Die BVG prüft 24-Meter-XXL-Busse für stark ausgelastete Linien in Berlin. Besonders Spandau steht mit mehreren Buslinien im Fokus.

In den neuen XXL-Bussen der BVG soll es die Möglichkeit mehrerer Multifunktionsbereiche für Rollstühle, Kinderwagen oder Gepäck geben.

In den neuen XXL-Bussen der BVG soll es die Möglichkeit mehrerer Multifunktionsbereiche für Rollstühle, Kinderwagen oder Gepäck geben. / © Foto: BVG / Oliver Lang

© Titelbild: BVG / Wolfgang Hemmann

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Die BVG prüft den möglichen Einsatz von 24 Meter langen Doppelgelenkbussen. Laut Senat sollen die XXL-Busse vor allem dort helfen, wo die Nachfrage stark steigt und dichtere Takte an Grenzen stoßen. Im Fokus stehen unter anderem Linien in Spandau, im Südwesten und im Süden Berlins.

  • Thema: 24-Meter-Doppelgelenkbusse für die BVG
  • Betroffene Räume: Spandau, Südwest-Berlin, Süd-Berlin
  • Geprüfte Linien: M32, M36, M37/137, M48/M85, M76, M41, M44
  • Ziel: Mehr Kapazität ohne zusätzliche Fahrten
  • Mehrkosten: etwa 10 Prozent je Fahrgastplatz bei der Beschaffung gegenüber elektrischen Gelenkbussen

Die Senatsverwaltung begründet die Prüfung der XXL-Busse mit steigender Nachfrage im Berliner Busverkehr. Als fachliche Grundlage nennt sie das Mobilitätsgesetz, den Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr, den Stadtentwicklungsplan Wohnen sowie den Nahverkehrsplan.

Neue Wohnquartiere und Nachverdichtung erhöhen demnach den Druck auf stark genutzte Linien. Dichtere Takte lösen das Problem nach Einschätzung des Senats nicht überall, weil dafür zusätzliches Fahrpersonal nötig wäre. Die Personalkosten machen laut Antwort rund 60 Prozent der Betriebskosten im ÖPNV aus.

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XXL-Busse der BVG: Mehr Kapazität ohne dichteren Takt

Gegenüber herkömmlichen 18-Meter-Gelenkbussen sollen 24-Meter-Doppelgelenkbusse rund 30 bis 40 Prozent mehr Fahrgäste aufnehmen. Im Vergleich zu Doppeldeckern nennt der Senat einen Kapazitätszuwachs von etwa 25 Prozent bei gleichem Takt. Die BVG verweist zusätzlich auf schnelleren Fahrgastwechsel, Barrierefreiheit auf einer Ebene und die Möglichkeit mehrerer Multifunktionsbereiche für Rollstühle, Kinderwagen oder Gepäck.

Bei den Kosten rechnet der Senat nach Branchenerfahrungen mit höheren Anfangsinvestitionen. Gegenüber einem herkömmlichen elektrischen Gelenkbus sollen die Beschaffungskosten je Fahrgastplatz um etwa 10 Prozent steigen. Die Wartungskosten sollen gegenüber bestehenden elektrischen Gelenkbussen entsprechend der längeren Fahrzeuge um etwa 33 Prozent höher liegen. Im Vergleich zu Dieselbussen nennt der Senat dagegen niedrigere Wartungskosten von etwa 20 bis 30 Prozent.

Frankereich als Vorbild für BVG: Hier sind schon XXL-Busse auf den Straßen unterwegs.

Frankreich als Vorbild für BVG: Hier sind schon XXL-Busse auf den Straßen unterwegs. / © Foto: Wikimedia Commons, Chabe01, CC BY-SA 4.0

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Spandau ist ein zentraler Prüfraum für neue XXL-Busse der BVG

Konkrete Einsatzentscheidungen gibt es laut Senat noch nicht. Geprüft werden aber besonders stark belastete Korridore. In Spandau geht es konkret um die Linien M32, M36 sowie M37/137. Im Südwesten stehen M48/M85 und M76 im Raum, im Süden M41 und M44. Die BVG will dabei Fahrgastzählungen, Nachfrageprognosen, städtebauliche Entwicklungen und Kapazitätsengpässe auswerten.

Für den Betrieb müssten die Verkehrsunternehmen jede Strecke einzeln prüfen. Dazu gehören Haltestellenlängen, Schleppkurven, Wendemöglichkeiten, Brücken, Ampelschaltungen, Räumphasen und Knotenpunkte.

XXL-Busse in anderen Städten gescheitert – Senat sieht begrenze Vergleichbarkeit

Am Betriebshof Spandau plant die BVG im Zuge des Umbaus für Elektromobilität einen Werkstattanbau, der auch Doppelgelenkbusse aufnehmen soll. Der aktuelle Zeitplan sieht die Fertigstellung 2029 vor. Der Anbau soll parallel auch den Weiterbetrieb der Werkstatt insgesamt sichern.

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Die Erfahrungen anderer Städte fließen nach Angaben der BVG in die Bewertung ein. Hamburg gilt dabei als Negativ-Beispiel. Hier wurden die XXL-Busse wieder abgeschafft. Die BVG verweist jedoch darauf, dass Liniennetze, Werkstätten, Nachfrage und Infrastruktur je nach Stadt unterschiedlich seien. Außerdem sollen in Berlin elektrische Doppelgelenkbusse zum Einsatz kommen; deshalb sieht der Senat nur eine begrenzte Vergleichbarkeit mit den früheren Hamburger Dieselbussen.

Quellen: Schriftliche Anfrage Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/25803, Tagesspiegel, Nahverkehrsplan Berlin

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6 Kommentare

  1. Paul 13. Mai 2026 at 15:56 - Reply

    Alles, nur keine Straßenbahn. West- und Südberlin bleiben wohl für immer und ewig rückständig. Wenn in 10 Jahren dort wieder 100k Einwohner mehr leben, dann wird auch ein Doppelgelenkbus nicht mehr genug Kapazität haben. Naja wenn man am Ende 10000 Busfahrer beschäftigen möchte, dann soll es wohl so sein.
    Nur schade, man sieht es bei jedem SEV, eine gescheite Tramstrecke mit eigenem Gleiskörper (wenn möglich) könnte tatsächlich ansatzweise eine S- oder U-Bahn Strecke ersetzen.

  2. Gabriel 14. Mai 2026 at 09:45 - Reply

    Warum setzen die nicht wieder auf Doppeldecker? Stattdessen die Gelenkbusse, die keinen interessieren und man in jeder Stadt sieht. Es ist so traurig…

    • Uschi Jablinsky 19. Mai 2026 at 12:51 - Reply

      Wer will denn Doppedecker, in denen große Menschen nicht stehen können, alte nicht hochkrabbeln und der Fahrgastwechsel ewig dauert?!

  3. Gerhard 14. Mai 2026 at 17:37 - Reply

    Für wahr,für wahr. Wenn 2Gelenkbusse an der Haltestelle stehen, steht der 3. Im Verkehr oder auf der Kreuzung. Ist denn der Preisunterschied so enorm?

  4. Graf 16. Mai 2026 at 10:37 - Reply

    Es geht bei den Bussen um Evektivität. Nicht ums Aussehen. Der Doppeldecker hat nicht mehr Platz, wie ein Schubgelenkbus. Außerdem dauert der Fahrgastwechsel länger. Die Straßenbahn hat auch ihre Tücken. Schienenbindung/ Qulität/Weichen/ Untergrund/ Gewicht.
    Der Buss wäre auf vielen Strecken auch anders im Einsatz mit eigener Spur.
    Wohl bemerkt nur für den Bus!

  5. Corax 17. Mai 2026 at 22:59 - Reply

    Alles bloß keine Schiene. Keine U- Bahn oder Tram, dabei wäre beides zusammen für Spandau super! Wenigstens die S Bahn soll kommen … Ich glaube es erst, wenn ich es sehe.
    Musste ein paar Mal in den letzten Jahren mit dem Bus durch Spandau… nie wieder!

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