationen in Echtzeit im Betrieb berücksichtigt werden können.

ABSV begleitet den Test

Der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV) begleitet den Test eng. Dessen Geschäftsführer Thomas Krämer verweist auf den langjährigen Wunsch nach einer besseren selbstständigen Nutzbarkeit des ÖPNV. Die Rückmeldungen der Testgruppe sollen dabei direkt in die Weiterentwicklung des Systems einfließen und über eine spätere Ausweitung entscheiden.

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Quellen: BVG

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One Comment

  1. M.Hillen 6. Juli 2026 at 06:50 - Reply

    Früher wurden solche Alltagsherausforderungen durch Mitmenschlichkeit gelöst (Ansprechen hilfsbereiter Mitmenschen) heutzutage muss jeder kritische Eventualfall von vornherein ausgeschlossen und technischen Lösungen zugeführt werden (Digitale Kommunikation, Sensoren, Warngepiepse, etc).
    Deshalb muss ich als Vielreisender mit der Bahn z.Bsp. auch immer die nervende englische Variante irgendeiner dusseligen Lautsprecherdurchsage ertragen, nur damit Menschen, die der dt. Sprache nicht mächtig sind, nicht etwa genötigt werden, sich aktiv um Informationen zu bemühen. Als ich 1992 mit der Bahn einen Monat kreuz und quer durch Polen gereist bin, da gab es dort selbstverständlich keine Lautsprecherdurchsagen in englisch (oder gar in deutsch). Und ich konnte auch kein Wort polnisch. Wie hab ich das nur geschafft, trotzdem ganz Polen zu bereisen und von A nach B zu kommen??? Ganz einfach: Menschen angesprochen und ggfalls um Hilfe gebeten. Heute ist das wohl zu viel verlangt, dass man auf Hilsbereitschaft und Mitmenschlichkeit vertraut. Stattdessen im Übermaß dusselige und nervige technische Lösungen, die Mitmenschlichkeit im Alltag ersetzen soll .. und mir persönlich akustisch gewaltig auf die Nerven geht. Dieses ganze penetrante und nervige und dusselige Warngepiepse an Bahntüren, Ampeln, Aufzügen, in Autos, etc etc und diese dusseligen Wiederholungen aller Bahndurchsagen auf englisch gab es früher nicht. Und es wäre traumhaft, würde diese ganze nervtötende, akustische Umweltverschmutzung, die irgendwelchen überbezahlten Sesselpupsern mit Optimierungswahn zu verdanken ist, endlich wieder abgeschafft.

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