Die BVG setzt neue U-Bahnen der Baureihe J erstmals auf der Linie U5 ein. Der Fahrgasteinsatz kommt früher als erwartet. Trotzdem bleiben Fragen zur weiteren Fahrzeugbeschaffung unbeantwortet.

Die neuen U-Bahnen der BVG haben helle Innenräume und großzügige Türbereiche. / © Foto: Stadler Rail Group
© Titelbild: BUND Berlin/Nicolas Šustr
Die BVG hat auf der U5 erstmals einen Zug der neuen Baureihe J im Fahrgastbetrieb eingesetzt. Der Start Ende April kam damit früher als zuletzt erwartet. Für Berlin ist das ein wichtiger Schritt, weil die U-Bahn-Flotte seit Jahren unter hohem Druck steht.
BVG startet neue U-Bahnen früher als erwartet
Die BVG hatte den Einsatz der neuen Züge ursprünglich für frühestens Mai 2026 angekündigt. Die Baureihe J gehört zum Großprofil und ist für die Linien U5 bis U9 vorgesehen. Hersteller Stadler hatte im Juni 2025 sogar erklärt, dass die Fahrzeuge voraussichtlich erst im Sommer 2026 in den Fahrgastbetrieb gehen sollten. Damit ist die BVG mit ihren neuen U-Bahnen nun überpünktlich.
Die neuen U-Bahnen sollen die Berliner Flotte schrittweise erneuern. Im Kleinprofil fahren seit September 2025 bereits Züge der Baureihe JK. Diese Baureihe ist für die Linien U1 bis U4 bestimmt. Die Baureihe J ist die größere Schwester für das Großprofil. Der Rahmenvertrag zwischen BVG und Stadler erlaubt nach Angaben der BVG den Abruf von bis zu 1.500 Wagen bis 2030. Die feste Mindestbestellmenge umfasst 606 Wagen.

Die neuen U-Bahnen der BVG aus der Baureihe J fahren schon einige Zeit testweise durch Berlin. / © Foto: Stadler Rail Group
Baureihe J soll die U-Bahn auf der Linie U5 stabilisieren
Die U5 spielt im Berliner Osten eine zentrale Rolle. Sie verbindet Hönow mit dem Hauptbahnhof, ist 22 Kilometer lang und bedient 26 Bahnhöfe. Nach BVG-Angaben fahren in der Hauptverkehrszeit bis zu 15 Züge gleichzeitig auf der Linie. Neue U-Bahnen können daher vor allem dort helfen, wo hohe Nachfrage, alte Fahrzeuge und dichte Takte zusammentreffen.
Der BUND Berlin fordert zugleich weitere Fahrzeugabrufe. Der Verband verweist auf den Entwurf des Nahverkehrsplans 2026 bis 2028. Dort nennt die Senatsverkehrsverwaltung für das Angebotskonzept 580 Fahrzeuge der Baureihe J und 182 Fahrzeuge der Baureihe JK. Zusammen wären das 762 Wagen.
Debatte über Takt, Reserve und ältere BVG-Fahrzeuge
Der BUND hält diese Zahl für zu niedrig und verweist auf frühere Planungen mit rund 1.000 Wagen sowie auf den Rahmenvertrag mit bis zu 1.500 Wagen. Kritisch sieht der BUND auch mögliche Einschränkungen bei Taktverdichtungen.
Der Verband argumentiert, dass ein dauerhaft knappes Angebot Nachfrage dämpfen könne. Außerdem brauche ein stabiler Betrieb Reserven.
Quellen: BUND Berlin, BVG, Entwurf Nahverkehrsplan 2026–2028
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