Die Bundesregierung will den Weiterbau der Stadtautobahn A100 in Berlin beschleunigen. Noch in diesem Jahr soll ein Vorschlag für den 17. Bauabschnitt vorgestellt werden. Favorisiert wird dabei offenbar die Überbauung der Spree mit einer Brücke.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner eröffneten gemeinsam mit Vertretern der Autobahn GmbH den 16. Bauabschnitt der A100. / © Foto: IMAGO / Stefan Zeitz
© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Mit der Freigabe des 16. Bauabschnitts der A100 am Treptower Park hat die Bundesregierung ein großes Projekt abgeschlossen, doch Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sprach von einem Zwischenschritt. Er erklärte, die Verlängerung bis zur Storkower Straße müsse zeitnah folgen, um den verkehrlichen Nutzen des neuen Abschnitts vollständig auszuschöpfen. Der Bund wolle noch dieses Jahr eine stadtverträgliche Lösung für die künftige Trasse präsentieren.
Die geplante Strecke ist 4,1 Kilometer lang und soll von Treptow durch Friedrichshain bis nach Lichtenberg führen. Obwohl der Bundestag den Bau schon vor Jahren beschlossen hat, gibt es weiterhin deutliche Vorbehalte gegen den Bau. Kritiker verweisen auf die zusätzlichen Belastungen für die Umgebung, Befürworter sehen dagegen die Chance, den Verkehr aus den Kiezen auf die Autobahn zu verlagern.
Verkehr am Treptower Park: Bundesverkehrsminister sieht dringenden Handlungsbedarf an der Elsenbrücke
Schnieder machte bei der Eröffnung deutlich, dass die aktuelle Situation am Treptower Park nicht dauerhaft tragbar sei. Solange die Autobahn dort ende, werde der Verkehr auf eine bereits stark belastete Kreuzung geleitet. Aus seiner Sicht könne die neue Infrastruktur erst dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn die Verlängerung tatsächlich umgesetzt werde.
Auch Michael Güntner, Geschäftsführer der Autobahn GmbH, verwies auf den Nutzen der Anbindung. Er erklärte, eine nachhaltige verkehrliche Entlastung im Osten Berlins sei nur mit der vollständigen Umsetzung des 17. Bauabschnitts möglich. Der Ausbau sei zudem demokratisch beschlossen worden, weshalb der Bund am Vorhaben festhalte.
Politische Unterstützung durch den Bürgermeister Kai Wegner: Land will das Projekt begleiten
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) äußerte sich ebenfalls positiv zum weiteren Ausbau. Er sagte, dass er die Bundesregierung für das klare Bekenntnis zum 17. Bauabschnitt dankbar unterstütze. Nach seiner Einschätzung ist die Verlängerung ein zentraler Baustein, um die Hauptstadt verkehrlich zukunftsfähig zu machen.
Zugleich verwies Wegner auf die Eröffnung des 16. Abschnitts als sichtbaren Fortschritt. Dennoch sei damit noch nicht das Ende erreicht. Berlin wolle die Maßnahme in enger Abstimmung mit dem Bund vorantreiben, auch wenn damit eine lange Planungs- und Diskussionsphase verbunden sei.
Spreequerung zwischen Treptower Park und dem Ostkreuz: Brückenlösung für die Verlängerung der A100 wird favorisiert
Besonders umstritten ist die Frage, wie die Autobahn die Spree queren soll. Lange war unklar, ob ein Tunnel unter dem Fluss oder eine Brücke neben der Elsenbrücke entstehen soll. Wie der Tagesspiegel berichtet, deutet aus dem Umfeld des Verkehrsministeriums inzwischen vieles auf die Brückenlösung hin, da diese Variante deutlich günstiger und zugleich funktionaler wäre.
Ein Tunnel würde zwar die direkte Unterquerung ermöglichen, hätte aber den Nachteil, dass am Ostkreuz keine zusätzliche Anschlussstelle entstehen könnte. Damit ließe sich das Ziel, den Verkehr konsequent von den Stadtstraßen auf die Autobahn zu lenken, nicht erreichen. Man geht davon aus, dass die Detailplanungen noch etwa zwei Jahre dauern werden, bevor ein Planfeststellungsverfahren beginnen kann.

An der Elsenbrücke führen derzeit die Ausläufer der A100 über die Spree, künftig könnte hier eine neue Brücke entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Tagesspiegel, Lindner Planungsbüro, Autobahn GmbH des Bundes, BUND, CDU Fraktion Berlin
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17 Kommentare
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Also würde bedeuten dass auch das alte und Denkmalgeschützte Hafenkraftwerk am Osthafen abgerissen werden würde, sollte eine Brückenlösung kommen. In einem YouTube-Video werden die Folgen vom Weiterbau gezeigt, in dem der Weiterbau eher eine „Schneise der Verwüstung“ im Stadtbild hinterlässt: Ab Minute 4:00 im verlinkten Video geht es drüber los:
https://youtu.be/uJBglcwrgXo?si=jBFVAps6bpqBCNJa&t=241
Danke! Krasses Video… Ich war eigentlich auch immer schnell dabei gegen die Gegner zu argumentieren. Aber dieses Bildmaterial ist ein Augenöffner, wie er im Buche steht. Insbesondere der Abriss des alten Hafenkraftwerks hat mir echt einen Schlag versetzt. Darüber hinaus sind die Informationen darüber, welche Kelche in der Vergangenheit schon an uns vorübergegangen sind, nahezu schockierend bemerkenswert.
Ich kann dem Video überhaupt nichts „krasses“ entnehmen, verstehe auch nicht, weshalb der Abriss des alten Hafenkraftwerks ein Drama sein soll. Das Zu- und Abfahrten zu einem 17. Autobahnbauabschnitt auch zu „Landverbrauch“ führen, ist selbstverständlich und auch kein Drama. Die Unsachlichkeit der Videoersteller zeigt sich schon daran, dass der wesentliche Teil des Videos sich mit uralten Autobahnplanungen aus den 60ern/70ern des letzten Jahrhunderts befasst, was nun mit dem 17. Bauabschnitt nichts, aber auch gar nichts zu tun hat.
Der 17. Bauabschnitt muss kommen, weil ohne ihn der 16. keinerlei Sinn macht. Selbst wenn die Elsenbrücke wieder voll hergestellt ist, bleibt das Ganze ein Flaschenhals für den Straßenverkehr. Deswegen sind ja 16. und 17. Bauabschnitt auch gemeinsam in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden.
„Der 17. Bauabschnitt muss kommen, weil ohne ihn der 16. keinerlei Sinn macht.“ Was für eine bestechende Logik. Der Bundesverkehrswegeplan ist ein Naturgesetz? 720 Mill Euro für den 16. Abschnitt und die entsprechend zu erwartende Kosten für den 17. Abschnitt stehen im Verhältnis zum Nutzen und sind alternativlos?
Welches Video haben Sie sich denn angesehen? Unsachlich war da gar nichts, und die Planungen zum 17. Bauabschnitt stammen aus 60ern/70ern. In dem Zusammenhang kann man schon mal die Frage stellen, warum nicht auch in Steglitz „ein paar“ Wohnhäuser abgerissen werden könnten um dort auch noch mehr Autobahn zu bauen!
Schon der letzte Abschnitt hatte keinerlei Sinn gemacht. Das gilt insbesondere auch für den Neuesten. Es wird mit etwas argumentiert, was nicht existent ist. Nämlich eine sinnvolle Abgabe des Verkehrs. Das gibt die Stadt- und Verkehrsinfrastruktur nicht her. Da verwundert es nicht, dass etwaige Befürworter keine Ahnung vom Stadtgebiet haben. Dabei würde allein ein Blick von oben auf die geplante Trassenführung schon reichen, insbesondere auch mit Google Maps.
Ich verweise auf meinen unten stehenden Kommentar zur Storkower Straße. Dort ist die Situation noch unweit unmöglicher, als am Treptower Park. Und es geht mitten in ein dicht besiedeltes Wohngebiet an der S-Bahn-Trasse.
Die Tram 21 Strecke zum Ostkreuz ist immer noch nicht da. Glaubt man ernsthaft, die Trasse wäre da legal baubar?
Und dann? Allein die Weiterführung über die Landsberger ist an Komik nicht zu überbieten. Das funktioniert verkehrlich einfach nicht.
Wow. Es grenzt langsam an Satire. Die einzig nachhaltige Möglichkeit, dicht besiedelte Städte vom Autoverkehr in den Kiezen zu entlasten, ist besserer, schneller und günstiger ÖPNV.
Username checks out…
Wenn ich so etwas lese wie „demokratisch beschlossen“ , dann muss ich echt lachen: in unserem Land ist praktisch nichts wirklich demokratisch beschlossen oder demokratisch legitimiert…. wie überhaupt in jeder repräsentativen Demokratie nichts wirklich demokratisch beschlossen und legitimiert ist… Nur mal zur Verdeutlichung, in welch pseudodemokratischem System wir leben:
Alle vier Jahre gebe ich bei der Wahl meine Stimme ab. Für die kommenden vier Jahre habe ich folglich keine Stimme mehr. Die hat die Partei, die ich gewählt habe. Und die kann in den vier Jahren mit meiner Stimme machen, was sie will…Nichts kann sie daran hindern… Wahrlich eine DemokratieSystem für Idioten… die nicht verstehen wollen, dass dieses System mit Demokratie NICHTS zu tun hat. Es ist eher ein System, in dem sich der Souverän ( der stimmberechtigte Bürger) alle vier Jahre politisch selbst entmündigt, indem er seine Stimme in gutem Glauben (man könnte auch sagen: idiotisch naiv) abgibt.. an einen politischen Repräsentanten… um sich die nächsten vier Jahre politisch machtlos wiederzufinden…Wie dumm ist das denn??? Diese Frage sollte sich jeder vernunftbegabte Mensch stellen… angesichts unseres Systems, das sich demokratisch nennt.
Es gibt meines Erachtens nur ein Land auf der Welt, das sich mit Recht demokratisch nennen kann: die Schweiz. Dort gibt es auf jeder staatlichen Ebene wirksame Elemente direkter Demokratie…. mit der Folge, dass der Souverän dort sich auch wirklich souverän fühlen kann, indem er in Sachfragen direkt und wirksam entscheidet…während in unserem System der repräsentativen Demokratie der Souverän nur dazu da ist, die politische Macht, die er alle vier Jahre tatsächlich hat, gleich wieder abzugeben… an Repräsenentanten/Parteien, die mit dieser durch die Wahlen übertragenen Macht machen können, was sie wollen… gerne auch am Willen des Souveräns vorbei… kein Problem. Wer dieses System ernsthaft als demokratisch bezeichnet, der hat sein Hirn in diesem Leben noch nicht zum Denken benutzt…
So etwas wie eine Stadtautobahn (oder UBahn SBahn etc etc) müsste in einer echten Demokratie vom Souverän direkt entschieden werden.. also ob sie gebaut wird, wie sie gebaut wird, etc.. In diesem Fall von den Berlinern selbst. Es ist schließlich ihre Stadt. Ganz einfach. In unserer Pseudodemokratie ist jede politische Entscheidung nur noch dazu geeignet, das Volk zu spalten… Es gibt einfach keine klare politische Legitimation. Das ist sonnenklar.
Bei diesen Kommentar muss nun wiederum ich lachen.
Wie funktioniert die Schweizer Demokratie? Hier gibt es nur Hopp oder Top, schwarz oder weiß, ja oder nein. Das stärkt zwar die Mehrheit, lässt aber die Minderheit zurück. Demokratie heißt auch, dass die Minderheit mit einbezogen wird.
Wenn Berlins Bürger selbst abstimmen dürften, dann nur über das Ob, nicht über das Wie. Damit wäre keinem geholfen.
Nebenbei: Die Schweizer Regierung lässt sooft abstimmen, bis sie das Ergebnis hat, das sie will. Danach wird das Schweizer Volk nie wieder dazu gefragt. Meine Vorstellung von Demokratie ist das nicht.
Wenn der Souverän ( der wahlberechtigte Bürger) keine Lust auf Souveränität hat, dann braucht es auch keine Demokratie. Die Deutschen sind ein gutes Beispiel dafür. Hätten sie wirklich Lust auf echte Demokratie, dann würden sie sich viel mehr dafür einsetzen, unsere repräsentative Demokratie durch Elemente direkter Demokratie auf allen staatlichen Ebenen massiv zu ergänzen… Die Schweiz wäre da das einzige Vorbild, von dem man lernen könnte. Aber komisch, fast immer, wenn ich in diesem Zusammenhang die Schweiz erwähne, wird polemisch über sie hergezogen.. fast glaube ich, der dumme deutsche Michel will gar nicht in einer echten Demokratie leben… denn dann gäbe es viel weniger Grund, gegen die da oben zu meckern und sich selbst als Opfer der Politik zu sehen..
Erst einmal können die Schweizer auch nicht über alles abstimmen, zweitens zeigt die gegenwärtige Zergliederung der bundesdeutschen Parteienlandschaft, dass schon damit keine Politik mehr gemacht werden kann, sondern nur noch mit – oft genug faulen – Kompromissen in Koalitionen gearbeitet werden kann. Die Zersplitterung der Parteienlandschaft findet seine Ursache in der Zersplitterung der Lebenswünsche und -vorstellungen des Wahlvolkes. Das alles würde sich bei Volksabstimmungen noch weiter verschärfen.
Und Beispiel Schweiz: Noch im April 1990 entschieden die allein stimmberechtigten Männer des Kantons Appenzell Innerrhoden sich gegen das Frauenwahlrecht. Die Abstimmung musste erst durch das Verfassungsgericht als verfassungswidrig gekippt werden, sonst dürften Frauen wahrscheinlich bis heute im Kanton nicht wählen. Und es gibt diverse Volksabstimmungen über internationale Vereinbarungen der Schweiz, die der Schweiz dann kräftig auf die Füße gefallen sind.
Und alle hatten den Willen der Pariser Bürgermeisterin, aus bestimmten Straßen den Autoverkehr herauszunehmen, frenetisch bejubelt – eine Entscheidung, die Ergebnis einer „Volksabstimmung“ war. Verkannt wurden nur von den Jublern, dass überhaupt nur 4 % (in Worten: Vier Prozent) der Wahlberechtigten an der Abstimmung teilgenommen hatten. Nun kann man argumentieren, dass auch die Nichtteilnahme an einer Abstimmung ein Bekenntnis sein kann. Nur: Von den geplanten Straßensperrungen war nur ein winziger Teil der Bevölkerung betroffen.
Gerade auf dieser Webseite war ein Bericht über das Tempelhofer Feld, bei dem Wegner ja 2026 über die Verwendung desselben neu abstimmen lassen will (wir initiieren als Politiker solange Volksabstimmungen über eine Frage, bis das Ergebnis der Politik passt), während Gaebler von der SPD das schon mal lieber nicht will. Er hat wohl Angst davor, dass das Abstimmungsergebnis wieder nicht zur eigenen parteipolitischen Agenda passen könnte. Und die Enteignung von Großwohnungskonzernen, vor Jahren in Berlin per Volksabstimmung beschlossen, ist bis heute nicht auf den Weg gebracht! Letztlich aus gutem Grund: Denn wer Baukonzernen mit Enteignung droht, darf sich nicht wundern, wenn diese Konzerne in der Stadt nicht mehr bauen!
Ansonsten gilt: Der Bürger kann sich gerade auf kommunaler Ebene politische einbringen, nur: Die meisten sind zu bequem dazu! Ganz nebenbei: Regelmäßige Volksabstimmungen über dies, das und jenes gehen verdammt schnell ins Geld, dass dann an anderer Stelle fehlt!
Nun, die Nazi- Diktatur ist ohne Schwierigkeiten aus der Repräsentativen Demokratie der Weimarer Republik hervor gegangen… Diese Tatsache nun als Argument gegen das System der Repräsentativen Demokratie ins Feld zu führen, das wäre wohl polemisch… Ähnlich Ihre Argumente gegen die Direkte Demokratie: polemisch und wenig überzeugend. Wer sich ernsthaft mit der Erweiterung der repräsentativen Demokratie um wirksame und praktikable Elemente der direkten Demokratie befasst, der wird mögliche Schwächen zu minimieren wissen und die Kosten dafür in vertretbaren Grenzen halten können… Die Akzeptanz der aktuellen Form unserer Demokratie ist in Teilen der Gesellschaft nicht mehr vorhanden, weil ihre Ergebnisse nicht mehr überzeugend sind..
Wie gesagt, wenn der wahlberechtigte Bürger als Souverän keine Lust auf tatsächliche Souveränität..auf echte Demokratie hat…dann tut es auch unsere PseudoDemokratie in Form einer oligarchischen ParteienDiktatur, die wir haben. Aber die Akzeptanz dafür in der Bevölkerung nimmt ab. Und für mich hat das mit Demokratie ohnehin nicht viel zu tun. Ich möchte nicht nur in blindem (und ehrlich gesagt: idiotischem) Vertrauen irgendwelche Repräsentanten wählen, sondern auch in der Sache wählen.. und als Souverän grundsätzlich auch jederzeit ein Initiativrecht in Anspruch nehmen dürfen.. und zwar auf allen staatlichen Ebenen…da fängt Demokratie für mich erst richtig an … alles andere ist mehr DemokratieTheater als echte Demokratie.
Es existiert kein einziger Nutzen der Weiterführung. Die Storkower Str. ist weder entsprechend ausbaufähig, noch entsprechend anbindungsfähig. Das Gleiche gilt für die Anschlussstelle Frankfurter Allee. Bei der Storkower haben wir ein direktes Wohngebiet. Und, am S Storkower ist keinerlei Platz für irgendeine Verbreiterung.
Die gesamte weitere Passage bis zur Osloer Straße ist komplett ungeeignet für eine Autobahn.
Dass die Planer da Tatsachen schaffen wollen, leuchtet ein. Aber auch schon die Spreebrücke dürfte ein Rohrkreppierer werden. Auch hier, zu wenig Platz.
Halte ich für steile Thesen: Die Storkower Straße, die ja zwischen Thaerstraße und Landsberger Allee bereits vierspurig ist, kann auf der ganzen Strecke vierspurig ausgebaut werden. Und dann kann der Verkehr von der A100 über die Storkower Richtung Nordwesten zur Landsberger Allee abfließen und Richtung Osten zur Möllendorfstraße.
Überhaupt Sinn macht das ganze Projekt nur, wenn der Ring komplett geschlossen wird, also weiter bis zur Seestraße, wie es auch mal ursprünglich geplant war !
Die betreffenden Straßen sind ja eh schon vierspurig ausgebaut.
Das Gegenargument bezüglich der zu erwartenden Staus an den jeweiligen Autobahn – Enden zieht dann auch nicht mehr.
Es spricht Bände, dass die Autobahnfans erstens komplett ignorieren, dass durch den eröffneten Autobahnabschnitt Kieze nicht entlastet wurden, sondern von deutlich stärkerem Verkehr gequält werden. Zweitens: Was soll die Formulierung, der Verkehr könne erst mit dem nächsten Abschnitt an der Storkower Straße „abfließen“? Schon mal darüber nachgedacht, dass die Benutzer der Autobahn keineswegs zur Storkower Straße fahren werden, wo sie dann wie in einem Gully abfließen, sondern größtenteils wie heute ab der Elsenbrücke Richtung fahren möchten, wo also bis in alle Ewigkeit Stau sein wird? Wodurch für immer Eastsidegallery, Stralau und derTreptower Park zum hässlichen Autobahnrandgebiet werden?
Schon mal darüber nachgedacht, dass die Autobahn nicht in Troglage über die Elsenbrücke führen würde und dann für immer Autobahnkrach und Bezinmief den Treptower Park zerstören würden?
Wenn die Autobahnfans Berlin so sehr hassen, dass sie es zerstören möchten: warum ziehen die nicht irgendwo aufs Land, wo alles von hässlichen Autobahnen plattgewalzt wurde, und lassen unsere Stadt in Frieden?